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Saison 1977/1978
21. Spieltag - Sa., 14.01.1978, 14:30 Uhr
Freiburger FC - SpVgg Fürth
1:1 (0:0)
Der Zweck heiligt die Mittel. Danach verfuhr die SpVgg Fürth beim Freiburger FC und holte im Mösle-Stadion mit einem 1:1 (0:0) den angestrebten einen Punkt.
Einer kritischen Würdigung hält jedoch nur die Tatsache stand, auswärts nicht verloren zu haben. Was die Kleeblättler jedoch zeigten, ehe sie nach einer Stunde verdientermaßen mit 0:1 im Rückstand lagen, blieb meilenweit von jener Vorstellung vor einer Woche entfernt.
Erst als es in Peter Löwers Kasten geklingelt hatte, ging so etwas wie ein Ruck durch die Reihen der Fürther. Endlich zeigten sie wenigstens andeutungsweise, was in ihnen steckt. Plötzlich sahen sich die Freiburger in die Defensive gedrängt. Auf den Ausgleich konnte man warten.
Die Fürther Spieler hatten eine Woche lang in aller Eindringlichkeit zu hören bekommen, was sie in Freiburg erwartet. Das war zwar nicht übertrieben, wie sich bereits in den ersten Minuten zeigte, hatte jedoch bewirkt, daß die Kleeblättler überängstlich agierten, sich zaghaft in die eigene Hälfte zurückzogen und Eigeninitiative fast völlig vermissen ließen.
Zwei Dinge dürfen allerdings nicht unerwähnt bleiben. Erstens: was sich die Freiburger in den ersten zehn Spielminuten leisteten, hatte mit Fußball nur bedingt zu tun. Schon nach fünf Sekunden (!) gab es das erste grobe Bente-Foul an Heinlein: Der FFC-Senior und Kapitän hatte damit das Signal gegeben. Wiederholt wälzten sich Fürther Spieler nach groben Attacken ihrer Gegner am Boden. Zweitens: Das Spielfeld, tiefes Geläuf, mit Löchern übersät und uneben, erschwerte die Ballführung ungemein, machte Tempospiel, eine Trumpfkarte der Fürther, praktisch nicht möglich.
Fürths Kapitän Bernhard Bergmann hinterher: „Ballkontrolle war fast ausgeschlossen. Stets rutschte der Ball weg." Fürths Nummer eins war zwar in der Abwehr ruhender Pol, seine eigentliche Stärke, die schnellen Gegenstöße, waren diesmal kaum zu sehen. Es gab seit Jahren kein Spiel, in dem Bergmann auch nur annähernd so viele Fehlpässe unterliefen, wie in Freiburg. Nur ein Zuspiel paßte haargenau — jenes zum 1:1 in der 76. Minute zu Erich Unger, der mit plaziertem Schrägschuß sein elftes Saisontor markierte.
Auf Klaus Heinlein, der beim 6:2-Vorspielsieg den Freiburgern drei „muntere Sachen" ins Netz gesetzt hatte, war man besonders „scharf". Er hatte in Derigs — er trug die Nummer 11 auf dem Rücken — einen Sonderbewacher, der ihn weitgehend neutralisierte. An Unger hängte sich Stobeck einem Terrier gleich, beharkte ihn mit allen Mitteln, schaltete ihn aus mit einer Ausnahme. Dies bedeutete den einen Punkt für Fürth. Ein Sonderlob verdient im Fürther Mittelfeld Viggo Jensen als Gegenspieler des inzwischen 36 Jahre alt gewordenen FFC-Kapitäns Bente. Dabei spielte der Däne keineswegs brillant, jedoch sehr diszipliniert .
Fürths großer Halt war die Abwehr. Hier glänzte Peter Löwer wie in seinen besten Tagen, ließ Grabmeier weder Hug noch nach der Pause den in Freiburg hochgelobten Jugend-Nationalspieler Bührer auch nur die Spur eine Chance, spielte der in den letzten Monaten erstaunlich gut herausgekommene Rütten gegen den drangvollen Widmann eine prächtige Verteidigerpartie und hatte Klump den mit allen Wassern gewaschenen Mießmer stets unter Kontrolle.
Traier Gawliczek hatte vergebens gehofft, die Fürther verwirren zu können, als er seine gefährlichste Angriffsspitze Mießmer mit der Nummer vier auf das Feld laufen ließ. Solche Mätzchen sollten sich Trainer sparen.
Schiedsrichter Röder aus Offenbach pfiff eine Stunde lang, den Heimmannschafts-Bonus einkalkuliert, durchaus respektabel. Als jedoch Fürth der Ausgleich geglückt war, gab es nur noch Freistöße für Freiburg. Am schlimmsten war ein indirekter im Fürther Strafraum, nachdem der Ball zweimal — jeweils in Bedrängnis — zu Torwart Löwer zurückgespielt worden war. Hier schüttelten selbst die eingefleischtesten Freiburger Anhänger verständnislos die Köpfe. Als Kapitän Bergmann den Schiedsrichter fragte, bekam er statt einer Antwort die Gelbe Karte gezeigt. Hier sei die Frage aufgeworfen: hat sich Röder hinterher nicht vor sich selbst geschämt?

Konrad Vogelsang

Freiburger FC: Birkenmeier - Vogtmann, Bruder, Schulz, Schnitzer - Stobeck, Bente, Derigs - Widmann, Mießmer, Hug (46. Bührer) - Trainer: Georg Gawliczek
SpVgg Fürth: Löwer - Grabmeier, B. Bergmann, Klump, Rütten - Jensen, Heinlein, Unger (61. Grimm) - Heubeck, Pankotsch, Lambie - Trainer: Hannes Baldauf
Tore: 1:0 Widmann (59.), 1:1 Unger (76.)
Schiedsrichter: Röder (Offenbach)
Zuschauer: 4500
Gelbe Karten: Hug
Gelbe Karten (Gast): Jensen, Bergmann
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