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Saison 1974/1975
32. Spieltag - Sa., 26.04.1975, 15:30 Uhr
SpVgg Bayreuth - SpVgg Fürth
2:0 (1:0)
Die Talfahrt der SpVgg Fürth hält unvermindert an. Beim Namensvetter im benachbarten Bayreuth gab es nichts zu erben. Dabei legten die Platzherren nicht mit "voller Pulle" los; vielmehr genügte ihnen eine Durchschnittsleistung, die Fürther klarer zu distanzieren, als es das 2:0 (1:0) besagt.
Die Kleeblättler lieferten, sieht man von der katastrophalen Vorstellung in Worms ab, ihr schwächstes Auswärtsspiel. Nichts wollte-gelingen: kein Doppelpaß geriet, kaum war ein Spiel ohne Ball zu bemerken, drei Viertel aller Zweikämpfe gewannen die Bayreuther. Die Fürther Spieler schienen last alle wie gelähmt. Die nervliche Belastung des unbedingten Gewinnenmüssens war offenbar zu groß. Sie bewirkte, daß kaum ein Fürther Spieler Normalform erreichte.
Hinzu kam auch noch eine Portion Pech. Als Libero Bergmann in der 38. Minute in den Bayreuther Strafraum eindrang, wurde er klar gelegt, doch der Pfiff des ansonsten gut leitenden Schiedsrichters Greiner blieb aus. Vielleicht war Bergmanns Sturzflug einen Deut zu theatralisch. Eine Minute später landete ein Heubeck-Schuss an der Oberkante des Torkreuzes. Unmittelbar vor der Pause brachte der wie ein braver, biederer Amateur wirkende Fürther Linksaußen Hofmann das Kunststück fertig, allein vor dem Bayreuther Tor unbehindert zunächst Schlussmann Mahr anzuschießen, den Abpraller aus vier Meter Entfernung abermals nicht im Netz unterzubringen. Zu allem Unglück unterlief dem ansonsten wiederum glänzend haltenden Löwer in der 50. Minute ein verhängnisvoller Fehler, ala er bei einem Eckball zunächst zwei Schritte zum hereinfliegenden Ball machte, dann jedoch stehen blieb, so daß Sichmann, der drangvollste Bayreuther Angreifer, ungehindert zum bereits alles entscheidenden 2:0 einköpfen konnte. Schließlich hätte auch der Bayreuther Führungstreffer in der 22. Minute verhindert werden können. Bergmann hatte dem anstürmenden Ex-Nürnberger Grimm dag Leder bereits abgejagt; schoß dann jedoch Grimm an, der abermals in Ballbesitz kam, flach in den Strafraum flankte, wo Bayreuths Linksaußen Hofmann reaktionsschnell vor der Fürther Abwehr an den Ball kam und eindrückte.
Von den Fürther Abwehrspielern machte Klump, den Trainer Hoffmann auf Größler angesetzt hatte, noch mit Abstand den besten Eindruck. Jensen, dessen Verletzung immer noch nicht ausgeheilt ist, hatte mit Hofmann seine liebe Not. "Oldtimer" Bobby Breuer war nicht nur schneller als Lausen, er kennte darüber hinaus schalten und walten wie er wollet. Auch Heinlein brachte, sonst die Zuverlässigkeit in Person Sichmann nie unter Kontrolle. Gegen das verwirrende Wechselspiel der sich in der Angriffsspitze ständig abwechselnden Breuer und Sichmann fanden die Fürther kein Mittel.
Gerhard Bopp versuchte es einige Male auf eigene Faust, verfehlte in der 80. Minute bei einem Kopfball nur knapp das Tor, scheiterte letztlich ebenso wie Unger, der gegen Grimm nicht zum Zuge kam. Von den Angriffsspitzen deutete nur der wiedergenesene Heubeck seine Gefährlichkeit an. Grabmeier wurde von dem resoluten Kaul gebremst. Dennerlein, nach einer Stunde für Hofmann eingewechselt, gelangen nur zwei schüchterne Schußversuche.
Insgesamt eine Fürther Mannschaft, die auf dem holprigen, ungepflegten Rasen des ansonsten einem Schmuckkästchen gleichenden Stadions der Stadt Bayreuth Merkmale eines Abstiegskandidaten aufwies. Konnte man bislang den Kleeblättlern auch bei verloren gegangenen Auswärtsspielen meist bescheinigen, guten Fußball gezeigt zu haben, So gilt dies für Bayreuth nicht. Was die Mannschaft bot, war Stückwerk, ohne Saft und Kraft, kein Aufbäumen angesichts der prekären Situation, eher bereits ein Resignieren. Von Härte und Kampfkraft, ohne die eine Mannschaft nicht bestehen kann, war bei der Fürther Mannschaft nur wenig zu bemerken.
Noch bleibt trotz allem der SpVgg Fürth eine, wenn auch gering gewordene Chance, sich zu retten. Mit der Moral von Bayrenth wäre allerdings das Schicksal der Kleeblattler bereits besiegelt. Es wird sich am Samstag gegen die auswärtsstarken Mainzer zeigen, ob hierin noch eine Wende eintreten kann.
SpVgg Bayreuth: Mahr - Klinkisch, Bleckert, Grimm, Lucas, Kaul, Größler, Horn, Breuer - Sichmann, Hofmann - Trainer: Gerhard Happ
SpVgg Fürth: Löwer - Klump, Jensen, Lausen, Bergmann, Bopp, Heubeck, Heinlein, Grabmeier, Unger, Hofmann (61. Dennerlein) - Trainer: Alfred Hoffmann
Tore: 1:0 Hofmann (22.), 2:0 Sichmann (50.)
Schiedsrichter: Greiner (Ulm)
Zuschauer: 6000
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