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Saison 1974/1975
5. Spieltag - Mi., 28.08.1974, 18:15 Uhr
SpVgg Fürth - SV Darmstadt 98
1:3 (1:2)
So konfus wirkte schon lange keine Abwehr der SpVgg Fürth mehr wie die gestern im Ronhof, wo die Fürther gegen die SV Darmstadt 98 mit 1:3 (1:2) eingingen. Das Resultat  schmeichelt den Kleeblättlern; hätte nicht ein Peter Löwer in Prachtform zwischen den Pfosten gestanden, wäre eine Torlawine zu befürchten  gewesen.
War das bereits der Wegweiser für Fürths Rolle in der zweiten Bundesliga? Man muß es befürchten. So unbeholfen, unbeweglich — körperlich wie geistig — hat man die Mannschaft bereits beim SV Chio Waldhof zu Werke gehen  sehen. Die Entschuldigung, Spielmacher Bergmann habe an allen Ecken und Enden gefehlt und auf Torjäger Dennerlein müsse man schon seit vielen Wochen verzichten, wäre zu billig. Bedenklich muß vielmehr stimmen, daß ausgerechinet der 32jährige Winfried Schülke von allen Kleeblättlern noch am meisten in Bewegung war.
Die Fürther wurden mit dem System der Darmstädter nicht fertig. Schleiter, meist alleine ganz vorne und dauernder Unruhestifter, lenkte die Aufmerksamkeit der Fürther Deckung so sehr auf sich, daß die Spieler aus der zweiten Reihe, zurückhängenden Außen Lindemann und Weber, erst recht die der dritten mit Weiß, Dörrenerg und vor allem Drexler, beinahe ungehindert nach vorne stoßen und auf Löwers Tor knallen konnten. Dazu gesellte sich bei Darmstadt ein unerhörter Einsatz, der bisweilen die Grenzen des Erlaubten überschritt, von dem wohl  überschätzten Schiedsrichter Tschenscher kaum unterbunden. Wagner und Westenberger schafften es schließlich in Zusammenarbeit, daß Heubeck nach einer Stunde vom Platz humpeln mußte. .Meine Spieler sind zu brav", stellte Trainer Fred Hoffmann am letzten Samstag fest, als die SpVgg Fürth in Waldhof nur eine untergeordnete Rolle zu spielen vermochte. Das mag man auswärts noch verstehen. Sich aber auf eigenem Platz widerstandslos die Butter vom Brot nehmen zu lassen, rief unter den 4700 Zuschauern (wieviel werden es wohl demnächst sein?) Kopfschütteln hervor.
Praktisch gehörten den Kleeblättlern nur die ersten 20 Minuten, die mit unerhörtem Tempo begannen. Hier sahen die Gäste mitunter schlecht aus. Ehe Lausen das 1:0 glückte (13. Minute), hatte Deutsch bereits auf der Linie gerettet und Heubeck sowie Bopp klare Einschußmöglichkeiten ausgelassen. Doch war das Fürther Feuer gar bald erloschen. Die beiden Gegentreffer innerhalb von fünf Minuten verkrafteten die Einheimischen nicht. Der zweite Darmstadter Treffer war übrigens so großartig herausgespielt, daß der völlig freistehende Lindemann (wohl bester Spieler seiner Elf) nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte. Der erwartete Ansturm der Kleeblättler nach Wiederbeginn blieb aus. Vielmehr bestimmten die Gäste das Spiel. Sie hatten wenigstens noch ein halbes Dutzend glasklarer Chancen. Hier zeichnete sich Löwer mit großartigen Paraden aus. Hätte der Fürther Keeper mit einer ebenso unter dem Durchschnitt liegenden Leistung aufgewartet wie die Feldspieler, dann gute Nacht, Kleeblatt.
Trainer Fred Hoffmann wird alles daransetzen müssen, der Mannschaft wieder so etwas wie Moral einzuflößen. Sie bedarf nach den beiden überaus schwachen Vorstellungen in Waldhof und am gestrigen Abend unbedingt einer beträchtlichen Stärkung.
SpVgg Fürth: Löwer - Lausen, Schöpe, Ammon, Klump - Schülke, Heinlein - Heubeck (64. Puscher), Bopp, Unger, Hofmann - Trainer: Alfred Hoffmann
SV Darmstadt 98: Rudolf - Deutsch (78. Pampuch), Westenberger, Bechtold, Wagner - Dörenberg, Drexler, Weber - Schleiter (85. Metz), Weiss, Lindemann - Trainer: Udo Klug
Tore: 1:0 Lausen (13.), 1:1 Bechtold (29.), 1:2 Lindemann (32.), 1:3 Lindemann (83.)
Schiedsrichter: Tschenscher (Mannheim)
Zuschauer: 4700
Gelbe Karten (Gast): Westenberger
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