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Saison 1974/1975
18. Spieltag (Nachholspiel) - Sa., 11.01.1975, 14:30 Uhr
1. FC Saarbrücken - SpVgg Fürth
2:0 (1:0)

Sieger Saarbrücken spendete Lob, aber Kleeblättler verloren erneut.
Fürth ohne Schützen. Eckenverhältnis 8:12.
Trainer Fred Hoffmann nach dem 0:2 im Ludwigspark: "Dem Angriff fehlte die kompromisslose Entschlossenheit".
Beide Treffer fielen zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Donnerschlag im Ronhof.
Das Kleeblatt-Präsidium griff hart durch.
Fürth feuerte die Spieler Winfried Schülke und Jürgen Ammon fristlos.

Sie war zu erwarten, die 2:0-NiederIage der SpVgg Fürth beim 1. FC Saarbrücken, einem der Favoriten für die Meisterschaft der zweiten Bandesliga Süd. Nicht zu erwarten war allerdings nach all dem, was sich in jüngster Zeit im und um den Rohnhof getan hatte, eine mit großem Einsatz kämpfende Kleeblatt-Mannschaft, die dem nunmehrigen Tabellenzweiten das Siegen denkbar schwer machte.
Hinterher meinte Fred Hoffmann: „Es war unser Schicksal in beiden Spielhälften, jeweils zum unglücklichen Augenblick Tore hinnehmen zu müssen. An Torgelegenheiten hat es nicht gefehlt. Aber dem Angriff fehlte erneut die Bopp ins Spiel zu nehmen war der verzweifelte Versuch, das Steuer noch herumzureißen." Der Saarbrücker Trainer Slobodan Cendic lobte: „Wir waren alle von der Stärke der Fürther überrascht."
Um jegliche Zweifel auszuschalten: der Sieg des 1. FCS war vollauf verdient. In seinen Reihen standen überwiegend die besseren Einzelspieler; das technische Übergewicht konnfe nicht übersehen werden. Darüber hinaus muß der neuerworbene jugoslawische Rechtsaußen Spasovski ungeachtet aller Eingewöhnungsschwierigkeiten als Verstärkung angesehen werden. Wiederholt gelang es ihm, den zähen, ehrgeizigen Jensen auszumanövrieren.
Zwar hatten die Saarbrücker optisch meist ein Übergewicht, doch blieben die Gäste mit schnellen Gegenstößen, überwiegend von den Flügelstürmern Heubeck und Hofmann sowie dem agilen Unger inszeniert, stets gefährlich. Die Kleeblättler verharrten keineswegs in der Defensive. Vor allem Vorstopper Lausen, der dem ausgezeichneten Fazlic beherzte Zweikämpfe lieferte, schaltete sich wiederholt in den Angriff mit ein. Sein besonders Pech war es, als er in der 64. Minute beinahe den Ausgleich erzielt hätte - seinen Scharfschuss parierte Muche mit phantastischer Reaktion -, während im Gegenzug seinem Widerpart Fazlic das entscheidende 2:0 gelang.
Auch das Führungstor des 1. FCS fiel nach genau einer halben Stunde zu einem Zeitpunkt, als sich bei den Platzherren bereits Nervosität auszubreiten schien, und ein Teil der mit großen Erwartungen in den Ludwigspark gekommenen 12 000 Zuschauer bereits zu pfeifen begonnen hatte. Als niemand mit einem Treffer rechnete, bekam der aufgerückte Verteidiger Ernst Traser einen abgewehrten Ball auf den Spann und jacte ihn mit unerhörter Wucht in die Maschen. Hier war der Schreck dem tüchtigen Fürther Zerberus in die Glieder gefahren.
Übersicht zeichnete Bergmann in seiner Rolle als Libero aus. Wenn die Möglichkeit bestand, stürmte er mit nach vorne, ohne jedoch seine primäre Aufgabe, die Abwehr zu dirigieren, zu vernachlässigen. Der zuverlässige Klump gestattete dem insgesamt enttäuschenden Holzer nur wenig. Aufopfernd stemmte sich Heinlein dem bulligen Magath entgegen, dem Mittelfeld-Motor der Saarbrücker.
Man kann der SpVgg Fürth ungeachtet der neuerlichen Niederlage den Respekt vor der Leistung in Saarbrücken nicht versagen. Auch Profi-Fußball bleibt Sport. Gegen den Besseren zu verlieren, ist legitim.
Was jedoch bleibt, ist eine gehörige Portion Skepsis. Nach allen Wirren der letzten Wochen liegt es nunmehr an der Mannschaft zu beweisen, besser zu sein als man nach dem bisherigen Abschneiden annehmen muss. Vor allem aber gilt es, den im Hickhack der letzten Tage ramponierten Ruf wieder herzustellen. Denn eines sollte nicht übersehen werden: noch immer wird das Kleeblatt als Gütezeichen der Stadt Fürth gewertet, auch wenn es die Spieler neuerdings auf der rechten Brustseite tragen.

Pitt

1. FC Saarbrücken: Muche - Steffen, Heinz Traser, Schmitt, Ernst Traser - Finkler (77. Hähnchen), Denz, Magath - Spasovski, Fazlic, Holzer (82. Lübeke) - Trainer: Slobodan Cendic
SpVgg Fürth: Löwer - Klump, Lausen, Bergmann, Jensen - Detsch (73. Bopp), Heinlein, Unger - Heubeck, Ruhdorfer (73. Bajlitz), Hofmann - Trainer: Alfred Hoffmann
Tore: 1:0 E. Traser (30.), 2:0 Fazlic (65.)
Schiedsrichter: Föckler (Weisenheim)
Zuschauer: 12000
Gelbe Karten: Spasovski
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