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Saison 2000/2001
9. Spieltag - Sa., 21.10.2000, 15:00 Uhr
SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Nürnberg
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Die spielerische Klasse entsprach keineswegs der großen Tradition beim 245. Derby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1.FC Nürnberg und schon gar nicht dem vorher hochgeschraubten Erwartungen: Der scheidende Kleeblatt-Trainer Benno Möhlmann sah nach dem 0:0 im Frankenstadion "keinen Grund zum Jubeltanz", Club-Chefcoach Klaus Augenthaler sah den Zweitliga-Spitzenreiter sogar sicherlich enttäuscht "mit einem blauen Auge davongekommen". Seine Befürchtung angesichts der Spitzenposition und der besonders motivierten Gegner: "Spiele dieser Art werden uns in Zukunft immer wieder verfolgen."

Eingerahmt wurde die prächtige Kulisse von 35 100 Zuschauern im Frankenstadion, die wenigstens beim Fürther Schatzmeister für ein freudiges Gesicht sorgte und die Entscheidung als richtig bestätigte, aus finanziellen Gründen aufs Heimrecht im Playmobilstadion zu verzichten, von zwei "Knallern" des Kleeblatts: Nach gut 40 Sekunden (!) hatte Frank Türr bei seinem Volleyschuss das Visier etwas zu hoch eingestellt und Sekunden vor dem Abpfiff hatte Horst Elberfeld den Siegtreffer auf dem Fuß, "wollte aber unser Geschenk nicht annehmen" (Augenthaler).

So blieb dem Club im neunten Saisonspiel die erste Niederlage erspart, während die Fürther nach dem 3:0 gegen Aachen und dem 3:3 in St. Pauli zum dritten Mal ungeschlagen bleiben, es aber versäumten, ihre leichten Vorteile im Prestigeduell nach zwei Unentschieden im Vorjahr in einen "Dreier" umzumünzen.

Verständlich daher, dass auf Fürther Seite die Vokabel "schade" am häufigsten gebracht wurde. Präsident Helmut Hack hätte sich "noch mehr Rasse und vor allem Tore" gewünscht, und stellte kopfschüttelnd fest: "Wir haben wie beim 2:2 im Vorjahr unseren Gästen wieder zwei Punkte geschenkt." Ingo Walther unermüdlicher Arbeiter im Mittelfeld, sprach für alle Mitspieler: "Wir hatten uns mehr vorgenommen, und ein Sieg war auch möglich." Beim Club herrschte angesichts der schlechtesten Saisonleistung ein bisschen Enttäuschung und Ratlosigkeit, denn von Spielrhythmus war nur wenig zu sehen.

Darum war nach diesem Auftritt die Meinung von Club-Kapitän Martin Driller, "Fürth muss sehen, dass es nicht in Abstiegsnot gerät", nicht ganz nachzuvollziehen. Immerhin räumte er selbstkritisch ein, "dass wir uns nie durchsetzen konnten" und es nur der Abwehr zu verdanken war, dass es wenigstens zu einem Punkt reichte.

Das ändert jedoch nichts an den Sorgen, die derzeit Klaus Augenthaler zu bewältigen hat. Denn genau da, wo es am wenigsten zu erwarten war, gibt es Probleme: Auf der rechten Außenbahn musste mangels Alternativen sogar phasenweise Jacek Krzynowek im Wechselspiel mit dem schwachen Rajko Tavcar (Augenthaler: "Er war übermotiviert") versuchen, etwas Druck zu erzeugen. Und auch im Angriff haperte es, weil Martin Driller zum zweiten Mal in der Saison nicht traf. Louis Gomis fehlte es bis zu seiner Auswechslung wegen eines Rippenbruches (55.), der eine Zwangspause bis zu vier Wochen nach sich zieht, an Beweglichkeit und Durchsetzungsvermögen.

Auffällig auch, dass sich die bisher so stabile Abwehr gegen die drei Fürther Stürmer eine Reihe von Patzern leistete. Aber Frank Türr (1.), Mathias Surmann (14.), Horst Elberfeld (15., 17., 26.), der zwei Mal am gut reagierenden Andreas Köpke scheiterte und dessen Schuss nach schönen Freistoß-Trick gerade noch abgeblockt wurde, und Ralph Hasenhüttl (39.) fehlte im Abschluss die Konsequenz, um daraus entscheidenden Nutzen zu ziehen. Beim Club war Rajko Tavcar (5.) zu unentschlossen, verfehlte Jacek Krzynowek (30.) bei der klarsten Chance nur knapp und Petr Skarabella warf sich in einen Volleyschuss von Martin Driller (43.).

Im zweiten Abschnitt tat sich lange Zeit so gut wie nichts, verhinderten hüben wie drüben oftmals eklatante Fehlpässe so etwas, wie Spielfluss. Immerhin verstärkte der Club seine Bemühungen, aber Möhlmanns Schachzug, Rachid Azzouzi ins Deckungszentrum zu beordern, erwies sich als stabilisierende Maßnahme. So blieb es bei einem Flugkopfball von Driller (61.) als einziger nennenswerter Chance, während Fürth seine defensive Haltung erst in den Schlussminuten wieder lockerte. Die Folge war ein Treffer von Fürth - aber vorher hatte der Schiedsrichter Türr beim von Köpke abgehaltenen Gewaltschuss von Mirco Reichel im Abseits gesehen (80.). Nochmals Driller (88.) sorgte für Gefahr - aber dann folgte die Schlussszene mit Elberfeld in der Hauptrolle; statt Held wurde er der Versager, weil er einen "Kunstschuss" versuchte.

SpVgg Greuther Fürth: Hain - Sbordone, Azzouzi, Skarabela - Walther, Reichel (84. Onwuzuruike) - Felgenhauer (60. Hassa), Surmann - Elberfeld, Hasenhüttl (60. Lamptey), Türr - Trainer: Benno Möhlmann
1. FC Nürnberg: Köpke - Nikl, Kos, Johansson, Wiblishauser - Krzynowek, Störzenhofecker, Stoilas, Tavcar (70. Weigl) - Gomis (55. Möckel), Driller - Trainer: Klaus Augenthaler
Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)
Zuschauer: 35100
Gelbe Karten: Walther, Azzouzi, Felgenhauer
Gelbe Karten (Gast): Johansson, Tavcar
Spielort: Nürnberg
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