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Saison 1996/1997
9. Spieltag - Sa., 05.10.1996, 14:30 Uhr
SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Nürnberg
3:1 (1:0)

238. Derby

Die Club-Fans verließen das Frankenstadion nach dem Schlagerspiel in der Fußball-Regionalliga zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg fast ebenso fluchtartig wie die Club-Spieler. Zu groß war die Enttäuschung darüber, dass die Revanche für den Pokal-K.o (1:2) vor knapp vier Wochen nicht gelungen war. 1:3 verlor die Mannschaft von Trainer Willi Entenmann die "Auswärtspartie" gegen die SpVgg vor 36 000 Zuschauern im Frankenstadion, kassierte damit im neunten Punktspiel die erste Saisonniederlage und musste die Tabellenspitze mit zwei Zählern Rückstand (22) wieder an den Lokalrivalen (24) abtreten.

Schwerer als die Niederlage wiegt fast noch der Ausfall von Frank Baumann. Er zog sich bei einem Zweikampf in der zwölften Minute vermutlich eine Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk und fällt länger aus. "Hauptverantwortlich" für den verdienten Erfolg der SpVgg Greuther Fürth war der Ex-Nürnberger Frank Türr, der alle drei Treffer erzielte (5., 77. und 90. Minute). Für den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 hatte der Kroate Mirza Golubica mit seinem ersten Saisontor für den Club gesorgt (57.). Die Enttäuschung über die herbe Schlappe ausgerechnet im Derby saß bei FCN-Coach Entenmann offensichtlich so tief, dass er sich nach den unterhaltsamen und gutklassigen 90 Minuten sehr schwer tat, die starke Leistung der Veh-Truppe ohne Wenn und Aber anzuerkennen. Der Nürnberger Fußballlehrer haderte stattdessen mit Stürmer Markus Kurth, der beim Stand von 1:1 die Chancen zum 2:1 für den Club vergab, und mit eklatanten Patzern, die den Club auf die Verliererstraße brachten. Schließlich rang sich Entenmann aber dann doch noch durch, seinem Greuther Fürther Pendant Armin Veh zum Sieg zu gratulieren.

Den hatte der "Gastgeber" tatsächlich verdient. Denn die SpVgg zeigte die gefälligere Spielanlage, verfügte über die besseren Techniker, die zudem oft einen Schritt eher am Ball waren als ihre Gegenspieler. Und sie hatte vor allen Dingen mit dem bundesligaerfahrenen Frank Türr einen Stürmer in ihren Reihen, der drei Möglichkeiten hatte und alle drei verwertete. Der Club hatte dagegen vor allem seine tadellose Kampfkraft in die. Waagschale zu werfen, aber die reichte diesmal nicht aus, um erneut die Oberhand zu behalten. Allerdings hatte sich an dem regnerischen Tag so ziemlich alles gegen die Nürnberger verschworen. Das begann damit, dass sie bereits frühzeitig in Rückstand gerieten, womit von vornherein alle taktischen Überlegungen über den Haufen geworfen waren. Club-Torhüter Christoph Müller hatte zwar einen Freistoß von Thomas Motzke nach Foul von Ivca Simunec noch reaktionsschnell abgewehrt, doch Frank Türr reagierte schneller als die Club-Abwehr, drückte den Abpraller ins Netz. Wer weiß aber, wie die Partie ausgegangen wäre, wenn Michael Wiesinger mit seinem Freistoß statt den Pfosten ins Tor getroffen hätte (10.). Und wer weiß, ob der FCN nicht noch die Wende geschafft hätte, wenn Baumann nicht frühzeitig verletzt worden wäre und nach der Pause in der Kabine hätte bleiben müssen.

Damit waren auch die Pläne Entenmanns über den Haufen geworfen, der Baumann nach dem Seitenwechsel ins Mittelfeld beordern wollte, um mehr Druck nach vorne auszuüben. Die Rolle des Liberos musste notgedrungen Peter Knäbel übernehmen, der nach dreiwöchiger Verletzungspause erstmals wieder mit dabei war. Mit ihm kam als dritter Angreifer neben Kurth und Möckel Mirza Golubica, der nach seiner schwachen Vorstellung gegen Reutlingen in Ungnade gefallen war. Diese Umstellung zeigte Wirkung, denn der 1. FC Nürnberg hatte jetzt seine stärkste Phase, begünstigt dadurch, dass die Fürther nun doch etwas die Linie verloren. Etwas Zählbares kam jedoch Club zunächst nicht heraus. Ausgerechnet der vielgeschmähte Kroate weckte bei seinen Mitspielern die Hoffnung auf eine Wende. Denn in der 57. Minute nutzte er Unaufmerksamkeiten in der Fürther Abwehr zum 1:1. Und der Club hatte weitere Chancen, aber Wiesinger verfehlte mit einem Distanzschuss das Ziel (65.) und Kurth hatte, wie bereits erwähnt, den Führungstreffer auf dem Fuß. Der 23jährige stocherte den Ball jedoch aus kurzer Distanz über das Tor.

Was sich rächte, denn die Fürther setzten ihr spielerisches Übergewicht mit zwei mustergültigen Kontern in der Schlussphase noch in zwei Tore um, wobei Türr nach glänzender Vorarbeit von Radoki beziehungsweise Weigl seine Torjägerqualitäten unterstrich. Von daher kann man die Ansicht von Fürths Trainer Armin Veh ohne Einschränkung teilen, dass "der Sieg meiner Mannschaft absolut verdient war." Man kann dem Fußballlehrer aber auch zustimmen, dass die Besucher "wie schon im Pokal ein erstklassiges Regionalliga-Match gesehen haben." Eines bleibt festzuhalten: Die Club-Akteure sind nicht die von vielen apostrophierten Überflieger in der Regionalliga, wie auch Entenmann unumwunden einräumte. Das hat die SpVgg Greuther Fürth jetzt zweimal deutlich aufgezeigt. Andererseits hat die Partie im Frankenstadion auch unterstrichen, dass der Weg zum Titel wohl nur über beide mittelfränkische Teams führen wird.

SpVgg Greuther Fürth: Menger - Richter - Preljevic, Probst, Radoki - Sbordone, Lotter (86. Ebner), Weigl, Motzke (79. Stein) - Türr, Müller (73. Dürr) - Trainer: Armin Veh
1. FC Nürnberg: Müller - Baumann (46. Knäbel) - Keuler, Halat, Simunec - Störzenhofecker, Wiesinger, Oechler, Bürger (46. Golubica), Kurth, Möckel (61. Tölcseres) - Trainer: Willi Entenmann
Tore: 1:0 Türr (5.), 1:1 Golubica (57.), 2:1 Türr (77.), 3:1 Türr (90.)
Schiedsrichter: Buchhart (Schrobenhausen)
Zuschauer: 36000
Gelbe Karten: Stein
Gelbe Karten (Gast): Keuler, Halat, Baumann, Bürger
Spielort: Nürnberg
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