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Saison 2014/2015
BFV-Verbandspokal, Halbfinale - Fr., 01.05.2015, 16:00 Uhr
SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Nürnberg
0:3 (0:1)
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Vor einer – für den Frauenfußball – bemerkenswerten Kulisse von über 200 Zuschauern schied die SpVgg Greuther Fürth im Halbfinale aus dem BFV-Verbandspokal aus. Auf dem heimischen Kunstrasen des Trainingszentrums der Bundesligaprofis empfing die Mannschaft von Oliver Fürstenhöfer die Regionalliga-Elf des 1. FC Nürnberg und musste sich am Ende mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

Leider, so aus Fürther Sicht, war der Klassenunterschied von der ersten Minute an zu sehen. Zwar war es Nina Kohout im Kleeblatt-Dress, die den ersten Torschuss abgab, als sie in der elften Minute einen Freistoß aus gut 16 Metern links am Tor vorbei setzte, doch die Gefährlichkeit der Nürnbergerinnen war zuvor bereits zu sehen gewesen. Immer wieder war es Luisa Richert, die in der Mitte ihre Freiheiten zu nutzen wusste und mit gefährlichen Pässen ihre Offensivkolleginnen in Szene zu setzen versuchte. Besonders über die linke Angriffsseite wurde es dann oft brenzlig. So in der 15. Minute, als Richert Leonie Vogel den Ball mustergültig durch die Schnittstelle zwischen Vanessa Faßold und Nina Kohout in den Lauf legte. Die Nürnbergerin zog nach innen und hob die Kugel an Sandra Klug vorbei ins lange Eck zur Führung.

„Wir haben den Gegenspielerinnen zuviel Freiraum gelassen“, analysierte Sabrina Schroll nach der Partie und auch Stefanie Delatron kam auf das gleiche Ergebnis: „Die Mitte war zu offen und so konnten die Gegner immer wieder mit langen Bällen hinter unsere Abwehr kommen. Wir haben die erste Halbzeit einfach verschlafen.“ Falls es hierfür noch einen Beleg gebraucht hätte, lieferte diesen erneut Luisa Richert. Vier Minuten nach der Führung erhöhte sie bereits auf 2:0 für die Regionalligisten. Unbedrängt legte sie sich das Spielgerät selbst zurecht, sah Sandra Klug vielleicht einen Schritt zu weit vor dem Tor stehen und lupfte den Ball schließlich genau in das Dreieck – die Fürther Keeperin streckte sich vergebens und konnte die Kugel schließlich nur noch aus dem Tor holen.

Die SpVgg bekam in der Folge weiterhin kaum Zugriff auf das Spiel, auch wenn Spielführerin Katharina Franke in der 22. Minute Richert kopieren wollte und ebenfalls aus zweiter Reihe auf das Tor der Gäste schoss. Torhüterin Michelle Pistoia hatte aber keine Mühen, den Schuss aufzunehmen. Nur selten kamen die Fürtherinnen – wie eben gerade durch Franke – zu Entlastung, denn über weite Strecken war es Einbahnstraßenfußball auf das Tor von Sandra Klug zu. Zunächst traf Sina Zimmermann, nachdem sie sich gegen Lara Schmidt durchgesetzt hatte, an das Außennetz (25.), dann konnte Klug gegen Nicole Munzert – wieder schön von Richert bedient – gerade noch zur Ecke klären (28.).

Nach einer halben Stunde etwa, schalteten die Gäste einen Gang zurück, ohne allerdings den Fürtherinnen zuviel Freiheiten zugestehen zu wollen. Die Partie beruhigte sich etwas und die Torszenen wurden seltener. Drei Minuten vor Ende des ersten Durchgangs noch einmal tiefes Durchatmen bei den Fürtherinnen, als erneut Munzert über den Fürther Querbalken schoss.

In der Pause fassten die Fürtherinnen noch einmal Mut und kamen zurück. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die erste große Gelegenheit wieder auf Seiten der Gäste zu notieren war: Andrea Walter konnte gegen Vogel nicht entscheidend klären und diese schloss ab. Sie drehte den Ball um die heraus kommende Sandra Klug herum, schließlich konnte allerdings Nina Kohout noch einmal in letzter Sekunde retten (49.). Dann jedoch begann die stärkste Phase der Fürtherinnen.

