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Saison 1976/1977
10. Spieltag - Fr., 01.10.1976, 19:30 Uhr
1. FC Nürnberg - SpVgg Fürth
1:1 (0:0)
Die Lizenzfußballer aus Nürnberg und Fürth setzten, die Tradition der letzten Jahre fort: im 217. Derby wurde gestern abend im Nürnberger Stadion den 34000 Zuschauern alles geboten, was den Kampf um das Leder so spannend macht.
Die von den Nürnbergern gerne als „kleiner Bruder" angesehene SpVgg Fürth zeigte die Zähne und entführte glücklich, aber nicht unverdient, beim 1:1 einen Punkt.
Für die SpVgg Fürth zählt das Remis doppelt, denn sie brachte das Kunststück fertig, mit zehn Mann das Ruder noch einmal an sich zu reißen. Nach einem nur 13 Minuten dauernden „Gastspiel" wurde der Exnürnberger Erich Unger nach einem Foulspiel an Torhüter Manfred Müller von Schiedsrichter Schröder des Feldes verwiesen. Ein sicherlich hartes Urteil des in der Zwischenzeit bärtigen Unparteiischen aus Lahnstein, der vor einem Jahr im Fürther Ronhof mit souveränen Entscheidungen das Duell der „Erzrivalen" so gut über die Runden gebracht hatte.
Schon eine Minute später mußten die Kleeblättler einen weiteren herben Schlag verdauen: Club-Kapitän Hans Walitza hatte seine Farben mit einem prächtigen Kopfballtor nach Geinzer-Freistoß (Jensen foulte Eder) in Führung gebracht. Viggo Jensen hatte seinen Fuß auch beim Gegentor im Spiel. Seinen hoch in den Strafraum geschlagenen Freistoß erwischte Torhüter Manfred Müller nicht richtig. Das Leder landete auf dem Kopf des bis zu diesem Zeitpunkt von Sturz kaltgestellten Hilkes. Der Mann mit der Nummer 9 unterstrich seine Qualitäten mit einem überlegten Kracherl ins Nürnberger Gehäuse.
Bitter für den 1. FC Nürnberg und Schlußmann Manfred Müller, der im Gegensatz zu Peter Löwer einen geruhsamen Abend verbrachte. Kalt erwischen konnte es Löwer nie: von der ersten Minute an stand er im Brennpunkt. Dafür sorgten die wie entfesselt auf das Fürther Gehäuse knallenden Club-Akteure, denen beim Abschluß ein Torhüter Löwer in Hochform den Erfolg beinahe unmöglich machte. Reihenweise angelte der Keeper Flachschüsse von Walitza, Nüssing, Geinzer und Eder weg.
Die Taktiker auf den Trainerbänken hatten ihre Gegner genau studiert, dennoch wirkten die Aktionen nie schablonenhaft. Beherzt kurbelten Eder, Nüssing — mit einem Laufpensum wie in den besten Tagen — Geinzer und auch Petrovic die Angriffe an. Der Kraftverschleiß gegenüber der Fürther Mittelfeldreihe, die sich vor der Pause ausschließlich auf Abwehrarbeiten konzentrieren mußte, machte sich später bemerkbar. Lediglich mit Steilvorlagen sorgten sie einige Male für gefährliche Situationen vor dem Clubtor. Da sich Schäfer zusammen mit Rütten auf dem linken Flügel abwechselten, blieb Stocker oft viel Raum.
Gegen die kompromißlosen Abwehrstrategen auf beiden Seiten waren Zweikämpfe mit dem Ball kaum erfolgversprechend. Ohne Ausnahme machten die Angreifer das richtige: mit Laufspiel den Gegner aus dem Sattel zu heben. Die Vorteile lagen klar beim 1. FC Nürnberg. Die Spieler um Walitza und Nüssing müssen sich die Vorwürfe gefallen lassen, daß sie aus vielen Chancen nur einen einzigen Treffer erzielten. Clever, wie die SpVgg nun einmal unter Hans Cieslarczyk geworden ist, nutzte sie die einzige echte Möglichlichkeit kaltschnäuzig aus.

Konrad Vogelsang

1. FC Nürnberg: Müller - Stocker, Sturz, Hannakampf, Pechtold - Geinzer, Majkowski, Nüssing - Eder, Walitza, Petrovic (81. Krstic) - Trainer: Horst Buhtz
SpVgg Fürth: Löwer - Klump (46. Unger), Lausen, Bergmann, Rütten - Grimm, Heinlein, Jensen - Heubeck, Hilkes, Schäfer (71. Geyer) - Trainer: Hans Cieslarczyk
Tore: 1:0 Walitza (60.), 1:1 Hilkes (78.)
Schiedsrichter: Schröder (Lahnstein)
Zuschauer: 34000
Gelbe Karten: Geinzer
Gelbe Karten (Gast): Heinlein, Bergmann
Rote Karten (Gast): Unger (57.)
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