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Saison 1974/1975
36. Spieltag - Sa., 31.05.1975, 15:30 Uhr
FC Homburg - SpVgg Fürth
2:2 (2:1)

Zum „Torschützen vom Dienst" hat sich Gerhard Bopp bei der SpVgg Fürth gemausert. Wie schon in den Wochen zuvor, als Bopp-Treffer meist die Entscheidung brachten, so ergab in Homburg sein Tor zwei Minuten vor dem Schlußpfiff das kaum noch für möglich gehaltene Unentschieden von 2:2.
Dieser Punktgewinn läßt die Kleeblättler weiterhin hoffen, am Ende den Erhalt der zweiten Bundesliga zu schaffen.
Zweifellos war aus Fürther Sicht dieses Tor kurz vor Schluß die erfreulichste Aktion des gesamten Spieles. Bei einem indirekten Freistoß tippte Jensen das Leder täuschend an und Bopp mogelte den Ball an der Homburger Mauer vorbei flach in die äußerste Ecke. Verständlich, daß Gerhard Bopp am Ende beinahe erdrückt worden wäre und die Fürther Freudentänze aufführten.
Vorher gab es dazu kaum Grund. Mit dem holprigen Platz kam die SpVgg Fürth nicht zurecht, fand kaum jemals zu ihrem Spiel und mußte sich von den Einheimischen über weite Strecken das Geschehen diktieren lassen. Die Fürther Abwehr konnte sich nur sehr schwer auf die Taktik des FC Homburg einstellen, der nur mit Ludwig und Diener als Angriffsspitzen operierte, aber überfallartig je nach der Situation auch mit sechs und sieben Spielern stürmte. Hierin taten sich Lenz und der Ex-Kaiserslauterer Reinders besonders hervor. Allerdings nur bis etwa zur 75. Minute. Dann war bei den Homburgern „der Dampf raus".
Bereits der erste Homburger Eckball ergab in der 12. Minute das 1:0. Den tückisch aufspringenden Ball verfehlte Löwer ebenso wie Unger, während der erst im Dezember 1974 zum FC Homburg gestoßene frühere Vereinskamerad Lausens aus gemeinsamer Essener Zeit mehr Glück hatte, den Ball traf und ins Netz lenkte. Sieben Minuten später flankte Reinders hoch vor das Tor - Löwer griff wieder nicht ein -, wo der wuchtige und nur schwer vom Ball zu drängende Torjäger Ludwig am höchsten sprang und zum 2:0 einköpfte. Ludwig wird übrigens für eine Ablösesumme von 300000 DM (so war jedenfalls zu hören) künftig beim Exbundesligisten Fortuna Köln stürmen.
Endlich schien das Schicksal ein Einsehen mit Fürth zu haben: als Gerhard Bopp nach einem Freistoß das Leder vor das Tor hebt, greift der junge, erstmals bei Homburg für den zuletzt recht schwachen Kirsch im Tor stehende Hedtmann daneben, Dennerlein und Walter Müller springen nach dem Ball, der von Homburger Abwehrspielers Arm abprallt und gemächlich zum 1:2 ins Netz kullert.
Kurz zuvor hatte Unger die wohl klarste Chance des gesamten Spiels, brachte jedoch das Kunststück fertig, aus drei (!) Meter Entfernung das Leder über das leere Tor zu dreschen. Und kurz vor der Pause vergab der offensichtlich ausgelaugte Unger nach einem Bergmann-Solo kläglich das durchaus mögliche 2:2, das allerdings den Spielverlauf völlig verzerrt hätte. Vielmehr durfte Fürth froh sein, mit nur einem Tor im Rückstand in die Pause gehen zu können.
Nachher, mit Heinz Popp für den verletzten Heinlein, kam wohl etwas mehr Schwung in das Fürther Spiel, die Abwehrschwächen blieben jedoch. Einem Ludwig-Tor in der 64. Minute versagte der es an sich mit den Homburgern gut meinende Schiedsrichter Meuser die Anerkennung, Diener und Lenz vergaben klare Tormöglichkeiten. Allmählich erlahmte die Kampfkraft der anfangs mitunter beinahe brutal eingestiegenen Reinders, Walter Müller, Lenz und Renger.
Mit Grabmeier für den wiederholt böse gefoulten Dennerlein setzten die Fürther in der letzten Viertelstunde gegen die nachlassenden Homburger alles auf eine Karte, mobilisierten die letzten Kräfte, stürmten bedingungslos und kamen, als niemand mehr damit rechnete, doch noch zum glücklichen Remis.
Mit diesem Unentschieden holte die SpVgg Fürth aus den letzten vier Spielen 7:1 Punkte. Dennoch kann sich die Mannschaft längst noch nicht in Sicherheit wiegen. Vielleicht aber am nächsten Sonntagnachmittag vorausgesetzt, sie hat daheim gegen den 1. FC Saarbrücken gewonnen.

FC Homburg: Hedtmann - Heberle, W. Müller, Leunissen, Buchberger (46. Meiners) - A. Müller, Reinders, Lenz, Renger (75. Lang) - Diener, Ludwig - Trainer: Uwe Klimaschefski
SpVgg Fürth: Löwer - Klump, Lausen, Bergmann, Jensen - Bopp, Heinlein (46. Popp), Unger - Heubeck, Dennerlein (67. Grabmeier), Hofmann - Trainer: Alfred Hoffmann
Tore: 1:0 Leunissen (12.), 2:0 Ludwig (19.), 2:1 W. Müller (27., Eigentor), 2:2 Bopp (88.)
Schiedsrichter: Meuser (Ingelheim)
Zuschauer: 2000
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