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Saison 2017/2018
10. Spieltag - So., 05.11.2017, 14:00 Uhr
SpVgg Greuther Fürth - SV Alberweiler
0:8 (0:3)
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Das Wetter passte zur Stimmung unter den Spielerinnen der SpVgg Greuther Fürth. Gegen den SV Alberweiler mussten sie sich nicht nur zum siebten Mal in dieser Saison geschlagen geben, zusätzlich bedeutete das 0:8 auf dem Hans-Lohnert-Sportplatz auch noch die deftigste Niederlage seit dem Aufstieg in die Regionalliga.
Dabei hatte das Spiel zunächst keine großen Unterschiede zwischen den beiden Mannschaften erkennen lassen. Der Tabellenzweite aus Alberweiler und die tabellenletzten Fürtherinnen lieferten sich in der Anfangsphase ein sehr ausgeglichenes Spiel. Keines der beiden Teams konnte zunächst nennenswerte Akzente setzen. Wenn es einmal gelungen war, einen Spielzug durch das Mittelfeld zu bringen, war die gegnerische Abwehr hüben wie drüben auf dem Posten und konnte stets rechtzeitig eingreifen.
Nur bei Fernschüssen gab es auf jeder Seite einen kurzen Schreckmoment, denn sowohl der bei Fürth im Tor stehenden Anne Engler, als auch Melanie Geiselhart im gegenüberliegenden Tor, rutschte der nasse Ball je einmal durch die Handschuhe. In beiden Situationen aber konnten die Keeperinnen nachfassen und das glitschige Spielgerät unter Kontrolle bringen, ohne dass es wirklich gefährlich wurde.
Erst nach gut zwanzig Minuten näherten sich die Mannschaften langsam dem Tor, die Freistöße der Gäste und von Daniela Held für die Fürtherinnen gingen jedoch über das Ziel. Besonders die Gäste schienen jetzt aber genug vom Abtasten zu haben und zogen das Tempo an. Dies führte auch schnell zum Erfolg. Nach einem Angriff über die linke Seite war es Kerstin Schneider, die in den Strafraum eindrang und an der sich ihr entgegen werfenden Engler vorbei flach ins linke Eck einschoss (30.).
Nur eine Minute später war Engler Siegerin, nachdem Daikeler einen langen Ball auf Würstle gespielt hatte und die plötzlich frei vor der Fürther Torhüterin stand. Doch auch die SpVgg erspielte sich nun klarere Möglichkeiten. Andrea Walter hatte einen Ball auf die rechts gestartete Anna Buckel geschlagen und die ging ins Dribbling. Eine Gegenspielerin auskurvend zog sie in den Strafraum und wollte die mitgelaufene Sabrina Schroll bedienen. Leider geriet ihr Querpass zu steil, so dass die Stürmerin keine Chance hatte, ihn zu erreichen (36.).
Kurze Zeit später gab es Einwurf für Fürth auf der linken Seite. Lara Schmidt schnappte sich die Kugel und brach bis zur Grundlinie durch. In der Mitte war Tina Gulden in Position gelaufen, bekam den Ball von Schmidt präzise zugespielt und schloss ab. Irgendwie konnten Torhüterin Geiselhart oder eine Verteidigerin den Schuss allerdings noch irgendwie zur Ecke lenken, so dass die SpVgg den nicht unverdienten Ausgleich verpasste (39.).
Die kalte Dusche – sofern man davon bei strömendem Dauerregen noch reden kann – folgte nur drei Minuten später. Würstle war erneut durchgebrochen und Andrea Walter enteilt. Zwar landete ihr Schuss nur an der Latte, doch Lena Bucher reagierte blitzschnell und drückte den Abpraller über die Linie (42.).
Noch waren da drei Minuten zu spielen und kurz vor dem Pausenpfiff gab es noch einmal Aufregung auf dem Platz. Eine Gästespielerin war im Fürther Strafraum von zwei Verteidigerinnen gestellt worden und kam zu Fall. Schiedsrichterin Plass entschied auf Strafstoß, den Tamara Würstle verwandelte. Zwar war Engler noch dran, konnte das 0:3 aber nicht mehr verhindern. „Für mich war das keiner“, schimpfte Andrea Walter nach dem Spiel. „Die Gegenspielerin fällt und lacht dabei. Ihr war bewusst, dass das nichts war.“ Und sogar die Gästebank konnte es nicht glauben, dass es Elfmeter gab. Allerdings nahm der SV Alberweiler das Geschenk dankbar an. Sinnbildlich noch der Kommentar eines Gästefans: „So a Elfmeeder…des goa goaned!“
Sichtlich geschockt ließ die Fürther Hintermannschaft sogar noch einen weiteren Angriff der Gäste zu, bevor es in die Kabinen ging. Diesen aber entschärfte noch einmal Anne Engler, die den Schuss von Bucher parierte.
