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Saison 1976/1977
15. Spieltag - So., 14.11.1976, 14:30 Uhr
SpVgg Fürth - Stuttgarter Kickers
0:1 (0:1)
Genau 89 Minuten, fünf der Nachspielzeit Inbegriffen, rannte die SpVgg Fürth dem frühen, nach sechs Minuten erzielten Treffer des neuen Kickers-Torjägers Kelsch nach, ehe sie sich den Stuttgarter Kickerg mit 0:1 geschlagen bekannte. Damit ist nach 63 Wochen auch die Mär von der Uneinnehmbarkeit der Festung Ronhof in Punktespielen zu Ende gegangen. Zuletzt hatten die Münchner „Löwen" am 8. November 1975 hier mit 2:0 gewonnen.
Das frühe Tor von Kelsch, den Grabmeier nie zu halten in der Lage war, ein für den fehlerlos haltenden Löwer unerreichbaren Flachschuß, wäre zu verhindern gewesen, hätte der offensichtlich derzeit indisponierte Bergmann den Pass von Holoch abgefangen. Klump kam nach 20 Minuten mit Kelsch etwas besser zurecht.
Dieser Treffer kam natürlich dem Stuttgarter Konzept weitgehend entgegen. Spielten sie bis zur Pause noch überaus geschickt ein „Ziehharmonika-System" - alle Mann in der Abwehr und fächerförmiges Entfalten bei schnellen Gegenstößen - so beschränkten sie sich im zweiten Abschnitt fast ausschließlich auf massierte Abwehr. Gewiß war diese Spielweise nichts für Fußballästheten. Sie wird jedoch nicht nur von Mannschaften, die sich in der unteren Tabellenhälfte befinden, immer wieder angewendet.
Die Folge war ein fast pausenloses Anrennen der mit großem Einsatz kämpfenden Kleeblättler, das in dem Eckenstand von 13:3 nur unvollkommen widergegeben wird. So sehr das Fürther Bemühen, den Rückstand mit bedingungsloser Offensive aufzuholen, anerkannt werden muß, so wenig Verständnis kann man für die Art dieses „Powerplays" gegen diesen Abwehrwall aufbringen. Beinahe stereotyp wurden die Bälle hoch in den Kickers-Strafraum geschlagen, eine sichere Beute der überaus kopfballstarken Abwehrrecken im blauen Dress.
Je mehr die Zeit verrann, desto ungestümer wurden die Fürther Versuche, aber auch um so kopfloser. Verzweifelt versuchte man einen Elfmeter herauszuschinden, doch der insgesamt gut leitende Schiedsrichter Binningen fiel nicht darauf herein. Als in der 81. Minute Hilkes im Strafraum tatsächlich gefoult wurde, bleib der Pfiff aus. Übrigens mußte in diesem hektischen Spiel, das nichts für herzkranke Kleeblatt-Fans war, neben einigen Akteuren auch der Schiedsrichter behandelt werden. Der Zirndorfer Masseur Wolff machte ihn wieder fit.
Bei allem Einsatz, den die insgesamt 26 Spieler zeigten, kam das „Fair play" nicht zu kurz. Als Hilkes im Stuttgarter Strafraum verletzt am Boden lag, schoß Torwart Gerstenlauer den Ball ins Aus, um eine Behandlung zu ermöglichen. Grimm revanchierte sich und warf den Ball beim Einwurf der Kickers-Abwehr zu.
Wie schon in verschiedenen vorangegangenen Auswärtsspielen, so spielten die Stuttgarter auch in Fürth mit der Variante des Doppel-Liberos. Dollmann und der zum Abwehrspieler umfunktionierte ehemalige Torjäger Bernd Hoffmann operierten wechselweise als „letzter Mann". Mit dieser Taktik kamen die Kleeblättler einfach nicht zurecht.
Nach einer guten Stunde schien es, als würden die Kickers dem unaufhörlichen Druck der Fürther nicht mehr lange widerstehen können. Im Stuttgarter Strafraum „brannte es lichterloh". Immer wieder prallten Schüsse von irgendeinem Abwehrspieler ab. Hier brauchten die Gäste tatsächlich einiges Glück, ihr Gehäuse vor Schaden zu bewahren. Längst hatte Bergmann den Libero-Posten aufgegeben, aber auch seine Soli brachten im Endeffekt nichts ein. Zudem erwiesen sich die eingewechselten Rütten (für einen unter Form spielenden Grabmeier) und Schäfer (der den glücklosen Schwarz ablöste) nicht als Verstärkungen.
Bei diesem bedingungslosen Sturmlauf ergaben sich zwangsläufig Kontermöglichkeiten für die Kickers. Hier rettete Löwer gegen Haug, Kelsch und zuletzt Roth bravourös.
Diese - vermeidbare - erste Heimniederlage wirft die SpVgg Fürth zweifellos etwas zurück, umwerfen sollte sie die Kleeblättler allerdings nicht.

Konrad Vogelsang

SpVgg Fürth: Löwer - Grabmeier (55. Rütten), Lausen, Bergmann, Klump - Grimm, Heinlein, Unger - Heubeck, Hilkes, Schwarz (61. Schäfer) - Trainer: Hans Cieslarczyk
Stuttgarter Kickers: Gerstenlauer - Renner, Schairer, Dollmann, Schindler - Toth, Hoffmann (90. Stichler), Haug, Holoch - Schroff, Kelsch (84. Roth) - Trainer: Rudi Kröner
Tore: 0:1 Kelsch (6.)
Schiedsrichter: Binninger (Gundelfingen)
Zuschauer: 6500
Gelbe Karten (Gast): Holoch, Schairer, Dollmann
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