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Saison 1976/1977
4. Spieltag - Sa., 28.08.1976, 15:30 Uhr
FC Augsburg - SpVgg Fürth
1:2 (1:1)
Freudentänze führten die Spieler der SpVgg Fürth nach dem Schlusspfiff im Rosenaustadion auf.

Wer konnte es Ihnen verdenken: als krasser Außenseiter hatten sie den hochgelobten FC Augsburg nach Toren von Grimm und Hilkes mit 2:1 (1:1) geschlagen, auf Grund einer enormen Leistungssteigerung nach dem Wechsel auch noch verdient.

Wie schon in Schwenningen, war die SpVgg Fürth in Augsburg abermals im „Fernseh-Blau" angetreten, ohne Jensen und Grabmeier und mit einem Kapitän Bergmann, der am Freitagabend vom Burgfarrnbacher Olympia-Bahnradfahrer-Masseur Jürgen Beck einigermaßen fitgemacht werden mußte. Vorweg: Bergmann lieferte erneut eine prächtige Partie, wenngleich er sich bei Vorstößen in die gegnerische Hälfte Zurückhaltung auferlegen mußte.

Zur Überraschung für viele setzte Trainer Cieslarczyk Neuerwerbung Rütten auf Hoffmann an, so daß Linksaußen gegen Linksaußen spielte. Schäfer hingegen operierte als „hängender" Außenstürmer, wurde wenig gedeckt und nützte nach, zaghaftem Beginn diese Freiheit mit der Länge der Distanz weidlich aus. Nur Schußpech brachte ihn um Trefferehren. Rütten konnte den quirligen Hoffmann zwar nicht ausschalten, setzte sich jedoch bei den schnellen Fürther Gegenstößen eindrucksvoll in Szene und wartete mit wuchtigen Schüssen aus dem Hinterhalt auf.

Überraschdend gut zog sich Klump gegen Jörg aus der Affäre. Zwar konnte er den Dribbelkünstler nicht immer bremsen, engte seinen Wirkungskreis jedoch beträchtlich ein. Überraschend: auch in der Offensive gelang Klump diesmal unerwartet viel.

Die erste Viertelstunde stand eindeutig im Zeichen des eine frühzeitige Entscheidung suchenden FCA. Zunächst brillierten Vöhringer, Aumeier, Beichle und der häufig vorne zu findende Haug, während die Fürther Angriffsspitzen Hilkes und Heubeck zunächst gegen die sie unerbittlich bewachenden Killmaier und Michallik nicht zum Zuge kamen. Seltsam: als die Fürther ein Tor kassiert hatten, begannen sie druckvoller, energischer und auch schneller zu spielen. Schäfer, Rütten, Unger zwangen Modick zu Glanzparaden und Lausen, der „Senkrechtstarter" Szupak Grenzen setzte, verfehlte bei einem knallharten Schuss das Gehäuse nur um Zentimeter. Die größte Möglichkeit, noch unmittelbar vor der Pause in Führung zu gehen, vergab jedoch Kopfballspezialist Hilkes nach einem der verwirrenden Fürther Freistoßmanöver. Die Augsburger, mit den etwas größeren Spielanteilen, holten zwar eine Reihe von Eckbällen heraus, zwingende Torgelegenheiten hatten sie jedoch kaum mehr.

Nach Seitenwechsel dominierten zunächst die Augsburger. Hoffmann schoss knapp daneben, Beichle köpfte aussichtsreich über das Tor und Haug vergab in günstiger Position kläglich. Nachdem der für den nachlassenden Beichle eingewechselte Djuric bei einem tollen Direktschuss zu hoch gezielt hatte, waren die Augsburger Chancen dahin. Immer nachhaltiger trumpfte jetzt die Fürther Mittelreihe mit Dauerrenner Heinlein, dem abermals überzeugenden Grimm - großartig seine weiten, spielöffnenden Pässe - und dem agiler werdenden Unger auf. Nach einem tollen Sprint setzte Heinlein das Leder nur um die Länge seiner modisch kurz geschnittenen Haare über das Tordreieck. Unger brachte, allerdings hart bedrängt, im Nachschuss den Ball nicht im leeren Tor unter. In der Schlussminute wurde er eindeutig im Strafraum gefoult, doch verlegte Schiedsrichter Wohlfahrt, der im allgemeinen gut leitete, den „Tatort" nach außerhalb.

