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Saison 2015/2016
22. Spieltag - Sa., 28.05.2016, 16:00 Uhr
SpVgg Greuther Fürth - SV Thenried
4:2 (2:2)
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In den vergangenen Wochen hatte die SpVgg Greuther Fürth gezeigt, was möglich gewesen wäre, hätte man etwas mehr Konstanz an den Tag legen können. Nach einem Sieg gegen Spitzenreiter SC Regensburg und einem Punktgewinn beim FC Forstern gelang auch gegen den Tabellendritten SV Thenried ein letztlich kaum gefährdeter Heimsieg. Damit endete die Saison 2015/16 für die Bayernliga-Kickerinnen. Doch noch etwas endete, denn gegen Thenried ging Stefanie Delatron zum letzten Mal mit dem Kleeblatt-Dress vom Platz.
Das Spiel begann sehr hektisch. Auf beiden Seiten kam zunächst kein rechter Spielfluss auf. Zwar war die SpVgg ein winziges bisschen aktiver als die Gäste, einen großen Unterschied aber konnte man nicht feststellen. Zu viele Fehler leisteten sich die Fürtherinnen besonders bei den Pässen aus dem Mittelfeld nach vorne, als dass die Stürmerinnen irgendetwas damit hätten anfangen können. Auch die „langen Bälle“ gerieten regelmäßig zu lang, als dass Francesca Hau, Christina Maier oder Tina Gulden diese hätten erreichen können.
Viele leichtfertige Ballverluste der SpVgg brachten zudem die Gäste langsam besser ins Spiel. Ganz besonders deutlich wurde dies in der 18. Minute, als Thenried in Person von Alexandra Rank einen Fehler von Katharina Vornehm ausnutzen konnte, um das Leder zu erobern. Rank stürmte gen Strafraum und legte ab auf die mitgelaufene Franziska Hutter. Diese schob an der sich breit machenden Sandra Klug vorbei an den linken Torpfosten, von dem der Ball noch einmal zurück zu ihr sprang. Klug hatte nicht den Hauch einer Chance um die Führung der Gäste noch zu verhindern (19.).
Langsam kämpfte sich nun auch das Kleeblatt in die Partie. Der Ausgleich war die Folge. Christina Maier hatte im Mittelfeld den Ball erobert und Sophie Lang starten gesehen. Präzise spielte Maier den Ball in den Laufweg der Sturmkollegin. Lang konnte die herausstürzende Torhüterin ausspielen und lief mit dem Ball am Fuß bis kurz vor die Torlinie, um dann ganz lässig einzuschieben (22.). „Ich habe mir gedacht ‚soweit wie möglich laufen‘, nicht, dass ich am Ende doch noch vorbei schieße“, feixte die Torschützin.
Beide Mannschaften kamen in der Folge zu Möglichkeiten. Die nächste Gelegenheit bot sich Ramona Heindl, die nach Zuspiel von Hutter freistehend vor Sandra Klug über das Tor schoss. Auf der anderen Seite hatte Nina Kohout Pech. Nach einem Foul an Stefanie Delatron an der linken Strafraumkante, zog sie den fälligen Freistoß direkt auf das von Yvonne Münch gehütete SV-Tor, traf allerdings nur das Außennetz (32.).
Besser machte es kurz darauf Christina Maier. Nach schönem Zuspiel von Francesca Hau setzte sich die kraftvolle Stürmerin gegen Christina Heigl durch und netzte – nachdem sie auch die Torhüterin verladen hatte – zur Führung ein (39.).
Dies hätte an sich das Halbzeitergebnis sein können, ja müssen, hätte sich die Hintermannschaft nicht einen weiteren Fehler erlaubt. Tina Gulden hatte den Ball an der rechten Seitenlinie eigentlich schon sicher erobert und spielte ihn zurück zu Nina Kohout. Der Verteidigerin rutschte die Kugel durch und Ramona Heindl hatte keine Mühe, Sandra Klug zum erneuten Ausgleich zu überwinden (42.). Damit ging es anschließend in die Kabinen.
