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Saison 2017/2018
4. Spieltag - So., 24.09.2017, 14:00 Uhr
SV 67 Weinberg - SpVgg Greuther Fürth
8:2 (3:1)

Am vierten Spieltag mussten die Frauen der SpVgg Greuther Fürth beim Zweitliga-Absteiger SV 67 Weinberg antreten. Nach 90 gespielten Minuten stand ein sehr deutliches 2:8 (1:3) auf der Anzeigetafel und die Enttäuschung war allen Kleeblatt-Kickerinnen ins Gesicht geschrieben.
Nach dem Punktgewinn gegen den TSV Crailsheim in der Vorwoche, hatten sich die Frauen von Trainer Kevin Schmidt auch in Weinberg einiges vorgenommen, allen personellen Ausfällen zum Trotz. Immerhin konnte das Kleeblatt erstmals wieder auf Andrea Walter zurückgreifen, die nach ihrer Verletzung wieder zur Verfügung stand. Dafür musste Anna Buckel auf der Bank Platz nehmen, nach überstandener Krankheit reichte es bei ihr noch nicht für die Startelf.
Das Spiel hatte kaum begonnen, da galt es für das Kleeblatt schon einen Rückschlag zu verdauen. Nach einem eigentlich geklärten Ball, kam das Spielgerät postwendend in den Fürther Strafraum zurück, wo Stürmerin Nina Heisel völlig blank stand. Sie ließ sich diese Einladung nicht nehmen und vollstreckte eiskalt zur 1:0-Führung für die Gastgeberinnen (3.). Das Kleeblatt zeigte sich allerdings kaum geschockt und blieb mutig. Nach nicht einmal 120 Sekunden wurde dieser Mut auch belohnt. Laura Felbinger hatte einen Eckball auf Ann-Kathrin Wolfram geschlagen. Ihr Abschlussversuch wurde zwar geblockt, Wolfram blieb aber in Ballbesitz und legte auf die freistehende Sabrina Schroll ab, die den Ball wuchtig zum 1:1 in die Maschen hämmerte (5.).
Anschließend entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Teams versuchten sich Chancen heraus zu spielen. Zwar hatte Weinberg mehr Ballbesitz, das Kleeblatt aber verteidigte beherzt und ließ eigentlich nichts anbrennen. Eigentlich – denn nach einer Unachtsamkeit ging Weinberg wieder in Führung: Wie beim ersten Treffer schon, wurde der Ball an sich gut verteidigt, den zweiten Ball aber überließ die Fürther Defensive wieder den Weinbergerinnen. Christina Schellenberg entwischte ihren Bewacherinnen und konnte den in den Strafraum getretenen Ball per Kopf zur erneuten Führung einnicken (11.).
Die Frage war nun, wie die Spielvereinigung mit diesem erneuten Rückstand umgehen würde. Wieder suchte das Team die richtige Antwort. Immer wenn sie den Ball laufen ließen und Fußball spielten, merkten die Fürtherinnen, dass man den SVW ausspielen konnte. Allerdings waren dann die Abschlüsse von Lara Treuheit und Nina Habenschaden zu ungenau. Die beste Möglichkeit vergab zudem Sabrina Schroll, die den Ball von Treuheit zugespielt bekam. Die Stürmerin versuchte sich aus 15 Metern Entfernung, doch Keeperin Anja Treiber pflückte das Leder herunter und verhinderte den erneuten Ausgleich. Besser machte es Ellen Riess auf der anderen Seite, sie erhöhte in der 21. Minute auf 3:1.
Weinberg wollte sich darauf nicht ausruhen und versuchte weiterhin nach vorne zu spielen. Fürth stemmte sich gegen die Angriffe und brachte oft noch irgendwie ein Bein dazwischen, um die Offensivpower der Gastgeberinnen zu stoppen. Eine strittige Szene gab es dann im Weinberger Strafraum: Schroll hatte Sturmpartnerin Nadine Lang eingesetzt und diese kam im Zweikampf zu Fall. Schiedsrichterin Alessa Plass aber war dies für einen Strafstoß zu wenig, so dass ihre Pfeife stumm blieb. Damit ging es mit diesem 1:3 aus Sicht der Fürtherinnen in die Kabine.
Das Kleeblatt nahm sich vor, nach dem Seitenwechsel möglichst schnell zum Anschlusstreffer zu kommen, um noch die Chance zu haben, etwas Zählbares mit nach Hause zu bringen. Es ging auch vielversprechend los, als ein Ball aus dem Mittelfeld bei Nadine Lang landete. Allerdings ging im Moment der Ballannahme die Fahne der Assistentin nach oben und Plass entschied auf Abseits. „Eine klare Fehlentscheidung“, haderte Trainer Kevin Schmidt erneut mit der Unparteiischen. „Sogar bei der Ballannahme war Nadine noch vor der Spielerin gestanden, die das Abseits aufgehoben hatte. Wer weiß, in welche Richtung das Spiel gegangen wäre, hätte wir da den Anschlusstreffer gemacht.“
