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Saison 2017/2018
BFV-Verbandspokal, Achtelfinale - Di., 24.10.2017, 19:00 Uhr
1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther Fürth
2:4 (0:1)

Fußballherz was willst du mehr? Dienstagabend, gutes Wetter, Flutlichtspiel, Pokalfight und dann auch noch ein Derby gegen den Lokalrivalen, gegen den 1. FC Nürnberg. Knappe zwei Stunden nach der Seitenwahl: totale Erschöpfung, pure Freude und großer Stolz bei allen Spielerinnen, Trainern und Anhängern der SpVgg Greuther Fürth. Der erste Derbysieg in der Geschichte der Kleeblatt-Frauen war eingefahren.
Im Achtelfinale des BFV-Verbandspokals traf das Kleeblatt am Dienstagabend auf den 1. FC Nürnberg. Auf dem Kunstrasenplatz der Bertolt-Brecht-Schule begannen beiden Mannschaften mit sehr hohem Druck. Das Ziel der beiden Mannschaften war das Gleiche: den Gegner frühzeitig im Spielaufbau zu stören und damit Angriffe frühzeitig zu unterbinden. Die Fürtherinnen hatten damit gerechnet, dass der Gegner früh attackieren würde um in Ballbesitz zu kommen und sich darauf eingestellt. Daher ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen und versuchten den Gegner immer wieder aus der Reserve zu locken. Da beide Teams aber sehr intensiv verteidigten, blieben Torchancen zunächst Mangelware und keinem der Kontrahenten gelang es die gegnerische Keeperin zu fordern.
In der ersten Viertelstunde hatte die Heimelf mehr Spielanteile, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Dies war auch dem kleinen Platz geschuldet, der nur wenige Räume bot. Die erste Chance hatte schließlich die SpVgg. Nach einer Ecke von Lara Schmidt konnte sich Nina Habenschaden lösen und kam am zweiten Pfosten zum Abschluss. Scheinbar selbst überrascht, dass der Ball bis zu ihr durchgekommen war, setzte sie das Leder knapp am Tor vorbei.
Nur zwei Minuten später bot sich den Fürtherinnen die zweite Gelegenheit. Lena Bieber hatte Anna Madl den Ball abgeluchst und quer zu Ann-Kathrin Wolfram gespielt. Deren Schuss aber war für Sara Auweiler im Tor der Heimelf kein Problem. Weiterhin fand das Spiel größtenteils zwischen den Strafräumen statt. Die Heimelf suchte vergeblich nach Lücken in der Fürther Deckung, das Kleeblatt lauerte auf Konter. Doch langsam kamen die Gastgeberinnen besser ins Spiel und spielten etwas zielstrebiger nach vorne. Mehr als ein paar Eckbälle sprangen zunächst jedoch nicht heraus.
Da waren die Gäste gefährlicher. Nach einem Foulspiel an Tina Gulden führte Vanessa Faßold den fälligen Freistoß blitzschnell aus. Ihr Diagonalball landete bei Schmidt, die Richtung Auweiler gestartet war. Sie schlenzte das Leder aus gut 18 Metern auf das lange Eck, doch die Keeperin konnte die Kugel nach vorne abwehren. Mirjam Streck kam zur Hilfe, klärte aber direkt in die Füße von Lena Bieber. Die Stürmerin legte für Anna Buckel ab, deren Schuss allerdings geblockt wurde.
Kurz vor der Pause machte sie es besser. Gulden hatte sich den Ball erobert und war Richtung Tor gestartet. Nach einem schönen Doppelpass mit Bieber war Gulden auf dem Flügel durch und flankte auf Buckel. Die stand im Zentrum völlig blank, nahm den Ball an und schob ihn an der chancenlosen Auweiler vorbei zum 0:1 in die Maschen (38.). Aufgrund der besseren Chancen war diese Halbzeitführung der SpVgg nicht ganz unverdient.
Während die Fürtherinnen unverändert auf den Platz zurückkehrten, versuchten die Gastgeberinnen durch zwei Wechsel mehr Schwung in die Offensive zu bringen. Diese Hoffnung zerschlug Lena Bieber allerdings schnell. Ann-Kathrin Wolfram hatte den Ball zu Buckel gespielt und der abgeblockte Schuss von Nina Habenschaden landete bei Bieber. Die Stürmerin tanzte noch eine Gegnerin aus und wuchtete das Spielgerät anschließend unter die Latte (49.).
„Dieses Tor kam zum perfekten Zeitpunkt“, kommentierte Trainer Kevin Schmidt den Treffer. In der Folge ähnelte das Spiel dann wieder dem in der ersten Halbzeit. Hauptsächlich ging es zwischen den Strafräumen hin und her. Das Tempo war hoch und in einem von beiden Seiten intensiv und leidenschaftlich geführten Duell gab es viele Zweikämpfe. Das Schiedsrichtergespann hatte die Partie aber auch in dieser Phase gut im Griff und sorgte für einen fairen – wenn auch umkämpften – Spielverlauf.