In der 51. Minute hatte sich Christina Maier schön auf der linken Seite durchsetzen können und schlug die Flanke in den Strafraum. Dort verpasste zunächst Anna Buckel, doch Lara Schmidt kam in aussichtsreicher Position zum Abschluss, setzte den Ball aber über das Nürnberger Tor. Drei Minuten später bediente Schmidt mit einem wunderschönen Pass Christina Maier, deren Schuss konnte allerdings von der aufmerksamen Simone Grimm geblockt werden. Dann antworteten die Gäste: Einen Torschuss der Nürnbergerinnen konnte eine Fürtherin zur Ecke abfälschen, die von Vogel auf den zweiten Pfosten getreten wurde. Sandra Klug verschätzte sich und segelte unter dem Ball hindurch, Laura Felbinger am Pfosten kam nicht vor Kim Urbanek an die Kugel und letztere drückte den Ball per Kopf zum dritten Mal über die Linie (65.).

Auch wenn die Partie nun entschieden war, wollten die Fürtherinnen nicht die Köpfe in den Sand – beziehungsweise das Granulat des Kunstrasens – stecken und boten den zahlreichen Zuschauern für ihr Geld ansehnliche Gegenwehr. In der 68. Minute drang Christina Maier in den Strafraum ein und wurde von einer Nürnbergerin gefoult. Die folgerichtige Entscheidung der souverän leitenden Schiedsrichterin Annette Hanf: Strafstoß. Nina Kohout legte sich den Ball zurecht und zielte auf die – aus ihrer Sicht – linke untere Ecke. Pistoia tauchte ab und konnte auch diese Chance vereiteln.

Nürnberg ruhte sich nun auf der komfortablen Führung aus und ließ die Fürther – die im zweiten Durchgang aber auch deutlich verbessert agierten – machen. Sieben Minuten vor dem Ende bediente Sabrina Schroll Maier, die aus acht Metern  abzog und auch diesmal die Torhüterin nicht überwinden konnte. Diese wurde von Maiers Geschoss allerdings voll im Gesicht getroffen und konnte nicht mehr weiter spielen. Während Ersatztorhüterin Gülpers auf das Feld kam, kümmerte sich der Fürther Mannschaftsarzt Dr. Purucker wie selbstverständlich gemeinsam mit den Nürnberger Betreuern um die verletzte Torhüterin.

Und noch einmal sollte das Kleeblatt vor das Gehäuse der Gäste kommen, doch auch ein Maier-Schuss aus 15 Metern Distanz – nach schöner Flanke von Sabrina Schroll – brachte keinen Erfolg und war gleichzeitig die letzte Aktion des Spiels.

„Über zwei Halbzeiten gesehen waren die Nürnberginnen die verdienten Sieger. Hätten wir über 90 Minuten so gespielt, wie zu Beginn der zweiten Hälfte, wäre das Spiel aber sicher offener gewesen.“, hielt Fürstenhöfer fest, der sich über die „schöne Kulisse“ an diesem regnerischen Nachmittag freute. Auch Mittelfeldspielerin Anna Buckel sah es wie ihr Trainer: „Wenn wir in der 2. Halbzeit unsere Chancen genutzt hätten, hätte es sicher anders ausgesehen.“ „Wir hatten einfach das Glück heute nicht“, fand Christina Maier, die noch ergänzte: „Ich hätte lieber das Tor getroffen, als die Torhüterin. Ihr natürlich gute Besserung.“

Andreas Goldmann

SpVgg Greuther Fürth: Klug – Faßold (79. S. Walter), Kohout, A. Walter, Delatron – Franke (74. Vornehm) – Schmidt, Gulden – Buckel (63. Felbinger) – Maier, Bieber (61. Schroll) - Trainer: Oliver Fürstenhöfer
1. FC Nürnberg: Pistoia (84. Gülpers) – Grimm, Zimmermann, Sinke, Ludewig (42. Schultz) – Richert – Eisen (79. Haas), Vogel – Urbanek – Munzert (67. Fischer), Büttel - Trainer: Kevin Schmidt
Tore: 0:1 Vogel (15.), 0:2 Richert (19.), 0:3 Urbanek (65.)
Schiedsrichter: Annette Hanf
Zuschauer: 200
Gelbe Karten: Faßold, A. Walter, Kohout, Buckel, Felbinger
Gelbe Karten (Gast): Richert
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