Natürlich war die Ernüchterung der gut 25 000 Zuschauer, die einen prächtigen Rahmen für das vom Stadionsprecher eingangs als „Schlagerspiel" apostrophierte Treffen bildeten, groß. Doch mischte sich allenthalben in die Enttäuschung auch Anerkennung für die Leistung der Fürther Mannschaft, die sich nach ziemlich mäßigen Beginn mit der Länge der Distanz immer mehr steigerte, jegliche Hemmungen ablegte und einen bedeutungsvollen Sieg herausholte. Ein Fürther Start mit 8:0 Punkten - wann hat es dies jemals gegeben? „Zwölf Jahre spiele ich jetzt für die SpVgg Fürth", erklärte hinterher Senior Peter Löwer, „aber so etwas ist hier bisher noch nie passiert". Bei aller Freude über diesen glänzenden Sieg wurmte ihn noch der vermeidbare Treffer, den er hatte hinnehmen müssen.

Auch nach diesem vierten Sieg In einer Folge ist man bei der SpVgg Fürth weit davon entfernt, überschwänglich zu werden. Dafür sind die letzten Jahre eine viel zu nachhaltige Mahnung. Dessen ungeachtet will es die Mannschaft jetzt naturgemäß wissen. Gegen den VfB Stuttgart, der am Samstag im Ronhof erscheint, möchte man gerne einiges gutmachen, die glatte 0:3-Niederlage im DFB-Pokalspiel einer Korrektur unterziehen. Bei dem bekannten Spielvermögen des „neuen" VfB allerdings ein Unterfangen, dessen Verwirklichung trotz der jüngsten Erfolge fraglich bleiben muß.

Tore: 1:0 Jörg (16. Minute). Als Klump bei einer verunglückten Abwehr den Ball genau vor die Füße von Jörg schlägt, dringt der schnelle Rechtsaußen In den Strafraum ein, wird von Bergmann noch am gezielten Schuss gehindert. Während Löwer überflüssigerweise aus dem Tor stürzt, trudelt der Ball gemächlich über die Linie. — 1:1 Grimm (37.), der sich den Ball am eigenen Strafraum holte, nach links zu Schäfer passt. Querpaß zum aufgerückten Rütten, der mit prächtigem Steilpass Grimm in die Gasse schickt, wo der Fürther Mittelfeldspieler vor Torhüter Modick an den Ball kommt und überlegt einlenkt. — 1:2 Hilkes (66.), der nach einem Zuspiel von Heinlein Höbusch abschüttelt und den Ball mit dem Außenrist elegant über den herausstürzendea Modick ins Tor schlenzt.

Konrad Vogelsang

FC Augsburg: Modick - Michallik, Killmaier, Höbusch, Haug - Vöhringer (46. Schneider), Aumeier, Beichle (68. Djuric) - Jörg, Szupak, Hoffmann - Trainer: Gerd Menne
SpVgg Fürth: Löwer - Rütten, Lausen, B. Bergmann, Klump - Grimm, Heinlein, Unger - Heubeck, Hilkes, Schäfer (84. Geyer) - Trainer: Hans Cieslarczyk
Tore: 1:0 Jörg (16.), 1:1 Grimm (37.), 1:2 Hilkes (66.)
Schiedsrichter: Wohlfarth (Frankfurt)
Zuschauer: 25000
Gelbe Karten (Gast): Rütten, Klump
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