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Saison 1997/1998
10. Spieltag - So., 19.10.1997, 15:00 Uhr
SC Freiburg - SpVgg Greuther Fürth
0:1 (0:1)
War es Zufall oder Glück, ein erster Schritt in Richtung Verbleib in der Zweiten Liga oder gar die angestrebte Wende? Der SpVgg Greuther Fürth ist das momentan gleichgültig, denn die Erleichterung und die Freude über den 1:0 (1:0)-Sieg beim hohen Favoriten SC Freiburg verdrängten alle anderen Gedanken.

Der neue Trainer Benno Möhlmann bescherte sich einen Einstand nach Maß, denn der erste Auswärtssieg in dieser Saison sorgte dafür, dass der Aufsteiger die „rote Laterne“ an den FSV Zwickau abgab, der bei den Stuttgarter Kickers 0:1 unterlag. Ein Silberstreif also am Horizont, zumal die Mannschaft sehr diszipliniert im Breisgau beim Tabellendritten auftrat, der mit seiner ersten Heimniederlage den Sprung an die Tabellenspitze verpasste.

Den entscheidenden Treffer erzielte Rachid Azzouzi, erst kurzfristig ins Team gerückt, weil sich Janos Radoki im Abschlusstraining eine Zerrung im rechten Oberschenkel zugezogen hatte. Diese „Hiobsbotschaft“, weil es auf der linken Seite im Fürther Mittelfeld an Alternativen fehlt, erwies sich im Nachhinein als Glück.

Der marokkanische Nationalspieler, zuletzt im Derby gegen den Club wegen eines Länderspiels gegen Brasilien nicht dabei, war die - diesmal erfolgreiche - Endstation eines Fürther Angriffs in der 21. Minute, wie ihn der vor Wochenfrist entlassene Trainer Armin Veh immer „gepredigt“ und sich gewünscht hatte. Sbordone erkämpfte sich im Mittelfeld einen Ball, setzte geschickt Weigl in Szene, der im perfekten Doppelpassspiel mit Türr die Freiburger Abwehr ausmanövrierte. Im Strafraum spielte Weigl dann quer genau auf Azzouzi, der keine Mühe besaß, den Ball aus wenigen Metern ins Tor zu schießen.

Die Freiburger, schon bei Halbzeit von ihren enttäuschten Anhängern mit „Aufwachen, Aufwachen“-Rufen bedacht, blieben den Beweis schuldig, eine Spitzenmannschaft zu sein. Das war zugleich Lob für die Leistung der Gäste, die nur in den letzten zehn Minuten unter dem Dauerdruck der Gastgeber ihre spielerische und taktische Linie verloren und einige Male ernsthaft gerieten. Da rächte es sich, dass ein Möhlmann ein Manko auch nicht beenden konnte: die unzureichende Chancenauswertung.

Denn eigentlich hätten die Fürther in den ersten zehn Minuten nach der Pause alles klar machen müssen. Aber Türr (47.) brachte das Kunststück fertig, mutterseelenallein vor dem Tor vorbeizuschießen, Anders (53.) platzierte einen Kopfball genau auf Torwart Reus und in der 55. Minute schoss er freistehend aus 14 Metern vorbei.

So gab es am Schluss noch eine Zitterpartie mit glücklichem Ende, weil vor allem Probst gegen Wassmer (und später gegen Iaschwili) sowie Eberl gegen Slimane sehr gute Arbeit verrichteten. Probst war es auch, der in der 83.Minute den Ausgleich verhinderte, als er einen Schuss von Beya für den bereits geschlagenen Torwart Reichold, der insgesamt eine starke Leistung bot, von der Linie schlug. Eine Minute später reagierte der Schlussmann ganz hervorragend gegen Weißhaupt und hatte in der 89. Minute das Glück des Tüchtigen, als ein Kopfball von Müller – für ihn unerreichbar – ganz knapp das Tor verfehlte.

Möhlmann hatte nur geringfügige personelle Veränderungen vorgenommen, aber es offensichtlich geschafft, den Behauptungswillen der Mannschaft im Trainingslager zu wecken. So spielte Skarabela Libero, weil er beim Trainer einen sichereren Eindruck als Tschernischow hinterlassen hatte und auch besser ins neue Abwehrsystem passt. Das erwies sich als guter Schachzug, auch wenn es weiterhin einige Schwierigkeiten im „Luftkampf“ gab. So kam in der Schlussphase der Russe auch noch als Abwehr-Verstärkung für Türr, um den Vorsprung über die Zeit zu retten.

Nach 15 Minuten Anfangsdruck der Freiburger, die aber gegen eine gut gestaffelte und konzentrierte Abwehr keine klare Chancen herausspielen konnten, setzten sich die Fürther mit selbstbewussten Aktionen immer besser ins Szene. Probst (12.) per Kopfball besaß die erste große Chance, Torschütze Azzouzi (38.) vergab nach schönem Heber-Zuspiel von Sbordone eine zweite Einschussmöglichkeit. Von einem Unterschied jedenfalls war nichts zu sehen, weder spielerisch noch kämpferisch. Und mit zunehmender Spielzeit wurden die Fürther auch immer selbstbewusster, zumal sich die Freiburger viele Unsicherheiten im Spielaufbau und in der Abwehr leisteten. Für Trainer Volker Finke ging die Niederlage „darum auch in Ordnung, denn wir hatten heute keinen Sieg verdient“. Für den Freiburger Coach kam die Niederlage sogar „zur rechten Zeit, damit bei uns niemand abhebt“.

Benno Möhlmanns Kommentar zum Spiel: "Wir haben in der Freiburger Umgebung drei schöne Trainingstage gehabt. Die Gespräche vor Spielbeginn waren sehr wichtig. In der kurzen Zeit, in der ich da bin, konnte ich noch nicht viel bewegen. Ich konnte den Spielern nur Tipps und Anregungen geben."
SC Freiburg: Reus - Hoffmann, Korell (54. Schwinkendorf), Müller - Kohl, Beya, Weißhaupt, Pavlin (46. Buric), Frontzeck - Wassmer (46. Iaschwili), Slimane - Trainer: Volker Finke
SpVgg Greuther Fürth: Reichold - Skarabela - Probst, Eberl - Weigl, Anders, Lotter, Sbordone, Azzouzi (80. Ernst) - Dürr (66. Kerbr), Türr (86. Tschernischow) - Trainer: Benno Möhlmann
Tore: 0:1 Azzouzi (22.)
Schiedsrichter: Schütz (Norken)
Zuschauer: 18100
Gelbe Karten (Gast): Eberl, Dürr, Probst
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