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Saison 1974/1975
3. Spieltag - So., 18.08.1974, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - SV Röchling Völklingen 06
1:1 (0:1)
Wer noch an der Güte des Fußballs im Saarland zweifelte, wurde gestern im Rohnhof belehrt. Der SV Röchling Völklingen bewies nachdrücklich, wie sehr man an der Saar gewillt Ist, es dem Süden zu zeigen. Allerdings wies die SpVgg Fürth beim alles in allem gerechten 1:1 im Ronhof insonderheit in der zweiten Spielhälfte nach, daß sie mithalten kann.
Hatten im ersten Durchgang die Völklinger als Mannschaft harmonischer gewirkt und mit weiten, steilen Pässen immer wieder für Gefahr vor dem Fürther Tor gesorgt, so dominierten die Einheimischen nachher um so eindrucksvoller. Nicht zuletzt darf hier das Eckenverhältnis als Gradmesser für die Spielanteile gelten. Stand es bis zur Pause 2:2, so erzielten die Einheimischen nach dem Wechsel deren acht, während die Gäste nur noch drei Eckstöße ausführen konnten.
Kein Zweifel: der Fürther Kampfgeist nach Wiederbeginn, als die Kleeblättler wie entfesselt stürmten und — wie gegen Pirmasens — verzweifelt dem Torrückstand nacheilten, verdiente Anerkennung. Und das Publikum war dankbar. Es verabschiedete beide Mannschaften mit starkem Beifall. Wann hatte es dies im Ronhof schon gegeben, wenn die eigene Mannschaft das Feld nicht als Sieger verließ?
Die beiden Außenstürmer waren Fürths Trumpfkarten. Obwohl sich der „giftige" Latz wie ein Terrier an Heubeck hängte, vermochte er den antrittsschnellen Rechtsaußen nicht an die Kette zu legen. Lohn war schließlich der Ausgleichstreffer in der 80. Minute im Anschluß an den neunten Eckball. Auch der frühere Eisbachtaler Hofmann erwies sich als spritziger, trickreicher Mann, der sich gegen den robusten Kremet mehrfach durchsetzen konnte. Einschränkend muß jedoch vermerkt werden, daß er drei „Hundertprozentige", jeweils auf Flanken von Heubeck, vergab. Bopp konnte sich kaum der Doppelzange Paulus, Martin erwehren. Völklingens Libero Martin wartete darüber hinaus mit spektakulären Vorstößen auf und brachte mit prächtigen Steilvorlagen die Sturmspitzen Weschke, Dussier und Spohr wiederholt in günstige Schußposition.
Das war Völklingens Stärke: blitzschnelle Gegenstöße, wobei mit weiten Diagonalpässen die Fürther Abwehr wiederholt in arge Verlegenheit geriet. Gilbert Dussier zeigte in Fürth, daß er zu Recht im Mittelpunkt des Interesses steht. So sehr sich Schöpe auch mühte, er konnte Völklingens Tank nicht unter Kontrolle halten. Eine Glanzleistung des Luxemburgers unmittelbar nach dem Fürther Ausgleichstreffer in der 81. Minute: nacheinander ließ er Schöpe, Ammon und Lausen aussteigen, pog ab. doch der Ball zischte um zehn Zentimeter am Torpfosten vorbei ins Aus.
Einer der für den Tabellenführer typischen Spielzüge erbrachte in der 13. Min. den Führungstreffer. Hommrich trieb im Mittelfeld den Ball, Mittelfeldspieler Warker lief geschickt frei, ein Steilpaß und Warken schoß das Leder vorbei an dem zögernden Löwer, der sich nicht zum Herauslaufen entschließen konnte, ins Netz. Es gab noch zwei große Chancen für die Gäste bis Seitenwechsel. In der 23. Minute spielte der kaum zu bremsende Dussler Rechtsaußen Weschke frei, doch der schoß knapp daneben. Dann versagte Linksaußen Spohr, allein vor Löwer. Aber auch die Platzherren hatten klare Ausgleichsmöglichkeiten. Eine Heubeck-Hereingabe verstolperten Hofmann und Bopp gemeinsam, während ein weiterer Flankenballs Heubecks von Hofmann aus kürzester Entfernung daneben geköpft wurde.
Gleich nach Seitenwechsel dasselbe Bild. Wieder war Heubeck unaufhaltsam davongebraust, doch die Hereingabe verpaßte der unglücklich postierte Hofmann. Das Fürther Powerplay hielt bis zur 70. Minute unvermindert an. Bopp und Ungar trafen das Tor nicht. Einen tollen Heubeck-Schuß konnte der ausgezeichnete Stars nur abklatschen, doch auch Ungers Nachschuß wurde vom Röchling-Schlußmann zunichte gemacht. Als ein Kopfball Heubecks auf der Torlinie von Piloth für den bereits geschlagenen Stars gerettet worden war, schien es, als würden die Kleeblättler resignieren. Doch als der insgesamt gut leitende Schiedsrichter Aldringer bei einer Attacke Ammons gegen Spohr im Strafraum Großmut gezeigt hatte (er ließ seine Pfeife auch nach zwei spektakulären Stürzen Bergmanns im Völklinger Strafraum schweigen), wollten es die Einheimischen nochmals wissen und schafften doch noch den wohlverdienten Ausgleich.
Es war nicht zu übersehen, daß bei Fürth längst noch nicht alles nach Wunsch läuft. Es gab Mißverständnisse, überraschend auch im Mittelfeld, wo es Schülke trotz allen Mühens nicht gelang, das Spiel an sich zu reißen, Bergmann und Ungar mitunter zu lange mit dem Ball liefen. Libero Ammon wirkte umsichtig, wenngleich er nicht mit solch mächtigen Vorstößen aufwarten konnte wie sein Antipode Martin.
Fürths Coach Fred Hoffmann ist sich bewußt, noch viel Arbeit zu haben, ungeachtet der insgesamt imponierenden Leistung der Kleeblättler, die nach der Pause ein beeindruckendes Tempospiel vorführten und einen Kampfgeist an den Tag legten, den man ihnen kaum zugetraut hatte. Daß die spielerischen Mittel noch einer Verbesserung bedürfen, sollte allerdings den Akteuren mit dem Fürther Emblem auf der rechten Brustseite klar sein.
SpVgg Fürth: Löwer - Lausen, Schöpe, Ammon, Klump - Schülke (81. Heinlein), Bergmann, Unger - Heubeck, Bopp, Hofmann - Trainer: Alfred Hoffmann
SV Röchling Völklingen 06: Stars - Kremer, Paulus, Martin, Latz - Hommrich, Piroth, Warken - Weschke, Dussier, Spohr - Trainer: Helmut Johannsen
Tore: 0:1 Warken (12.), 1:1 Heubeck (81.)
Schiedsrichter: Aldinger (Waiblingen)
Zuschauer: 7000
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