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Saison 1995/1996
8. Spieltag - Sa., 16.09.1995, 15:00 Uhr
Stuttgarter Kickers - SpVgg Fürth
3:1 (0:0)
Die SpVgg Fürth kann sich die Hoffnung auf einen Spitzenplatz in der Fußball-Regionalliga Süd zumindest vorerst abschminken. Völlig zu Recht verloren die Ronhofer das Auswärtsspiel beim Spitzenreiter Stuttgarter Kickers 1:3, obwohl die Schwaben keineswegs meisterlich aufgespielt haben. Eine Halbzeit lang ist das Konzept der Ronhofer aufgegangen. Sie zeigten sich im Abwehrbereich stark verbessert. Das lag nicht nur an Libero Güttler allein, sondern auch an einem durch und durch motivierten Thomas Seitz. Er lieferte sich mit dem Stuttgarter Markus Sailer einen packenden Zweikampf. Letztlich hat Seitz aber wieder einmal verloren. In der 56. Minute köpfte der Kickers-Stürmer eine Flanke in den Strafraum bilderbuchmäßig ein. Das Tor war der Anfang vom Ende der Fürther Hoffnungen. Die Gäste zeigten in der Folge aber auch zuviel Respekt vor dem Tabellenführer, der durchaus verwundbar war, in den Fürthern aber einen dankbaren Gegner fand.

Die Kickers begannen längst nicht so rasant wie erwartet. Die erste Drangperiode wurde allzu zögerlich durchgeführt. Während die Abwehr um Libero Güttler Sicherheit ausstrahlte, zeigte Torwart Andreas Menger Nerven und ungewohnte Unsicherheiten. Diese konnten die Schwaben aber nicht, nutzen. In der 41. Minute brachte Kickers-Stürmer Markus Beierle zwar den Ball im Fürther Tor unter, doch der Treffer wurde wegen Abseits zu Recht nicht gegeben. Was aber bedenklich stimmt: Zuvor hatte Sailer die Fürther Verteidigung genarrt. Er spielte drei Mann aus und hätte eigentlich selbst einschießen können. War es allzu großer Respekt vor einem verunsicherten Gegner oder die Angst vor der eigenen Courage? Auf jeden Fall ließen die Ronhofer die Gastgeber gewähren. Selbst unternahmen sie recht wenig, zumal Trainer Bertram Beierlorzer mit Türr lediglich eine einzige Sturmspitze aufgeboten hatte.

Türr machte die Sache an seinem Geburtstag ordentlich. In der 18. Minute zwang er den Kickers-Schlussmann zum Nachfassen, und vier Minuten vorher hatte er das Ziel knapp verfehlt. Auch wenn die Fürther bis zur Pause das 0:0 gehalten haben, die Schwaben wankten in der Abwehr, doch dies wurde nicht genutzt. Dies lag aber vor allem am mangelnden Selbstvertrauen der Gäste. Ging die Taktik der Fürther vor der Pause einigermaßen auf, so versäumten sie es nach der Pause, die Initiative zu übernehmen und selbst das Tempo zu bestimmen. Die Revanche folgte auf dem Fuß. In der 56. Minute gelang den Schwaben das 1:0. Mit einem herrlichen Flugkopfball besorgte Markus Sailer diesen Treffer. Sein Gegenspieler Thomas Seitz, gegenüber der Reutlingen-Partie in Bestform, konnte nichts ausrichten, weil Markus Lotter und Günter Güttler beide an der Flanke "vorbeisegelten". Zwei Minuten vorher waren die Schwaben bei einem Tor zu Recht zurückgepfiffen worden, weil Schlussmann Menger behindert worden war.

Danach konnte man den Fürthern vorwerfen, dass sie nicht schnell genug auf Offensive umgeschaltet haben, zumal Torwart Menger (68.) wieder einmal den Ball nicht festhalten konnte. Das verunsichert. Die Quittung für diese Defensiv-Einstellung gab es in der 71. Minute. Adnan Kevric zog aus rund 20 Metern Entfernung ab. Der Sonntagsschuss passte genau in den linken Winkel. Menger hatte in dieser Szene wirklich nichts zu bestellen. Das Tor geht nicht auf sein Konto, sondern auf das der Verteidiger, die Kevric einfach zum Schuss kommen ließen. Sechs Minuten später gab es endlich einmal einen gelungenen Fürther Angriff. Der zuletzt oft gescholtene Markus Lotter stand nach Vorarbeit von Bernd Müller frei vor dem Tor, traf aber nur den Pfosten. Müller selbst besorgte in der 83. Minute auf Vorarbeit von Türr den Anschlusstreffer. Er wurde freigespielt und behielt auch die Nerven. Erst in der 67. Minute war Müller eingewechselt worden.

Die Freude über dieses Tor dauerte aber nur Sekunden. Beierle nutzte die Verwirrung im Fürther Strafraum, als die Verteidiger vergeblich und auch berechtigt auf den Abseitspfiff gewartet haben. Kevric spielte Beierle frei, und dieser konnte sich die Ecke aussuchen. Letztlich haben die Ronhofer in Stuttgart enttäuscht. Sie handelten sich zwar von den Gastgebern Lob ein - Kickers-Trainer Wolfgang Wolf: "Fürth ist gar nicht so schlecht, wie der Tabellenplatz beweist" -, zeigten aber zu viele Unsicherheiten, um als Spitzenteam gelten zu können. Stuttgart war an diesem Tage verwundbar, doch die Kleeblättler hatten offensichtlich so viel mit sich selbst zu tun, dass sie dies gar nicht gemerkt haben. Auf jeden Fall wurde wieder einmal eine Chance verspielt, in der Tabelle nach vorne zu rücken.
Stuttgarter Kickers: Klaus - Malchow - Wüllbier, Novodomsky (38. Dürr) - Hofacker, Raspe, Kevric (74. Sturm), Gora, Janic - Sailer (79. Farh), Beierle - Trainer: Wolfgang Wolf
SpVgg Fürth: Menger - Güttler - T. Seitz, Förster - Lotter, Beierlorzer, Dumpert, Weidhaus, H. Seitz (67. Müller), Plößner - Türr - Trainer: Bertram Beierlorzer
Tore: 1:0 Sailer (56.), 2:0 Kevric (71.), 2:1 Müller (83.), 3:1 Beierle (84.)
Schiedsrichter: Lehnardt (Heringen)
Zuschauer: 3000
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