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Saison 1995/1996
2. Spieltag - Sa., 05.08.1995, 15:00 Uhr
SV Darmstadt 98 - SpVgg Fürth
7:1 (1:0)
Gegen Ende des Spiels wurden die Darmstädter Fans übermütig. "Nur noch drei, nur noch drei", forderten sie. Das wäre des Guten aber wirklich zuviel gewesen, wenn der SV Darmstadt 98 das Meisterschaftsspiel der Fußball-Regionalliga Süd gegen die SpVgg Fürth zweistellig gewonnen hätte. 7:1 (1:0) ist ja nun auch was. 7:1 bei 41,4 Grad Celsius, gemessen während der Pause auf dem Spielfeld. Den schwammigen und negativ belasteten Begriff "Sommer-Fußball" schössen die Darmstädter zum Stadion hinaus und modelten ihn um: Fußball-Hoch im Hochsommer. "Die sind stark, wir sind stark genug, sie zu schlagen", hatte 98er-Spielertrainer Gerhard Kleppinger in der Vorschau auf das Spiel gesagt. Eine treffliche Prognose. Dass seine Mannschaft aber derart hinlangen würde, das kam selbst für Kleppinger überraschend. Immerhin waren die Fürther der Auswärtsmeister der zurückliegenden Runde. 24:10 Punkte auf fremdem Platz zeugten von Stärke. Und nun wurden sie innerhalb von 45 Minuten demoliert und vorgeführt.
Fürths Trainer Bertram Beierlorzer konnte es nicht fassen. Das war überhaupt die erste Niederlage, seit er die Mannschaft betreut, "und ich kann mich nicht daran erinnern, dass die SpVgg mal so hoch verloren hätte". Dabei fügte Fürth seinen Teil zum überdurchschnittlichen Niveau der Partie bei, zumindest in der ersten Halbzeit. Beide Teams scherten sich nicht um die erschwerten Arbeitsbedingungen, stürmten munter und gekonnt drauflos. Es war in der ersten Halbzeit zwar nur ein Treffer zu notieren - nach einer Flanke von Stefan Trautmann zirkelte Manndecker Xaver Zembrod den Ball ins Tor (26.) - , es hätte freilich hüben wie drüben mehr herausspringen können. Insbesondere Carsten Lakies wird dem zustimmen. Was sich erst zäh anließ, klappte nach dem Wechsel wie am Schnürchen. Thomas Weiß verwertete Jens Krinkes Flankenschlag zum 2:0 (49.), und Krinke selbst spitzelte aus komplizierter Lage den Ball zum 3:0 ins Netz (65.).
Alles gelaufen? Noch nicht ganz, denn Torhüter Tom Eilers patzte im Gegenzug, hielt den Ball nicht fest, und Frank Türr nutzte die Chance (66.). Als jedoch Trautmann in der 69. Minute den zentimetergenauen Freistoß von Michael Klein in den Winkel köpfte, gab es für den SV. 98 kein Halten mehr. Trautmann volley (73.), Jochen Dewitz listig (77.) und Jose Perez mit Köpfchen (84.) vollendeten die sieben auf einen Streich. Beierlorzer lamentierte, man sei sang- und klanglos untergegangen: "Die Mannschaft hat sich nicht gewehrt." Ja, in der zweiten Halbzeit war fast jeder Schuss der Hessen ein Treffer. Deswegen ist es auch müßig, über umstrittene Elfmeterentscheidungen des Schiedsrichters zu spekulieren: Strafstoß und Handspiel gleich in der 6. Minute im Fürther Strafraum? Platzverweis gegen Thomas Seitz nach Notbremse gegen Lakies (51.)? Schiedsrichter Hans-Joachim Lippus jedenfalls brachte das lange Zeit brodelnde Spiel (sieben gelbe Karten) gut über die Zeit.
Auch Kleeblatt-Spielerobmann Wolf Nanke war nach dem Spiel sprachlos. "Bis zur Pause war das Spiel bei einer 1:0-Führung der Hessen relativ offen. Nach dem 2:0 ist unsere Mannschaft aber völlig auseinandergebrochen. Gegen uns hätte diesmal auch jede Bezirksligamannschaft mindestens vier Tore gemacht. Diese Aussage soll aber die Leistung der Darmstädter nicht schmälern. Das Team hat sich zerlegen lassen", klagte er nach dem Spiel. Bei den Ronhofern fehlt zwar weiterhin Günter Güttler, dafür wird Dumpert am kommenden Freitag daheim gegen die SpVgg Ludwigsburg wieder dabei sein. Ab 19 Uhr heißt es dann, eine Wiedergutmachung muss her. Immerhin zählen die Fürther in dieser Saison zu den Meisterschaftsfavoriten. Mit einer solchen Rolle hatte die Elf schon immer Probleme. Gegen Ludwigsburg wird sich zeigen, ob die Blamage in Darmstadt ein einmaliger Ausrutscher war oder ob die SpVgg Fürth wie im Vorjahr auch diesmal mit einer Negativserie in die Punkterunde startet.
SV Darmstadt 98: Eilers - Kleppinger - Schott, Zembrod - Schmidt, Trautmann, Klein (80. Perez), Krinke, Chmielewski - Weiß (84. Straschil), Lakies (63. Dewitz) - Trainer: Gerhard Kleppinger
SpVgg Fürth: Menger - Beierlorzer - Th. Seitz, Schneider - Lotter, Fuchs (53. Hennig), H. Seitz (77. Herrmann), Weidhaus, Plößner (32. Dumpert) - Müller, Türr - Trainer: Bertram Beierlorzer
Tore: 1:0 Zembrod (25.), 2:0 Weiß (49.), 3:0 Krinke (65.), 3:1 Türr (66.), 4:1 Trautmann (69.), 5:1 Trautmann (73.), 6:1 Dewitz (77.), 7:1 Perez (84.)
Schiedsrichter: Lippus (Schönberg)
Zuschauer: 2025
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