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Saison 2000/2001
DFB-Pokal - 1. Runde - Sa., 26.08.2000, 15:30 Uhr
1. FC Saarbrücken - SpVgg Greuther Fürth
0:1 (0:0)
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„Gott sei Dank hat es keine Verlängerung gegeben“, atmete Frank Türr erleichtert auf. Sie waren fix und fertig, die Profis der SpVgg Greuther Fürth und registrierten im Brutofen des Ludwigsparkstadions kaum, dass sie mit einem 1:0-Sieg über Gastgeber 1. FC Saarbrücken die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht hatten. Dafür strahlte Vizepräsident Wolfgang Gräf angesichts der zu erwartenden zusätzlichen Einnahme wie ein Honigkuchenpferd. Die Revanche für die eine Woche zuvor an gleicher Stelle erlittene 1:2-Niederlage im Zweitliga-Spiel gelang mit einer – so Trainer Benno Möhlmann – erheblich verbesserten Einstellung. In spielerischer Hinsicht ließen die „Kleeblättler“ diesmal viele Wünsche offen.
Taktische Geplänkel vor dem Anpfiff. Weil Saarbrücken mit einer Vierer-Abwehrkette aufwartete, bot Benno Möhlmann – er musste auf die Verletzten Faouzi Rouissi und Guido Gorges verzichten – drei Spitzen auf. Überraschung Nummer zwei in der Formation: Erstmals überhaupt kam als Stürmer auf der rechten Seite der bislang nur in der Amateur-Mannschaft spielende Siaka Bamba zum Zuge. „Das ist kein Risiko“, begründete der Trainer seine Entscheidung, „denn er hat in der letzten Woche beim Training einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen.“
Aber die Fürther kamen bei der Gluthitze zunächst überhaupt nicht ins Spiel und wurden auch dadurch überrascht, dass sich Saarbrückens Trainer Klaus Toppmöller etwas Besonderes einfallen hatte lassen: Trotz der Vierer-Kette agierte er mit Manndeckung. Befanden sich seine Spieler im Ballbesitz, stürmten sie fast alle überfallartig nach vorne. Für den ersten Warnschuss sorgte in der 11. Minute Kapitän Karsten Hutwelker, denn er traf nach einem klugen Rückpass von Sambo Choji den Pfosten. Die kleinen, aber ungemein wendigen Saarbrücker Stürmer bereiteten den „Kleeblättlern“ einiges Kopfzerbrechen. Allen voran Mladen Bartolivic, der von Nico Sbordone kaum zu bremsen war.
Die Gegenwehr der Gäste nahm sich in der Offensive bescheiden aus, obwohl der Gegner bei schnellen Kontern durchaus verwundbar war. Aber weil das Umschalten von Abwehr auf Angriff im Zeitlupentempo vonstatten ging, konnte sich Saarbrücken immer wieder rechtzeitig formieren. Jeder Fürther Spieler trieb den Ball erst einige Meter vor sich hin, anstatt das Direktspiel zu suchen. Aber irgendwann lernten sie ihre Lektion und kamen deshalb auch zu der einen oder anderen Chance. Nachdem der diesmal ziemlich daneben liegende Christian Hassa in der 39. Minute mit einem Schuss an dem zehn Meter vor seinem Gehäuse stehenden Torhüter Peter Eich gescheitert war, köpfte Horst Elberfeld völlig freistehend über die Latte.
Drei Minuten vor dem Pausenpfiff sorgte der äußerst schwache Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Aust für Aufsehen mit einer Hilfsaktion für Saarbrücken. Dino Toppmöller, zuvor bereits verwarnt, leistete sich ein rüdes Foul an Nico Sbordone und hätte die gelb-rote Karte sehen müssen. Der Pfeifenmann reagierte falsch, Papa Topmöller aber absolut richtig: Er wechselte seinen Filius sofort aus. Aust benachteiligte in der ersten Hälfte permanent die Fürther, entschloss sich später aber zu einer Wiedergutmachung: Bei einer Rangelei mit Anthony Tieku hätte Elberfeld in der 67. Minute durchaus auch Rot sehen können. Zwei Minuten zuvor hatte der Fürther Stürmer eine Riesenchance vegeben, als er eine mustergültige Felgenhauer-Flanke vorbeiköpfte.
Als großartiger Prophet erwies sich nach der Pause der auf der Tribüne sitzende Chemnitzer Co-Trainer Manfred Lienemann. „Die Fürther gewinnen das Spiel“, weissagte er, „denn die Saarbrücker sind nicht mehr gut zu Fuße.“ In der Tat: Die Toppmöller-Truppe hatte sich bei ihren ständigen offensiven Bemühungen ziemlich verausgabt und war mit ihren Kräften ziemlich am Ende. Nur war das Angriffsspiel der „Kleeblättler“ alles andere als entschlossen und ohne Ideen. Mögliche tödliche Konter wurden durch eklatante Fehlpässe verpasst. Die zweite Auswechslung – nach der Pause hatte Ralph Hasenhüttl bereits Bamba abgelöst – erwies sich aber als Glücksgriff: Petr Rumann löste in der 75. Minute den schwachen Hassa ab. Und 120 Sekunden später erzielte er das „Tor des Tages“, das den Fürthern einiges Geld bescheren kann. Der junge Tscheche schob eine von Hasenhüttl verlängerte Ecke aus zwei Metern ungehindert ein. Auf die üblichen Veitstänze verzichteten die Möhlmann-Schützlinge in dieser Szene wie auch nach dem Abpfiff der wahren Hitzeschlacht.
Saarbrücken mobilisierte in den restlichen 13 Minuten seine letzten Kräfte und stürmte mit Mann und Maus. Die Gegenwehr der „Kleeblättler“ nahm sich bescheiden aus. Hilflos agierte die Abwehr, und die sich bietenden Kontermöglichkeiten gegen die völlig entblößte FC-Deckung wurden anfängerhaft vegeben. „Wir hätten uns die ganze Aufregung ersparen können und den Sack vorher zubinden müssen“, räumte Trainer Möhlmann ein. Der Frust über die spielerisch wenig überzeugende Leistung aber hielt sich in Grenzen. Zum einen diente die Hitze in dem Kessel des Ludwigsparkstadions als Alibi – und zum anderen ist die zweite Pokalrunde erreicht worden.
1. FC Saarbrücken: Eich - Grozavu - Echendu, Tieku (74. Musa) - Hutwelker, Muschinka, Toppmöller (42. Susic), Bender (46. Hörster), Molz - Choji, Bartolovic - Trainer: Klaus Toppmöller
SpVgg Greuther Fürth: Hain - Sbordone, Skarabela, Surmann - Hassa (76. Ruman), Reichel, Azzouzi, Felgenhauer - Türr, Elberfeld (90. Lamptey), Bamba (46. Hasenhüttl) - Trainer: Benno Möhlmann
Tore: 0:1 Ruman (77.)
Schiedsrichter: Aust (Köln)
Zuschauer: 4000
Gelbe Karten: Toppmöller, Tieku
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