Die Nürnbergerinnen investierten nun wieder mehr und versuchten wieder zielstrebiger zum Torabschluss zu kommen. Durch sehr hohe Laufbereitschaft und einen starken Mannschaftswillen aber gelang es der Spielvereinigung den Gegner weitgehend vom eigenen Tor fern zu halten. Da aus dem Spiel heraus nicht viel gelang, verlegte sich die Heimelf auch auf Standardsituationen. Ein solcher führte schließlich zum Erfolg. Nach einem Eckball sprang Steck am höchsten und verkürzte nach einer Stunde per Kopfball zum 1:2.
Jetzt sorgte auch der Spielstand wieder für mehr Spannung und noch verbissener wurde um jeden Zentimeter des Kunstrasens gefightet. Den Gastgeberinnen hatte der Anschlusstreffer Rückenwind gegeben und davon motiviert, wuchs der Druck auf die Fürther Defensive. Zweimal war es Anna Wachal, die sich aus der Ferne versuchte, Sandra Klug im Fürther Tor aber hatte damit keine Probleme. Die Initiative aber lag nun erst einmal bei den Nürnbergerinnen. Einen 35-Meter-Freistoß von Luisa Richert konnte Klug gerade noch zur Ecke lenken.
Die Keeperin zeigte ein paar Minuten später erneut ihr Können: Nastasja Lein stürmte auf Klug zu, doch die Fürther Keeperin entschied dieses Duell für sich und verhinderte einmal mehr den eigentlich sichergeglaubten Ausgleichstreffer. Einen, von Richert auf das Tor geschlenzten, Freistoß konnte die nur Sekunden vorher eingewechselte Alicia Kohl – von Trainer Schmidt zur Absicherung an den Pfosten beordert – gerade noch aus dem Winkel köpfen (71.).
Schließlich aber passierte es doch: Der Ball rutschte durch die vielbeinige Fürther Abwehr und am zweiten Pfosten stand Nadine Nischler goldrichtig, die mühelos zum Ausgleich einschieben konnte. Dieser Ausgleich war nach der Drangphase der Gastgeberinnen nicht ganz unverdient, denn die Fürtherinnen hatten es nicht mehr geschafft die Zweikämpfe sicher für sich zu entscheiden. Wer jetzt meinte, das Blatt hätte sich gewendet, sah sich getäuscht. Nach diesem 2:2 fand das Kleeblatt wieder zur Ruhe und schlug schließlich eiskalt zurück.
Nach einem schönen Spielzug belohnte sich die SpVgg mit einem Eckball. Wieder hatte sich Lara Schmidt das Leder zurecht gelegt und in den Strafraum geschlagen. Am zweiten Pfosten fand die Kugel in Andrea Walter eine Abnehmerin, die sich im Luftkampf gegen gleich zwei Gegenspielerin behaupten konnte und den Ball zur erneuten Führung einköpfte (83.).
Daniela Held war es dann vorbehalten, endgültig den Deckel auf die Partie zu machen. Nur wenige Augenblicke nach dem folgenden Anstoß war Ann-Kathrin Wolfram gefoult worden. Held legte sich den Ball zurecht und nahm Maß. Aus gut 40 Metern feuerte sie die Kugel, noch den Querbalken streifend, ins Tor (84.). Von diesem Doppelschlag sollten sich die Nürnbergerinnen nicht mehr erholen. Auch wenn Schiedsrichter Fabian Zimmermann noch vier Minuten Nachspielzeit gab, gelang es den Gastgeberinnen nicht mehr, noch einmal heran zu kommen.
„Wir sind sehr stolz auf die Mannschaft. Sie hat heute mit Willen, Leidenschaft und Mut dem Gegner den Zahn gezogen und sich damit den Einzug in die nächste Pokalrunde redlich verdient.“, so ein glücklicher Trainer nach dem Spiel.
Auch Vanessa Faßold war nach dem Derbysieg überglücklich: „Wir haben mit Herz und Verstand gespielt und wollten zeigen was wir können. Wir wollten den Sieg unbedingt und haben dann verdient gewonnen - meiner Meinung nach.“
„Nach dem ersten Tor war es Freude, dass wir dem Club schon mal wehgetan haben.“, beschrieb Keeperin Sandra Klug ihre Stimmungslage während des Spiels. „Mit dem 2:2 war dann klar, jetzt muss nochmal alles rausgeholt werden was geht. Das 3:2 war eine Erlösung und nach dem 4:2 war dann nur noch der Gedanke daran sicher zu stehen und alles nach vorne zu hauen. Nur nichts mehr riskieren. Beim Abpfiff kam dann die Erleichterung und das schönste Gefühl was es nach so einem Derby geben kann.“

Andreas Goldmann

1. FC Nürnberg: Auweiler – Grimm (46. Mai), Steck, Wachal, Nischler, Tietz (46. Richert), Madl, Sauer, V. Heider (90. Köhler), Lein, A. Heider (57. Lederer) - Trainer: Osman Canyaka
SpVgg Greuther Fürth: Klug – Wolfram, Held, Walter, Schmidt, Felbinger (58. Langer), Buckel, Habenschaden (71. Kohl), Faßold, Gulden (64. Treuheit), Bieber (80. Lang) - Trainer: Kevin Schmidt
Tore: 0:1 Buckel (38.), 0:2 Bieber (49.), 1:2 Steck (60.), 2:2 Nischler (75.), 2:3 Walter (83.), 2:4 Held (84.)
Schiedsrichter: Fabian Zimmermann
Zuschauer: 120
Gelbe Karten (Gast): Felbinger, Faßold
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