Die Gesetze des Fußballs sind aber grausam, denn gerade noch um den Anschluss gebracht, gelang dem SVW auf der anderen Seite die Vorentscheidung. Linda Rabe war in den Strafraum eingedrungen, hatte sich gegen die Abwehr durchgesetzt und zum 4:1 eingeschossen (49.). Ihr Treffer aber sollte nur den Anfang sein. Wie ein wütender Boxer gegen einen taumelnden Gegner folgte nun Schlag auf Schlag, Treffer auf Treffer. Keine zwei Minuten stand erneut Nina Heisel goldrichtig und erhöhte auf 5:1. Wieder zwei Minuten später ging Heisel zu Boden und die Schiedsrichterin erkannte auf Strafstoß. Diesen setzte Meike Wischgoll sicher in die Maschen und so stand es 6:1 (53.).
Das Kleeblatt schien sich von dieser Schlagserie nicht mehr zu erholen und bei den Gästen war nun jeder Schuss ein Treffer. So erhöhte vier Minuten später wieder Heisel auf 7:1. Einen Treffer aber konnte die SpVgg auch noch landen und damit zeigen, dass man noch nicht ausgeknockt war. Sabrina Schroll hatte den Ball schön für Nadine Lang aufgelegt und diese schlenzte die Kugel an Anja Treiber vorbei ins Tor – 7:2 (58.). Nur eine Minute später aber war es erneut Heisel, die den alten Abstand umgehend wieder herstellte.
Nach diesen turbulenten zehn Minuten, in denen sechs Tore gefallen waren, beruhigte sich das Spiel wieder. Die Fürtherinnen versuchten zwar noch zu verkürzen, Weinberg aber verteidigte ruhig und souverän, zuversichtlich das Spiel bereits gewonnen zu haben. Die Zweitligaabsteigerinnen ließen nichts mehr anbrennen.
Einen letzten Höhepunkt aber hatte die Partie aber doch noch: Die eingewechselte Lena Bieber konnte nach Flanke von Lara Schmidt den Ball behaupten, ihre Gegenspielerin abschütteln und sich in Richtung Strafraum aufmachen. Kurz vor der 16-Meter-Linie rauschte Annika Kömm an und brachte Bieber mittels Notbremse zu Fall. „Mich hat es total zerlegt“, beschrieb Bieber die Szene nach dem Spiel. Die Schiedsrichterin pfiff Freistoß und zeigte die gelbe Karte. Zum Erstaunen aller Akteure und Zuschauer, denn eine Notbremse bedeutet laut Regel nun einmal die rote Karte, so der erboste Kleeblatt-Trainer. „Eine noch deutlichere rote Karte geht gar nicht.“, war auch die Meinung der Gefoulten zu dieser fragwürdigen Entscheidung. Dank der Gnade der Schiedsrichterin aber konnte Weinberg vollzählig zu Ende spielen und da Lara Schmidt den Freistoß am Tor vorbei schlenzte, blieb es auch bei diesem bitteren 8:2.   
Trainer Schmidt war nach dem Spiel bedient: „Der Spielverlauf und das Ergebnis sind sehr bitter und tut uns natürlich sehr weh. Niemand verliert gerne oder kassiert – wie wir heute – gerne so eine Schlappe.“ Der Blick richtet sich aber sofort wieder nach vorne: „Wir müssen uns jetzt wieder aufrichten, das Spiel analysieren, weiter hart arbeiten und dann wieder neu angreifen.“
Auch Sabrina Schroll war die Enttäuschung anzumerken: „Die Gegentore haben wir etwas zu leicht bekommen. Das frühe 1:0 haben wir zwar schnell wieder ausgleichen können, aber dann waren wir teilweise zu weit von unseren Gegnern weg. In den zehn Minuten vor der Pause haben wir uns dann eigentlich wieder gut gefangen gehabt. Dann kommt die zweite Halbzeit mit den ganzen Gegentoren. Auch danach haben wir uns wieder gefangen und gut gespielt, da war es dann aber natürlich zu spät.“

Andreas Goldmann

SV 67 Weinberg: Treiber – Grimm, Schellenberg (81. Danowski), Rabe (81. Rößler), Wischgoll (65. Haager), Brückner, Kömm, Riess, Hofmann (70. M. Haberäcker), Heisel, L. Haberäcker - Trainer: Christina Schellenberg
SpVgg Greuther Fürth: Klug – Wolfram, Kohl (65. Bieber), Walter, Schmidt, Felbinger, Schroll, Lang (65. Buckel), Treuheit, Langer, Habenschaden (65. Adlung) - Trainer: Kevin Schmidt
Tore: 1:0 Heisel (3.), 1:1 Schroll (5.), 2:1 Schellenberg (11.), 3:1 Riess (21.), 4:1 Rabe (49.), 5:1 Heisel (51.), 6:1 Wischgoll (53., Foulelfmeter), 7:1 Heisel (57.), 7:2 Lang (58.), 8:2 Heisel (59.)
Schiedsrichter: Alessa Plass
Zuschauer: 80
Gelbe Karten: Kömm
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