Kaum zurück auf dem immer feuchter werdenden Rasen setzte der SV Alberweiler schon den nächsten Treffer drauf. Kerstin Schneider setzte sich gegen Andrea Walter durch, die nicht in den Zweikampf kam und ließ aus etwa acht Metern der Fürther Keeperin keine Chance (48.). Damit war das Spiel so gut wie entschieden. Trotzdem bewiesen die Fürtherinnen Charakter und versuchten sich gegen die Niederlage zu stemmen. Nina Habenschaden versuchte sich aus gut 18 Metern zentraler Position mit einem Schuss, doch Geiselhart sicherte sich das Geschoss im Nachfassen (50.).
Auf der anderen Seite nutzten die Gäste eine Unachtsamkeit der Fürtherinnen. Wieder war es Scheider, die einen Querpass aufnahm und mühelos auf 0:5 stellen konnte (55.). Als wäre das noch nicht genug, musste das Kleeblatt noch einen weiteren Schlag verkraften. Lena Bucher durchbrach mit Tempo die erste Fürther Verteidigungslinie und zog an Walter vorbei. Daniela Held hatte das erahnt und stellte ihren Körper in den Laufweg der Angreiferin, die auflief und nicht mehr an den Ball kam. Die Schiedsrichterin zückte den gelben Karton. Das Problem: Held hatte diesen bereits in der ersten Halbzeit gesehen und so musste die Abwehrspielerin vom Platz.
Selbst in Unterzahl versuchte das Kleeblatt aber viel, um zu einem Tor zu kommen. Laura Felbinger schickte in der 66. Minute Schroll auf die Reise. Gestört von einer Verteidigerin und der herauskommenden Torhüterin aber ging ihr Schuss links am Tor vorbei. Alberweiler nutzte nun geschickt die Räume, die ihnen die aufrückenden Fürtherinnen boten. Ein schnelles Umschalten, ein langer Ball auf Annika Enderle und schon stand es 0:6. Fünf Minuten später sogar das 0:7 auf ähnliche Art. Diesmal war es ein langer Ball auf die eingewechselte Larissa Mohr, die allein vor Engler der Schlussfrau erneut keine Chance lies (75.).
Die Keeperin konnte sich zehn Minuten vor dem Ende noch einmal auszeichnen, als sie einen Schuss von Kerstin Schneider noch zur Ecke lenken konnte. Doch auch sie musste kurz vor dem Ende noch einen persönlichen Nackenschlag hinnehmen. Als sie versuchte einen Eckball von Nina Seitz zu fangen, lenkte die an diesem Tag bedauernswerte Torhüterin den Ball noch ins eigene Netz.
Spielentscheidende Szene war wohl der zweifelhafte Strafstoß. Das sieht auch Trainer Kevin Schmidt so: „Der Elfmeter war nie im Leben einer. Was mich aber noch mehr an der Sache ärgert, war der Einwurf der dazu führte. Ganz klar von der Spielerin aus Alberweiler ins Aus geschossen, ging keine der vielen Spielerinnen auf mich ein. Auch die Schiedsrichterin nicht, als ich sie bat die Spielerin zu fragen. Und daraus folgte der geschenkte Elfmeter wo wir nur den Ball spielen. Fair Play geht anders, aber nicht jeder legt Wert drauf.“
Mit 0:8 bekam die SpVgg Greuther Fürth eine weitere, deutliche Niederlage zugefügt. „Ob du jetzt 3:0 oder 8:0 verlierst ist auch schon egal.“, kommentierte eine niedergeschlagene Andrea Walter den Umstand am Abend nach dem Spiel. Die nächste Partie beim SC Sand - nach diesem Spieltag auf dem 2. Platz - beginnt wieder bei 0:0 – da stimmte auch Walter zu.

Andreas Goldmann

SpVgg Greuther Fürth: Engler – Held, Walter, Schmidt, Felbinger (84. Bieber), Schroll (68. Kohl), Buckel, Faßold (55. Vornehm), Gulden (78. Treuheit), Langer, Habenschaden - Trainer: Kevin Schmidt
SV Alberweiler: Geiselhart – Enderle, Daikeler (78. Rapp), Gaus, Schick (59. Mohr), Würstle, Herle, Bucher, Schad (72. Seitz), Stvoric (58. Schoch), Schneider - Trainer: Peter Kalmbach
Tore: 0:1 Schneider (30.), 0:2 Bucher (42.), 0:3 Würstle (45., Foulelfmeter), 0:4 Schneider (48.), 0:5 Schneider (55.), 0:6 Enderle (69.), 0:7 Mohr (76.), 0:8 Engler (82., Eigentor)
Schiedsrichter: Alessa Plass
Zuschauer: 40
Gelbe Karten: Habenschaden
Gelb-Rote Karten: Held (63.)
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