Als hätten sie die Konzentration in der 1. Halbzeit in der Kabine vergessen und nun erst mitgebracht, waren die Fürtherinnen von Beginn des zweiten Durchgangs gleich voll da. Drei Minuten nach Wiederanpfiff scheiterte zunächst Delatron, die inzwischen im Mittelfeld agierte, an Torhüterin Hirschmann – in der Pause für Münch gekommen –, ehe es Sabrina Schroll nur zwei Minuten später besser machte. Von Sophie Lang aus dem Mittelfeld heraus bedient, schloss die Stürmerin ungefähr vom Strafstoßpunkt aus ab und hämmerte die Kugel zur erneuten Führung ins Netz. „Siehste? Geht doch…“, war von einer Mannschaftskollegin zu hören, als sie Schroll zum lange ersehnten Tor gratulierte.
Thenried versuchte zu antworten, doch Hutter traf – wieder einmal frei vor dem Fürther Tor – nur das Außennetz. Besser machte es das Kleeblatt. Francesca Hau hob einen Ball in den gegnerischen Strafraum und wieder war es Sabrina Schroll, die Christina Heigl enteilte und sogar mit dem schwächeren linken Fuß zum 4:2 traf (57.).
In der Folge fand sich Thenried mit der Niederlage ab und stellte jegliche Offensivbemühungen ein. Die SpVgg hätte das Ergebnis in dieser Phase sogar noch in die Höhe schrauben können, doch Christina Maier (62.), Sophie Lang (65.) und Daniela Held (70.) scheiterten. Ein Tor gelang der inzwischen in den Sturm beorderten Stefanie Delatron noch, leider stand das scheidende „Urgestein“ im Abseits und so zählte ihr Tor nicht.
Sandra Klug wurde nur noch einmal geprüft, als sie einen gut getretenen Freistoß gerade noch zur Ecke lenken konnte (81.). Diese wurde abgewehrt und noch einmal machte sich Stefanie Delatron auf den Weg Richtung Thenrieder Tor. Nur durch ein Foul konnte ihr Angriff kurz vor dem Strafraum gestoppt werden und noch einmal lag sie in der ihr eigenen Art – bäuchlings mit nach oben geklappten Füßen – auf dem Fürther Kunstrasen. Dies sollte ihre letzte Aktion im Kleeblatt-Trikot gewesen sein, denn in diesem Moment liefen ihre Mannschaftskolleginnen zusammen um ein Spalier zu bilden und Steffi einen gebührenden Abschied zu schenken (82.). Sichtlich gerührt und bewegt übergab Delatron ihre Position an Larissa Schwabe.
Die letzte Chance des Spiels bot sich dann noch Christina Maier. Die Stürmerin hatte ein etwas ungenaues Zuspiel mit dem linken Fuß über Hirschmann an die Latte gesetzt. Beim instinktiven Versuch den Ball noch einmal mittels Kopf zu erreichen, fiel ihr die Kugel unerwartet auf die Stirn und die überraschte Stürmerin bekam keinen gezielten Kopfball mehr hin. So endete das letzte Saisonspiel mit einem schönen 4:2-Heimsieg und dem 5. Platz in der Bayernliga.
Person des Spiels aber war unbestritten Stefanie Delatron, die das Kleeblatt nach sechs Jahren und 106 Pflichtspielen verlassen wird. „Das war ein sehr emotionales letztes Spiel für mich. Gefühlschaos pur - lachen, weinen, freuen, traurig sein. Aber die Mannschaft hat den Tag und mein letztes Spiel bei der SpVgg perfekt gemacht. Die Geste, mit dem Spalier stehen, ist nicht zu toppen. Das war so ein unglaublich toller und bewegender Moment für mich. Ich hätte mir nie erträumen lassen, mal so einen wunderschönen Abschied zu haben. Das war wirklich einzigartig und ich werde das nie vergessen.“, so die 27jährige nach ihrem letzten Einsatz im Kleeblatt-Trikot.

Andreas Goldmann

SpVgg Greuther Fürth: Klug (88. Münderlein) – Vornehm, Kohout, Delatron (85. L. Schwabe) – Held, A. Walter – Gulden, Hau – Schroll, Maier, S. Lang (70. Buckel) - Trainer: Kevin Schmidt
SV Thenried: Münch (46. Hirschmann) – Freimuth, Haberl, Schreiner, Heigl (61. Buhl) – O. Köppl – Berzl (46. Jaich), J. Köppl – Rank – Hutter, Heindl - Trainer: Herbert Wendl
Tore: 0:1 Hutter (19.), 1:1 S. Lang (22.), 2:1 Maier (39.), 2:2 Heindl (42.), 3:2 Schroll (50.), 4:2 Schroll (57.)
Schiedsrichter: Martin Götz
Zuschauer: 50
Gelbe Karten (Gast): Berzl
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