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Saison 1974/1975
2. Spieltag - Sa., 10.08.1974, 15:30 Uhr
Borussia Neunkirchen - SpVgg Fürth
0:1 (0:1)
Das überraschenden und doch hochverdiente 1:0 der SpVgg Fürth beim favorisierten Südwestmeister Borussia Neunkirchen war ein Erfolg der Taktik und eines simplen Tricks, über den sich Trainer Fred Hoffmann hinterher noch diebisch freute.
Fürth lief mit einem Nummern-Tohuwabohu ein: Schülke trug die 11, Schöpe die 4, Lausen die 2 und Popp die 6. Fred Hoffmann: „Eine halbe Stunde lang irrten die Borussen hinter ihren eigentlichen Gegenspielern her und fanden sie nicht."
Dieser Trick wurde komplettiert durch die taktische Order, bei den Neunkirchnern nur Querpässe zuzulassen. So blieb das Borussenspiel nach eigener Aussage des Trainers Erwin Türk "Stückwerk und sonst nichts". Und als Fürth nach einer halben Stunde durch den früheren Eisbachtaler Hofmann nach Unger-Paß (Bergmann hatte Unger nach vorne geschickt) zur Führung kam, wurde das Fürther Spiel auch sicher.
Nicht ohne Befürchtungen war die Mannschaft ins Saarland gereist und die durch mehrere Autounfälle auf der Autobahn in die Länge gezogene Reise hatte die Stimmung nicht gerade gehoben. Am Freitag gegen 21 Uhr erst war die Mannschaft in Homburg (15 Kilometer von Neunkirchen entfernt) eingetroffen. Vor dem Spiel drückte Hoffmann seine Bedenken aus: „Wir haben großen Respekt vor den Südwestvereinen. Heute spielen wir gar beim Meister. "Das wird eine schwierige Sache," Hinterher sah´s der Trainer dann anders: „Wir haben uns gesagt: wenn schon so weit fahren, dann wollen wir auch Pünktchen mitnehmen." Zwei sind"s geworden, und niemand der 5000 im Ellenfeld bestritt die Berechtigung des Sieges.
Auch Neunkirchens Trainer Türk nicht: „Fürth siegte völlig zu Recht. Die Mannschaft war uns mit jedem einzelnen Mann überlegen." Im ersten Spielabschnitt operierte Fürth in abwartender Haltung, hatte angesichts der vielen Fehlpässe des Gegners aber bald jede Scheu abgelegt. Bergmann, Lausen und Unger hielten den Ball im Mittelfeld. Bopp rückte oft nach vorne und Hofmann hatte große Szenen gegen Lang. Ungers Slalomlauf bis in den Strafraum, an vier Borussen vorbei, wurde gerade noch von Lang gestoppt. Glänzend herausgespielt schließlich der einzige Treffer dieser Partie, zu einem Zeitpunkt, da Fürth nur zehn Mann auf dem Platz hatte: Lausen war kurz vorher verletzt an der Linie behandelt worden, konnte aber bald wieder weitermachen.
Noch zur Pause konnte Trainer Hoffmann nicht an ein glückliches Ende glauben: „Das ist erst der halbe Weg, jetzt werden die Neunkirchner kommen." Und Borussentrainer Türk war hoffnungsvoll: „Jetzt haben wir die Windunterstützung."
Die Borussen stürmten dann auch, nachdem sie zunächst mit Drenks und später mit Hohann zusätzliche Angreifer ins Spiel genommen hatten. Löwer durfte erstmals dem Saarpublikum zeigen, welch großartiger Schlußmann er ist. Ein wenig Glück bei Neunkirchens Chancen war auch dabei, doch noch mehr die sichere Abwehrarbeit von Ammon, Klump, Schülke und Schöpe. Fürth wurde 20 Minuten lang in die Defensive gezwungen, doch clever, ohne Hast und Hektik, wurde auch dieses Abwehrpensum erledigt.
Ab der 65. Minute startete die Spielvereinigung bis zum Ende immer wieder Konterattacken. Neunkirchens Torwart Ertz hatte sich eines Scharfschusses von Bopp zu erwehren, erhechtete Bälle nach Schüssen von Bergmann, Hofmann und Unger. Der Trainer des nächsten Fürther Heimgegners, der Völklinger Helmut Jo-hannsen, staunte über die routinierte, kluge Spielweise der Fürther und war der Meinung, daß sie einem zweiten Tor weitaus näher gewesen seien als die Neunkirchner.
Borussia Neunkirchen: Ertz - Schley, Bischoff, Histing, Lang - Bellaire (65. Johann), Henkes, Eichhorn - Schauß (46. Drenks), Müller, Schmidt - Trainer: Erwin Türk
SpVgg Fürth: Löwer - Lausen, Schöpe, Ammon, Klump - Unger, Bergmann, Schülke - Heubeck, Bopp, Hofmann - Trainer: Alfred Hoffmann
Tore: 0:1 Hofmann (30.)
Schiedsrichter: Quindeau (Ludwigshafen)
Zuschauer: 5000
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