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Saison 1976/1977
19. Spieltag - So., 12.12.1976, 14:00 Uhr
SpVgg Fürth - Kickers Offenbach
0:2 (0:2)
Die Fürther Kleeblättler zahlten gestern die von General Winter aufgemachte Rechnung doppelt: der Verlust des zweiten Heimspiels mit 0:2 gegen die ebenfalls in letzterer Zeit krisengeschüttelten Kickers mag alles in allein als glückloses sportliches Resultat zu verschmerzen sein, nicht aber daß nur 5000 zahlende Besucher zum verschneiten Ronhof kamen.
Von der feierlichen Stimmung, die von der Ehrung Peter Löwers für 500 und Helmut Klumps für 400 Spiele anfangs ausging, war schon nach fünf Minuten nichts mehr übrig geblieben: ausgerechnet Löwers „Verdienst" blieb es, das der Wirbelwind Krause ohne Mühe zum Einschuss kam. Dabei hatte er die Kugel nach einer Rückgabe schon fest gefasst, ehe er sie im Fallen auf dem glatten Boden wieder ausließ.
Damit waren die taktischen Konzeptionen festgelegt: Fürth hatte dem Erfolg nachzurennen und die Offenbacher kamen gar nicht in die Not zu beweisen, daß die Kunde von ihrer großen Krise zu Recht behauptet wurde. Sicher ist nur, dass um Libero Rausch noch soviel Cleverness und Kaltschnäuzigkeit versammelt waren, dass dieser Vorsprung vermutlich für zwei Spiele gereicht hätte.
Hier wurde mit aller gebotenen Härte auch am Mann für Bereinigung gesorgt, vor allem mit weiten Abschlägen jegliche Fürther Illusion auf den Ausgleich im Keime zerstört, und wenn die Pässe die richtige Adresse fanden, ein Konterspiel inszeniert, wie es der Situation angemessen war. Die direkte und weitgehend körperlose Angriffsmethode ließ einzig an vergangene Bundesliga-Tage erinnern.
In derartigen Phasen sorgten dann die drei Kickers-Spitzen (Krause, Bastrup und der zurückgezogene Held) für mehr Gefahr vor Löwer, als die Kleeblättler in den 90 Minuten zusammen, wobei vor allem Lausen einige Mühe mit Bastrup hatte, Klump den Exnationalspieler weitgehend kontrollierte und selbst viel Raum hatte.
Die Fürther hatten zunächst Schwierigkeiten, mit Ball und Boden einigermaßen klar zu kommen. Erst als sie längere Pässe schlugen, lief es besser, wenn auch gesagt werden muß, das sich das Kurzpaßspiel und unproduktive Einzelaktionen nie ganz aus dem Team herausbringen ließen.
Das ist letztlich auch der Grund, warum kaum einmal das Überraschungsmoment richtig zum Tragen kam. Hinzu kam noch, daß der Weg über die Flügel kaum beschritten wurde. Heubeck befand sich keineswegs in seinem Element. Von Schäfer und Rütten war fast nichts geboten. Nur Geyer, der offensichtlich in der jüngsten Vergangenheit viel zu wenig Gelegenheit hatte zu zeigen, was er wirklich kann, blieb stets gefährlich.
Auch aus dem Mittelfeld kam viel zu wenig, wo Heinlein und mit Abstrichen auch Grimm zu ordnen versuchten, ohne die entscheidenden Fäden zu spinnen zu können. Die beiden hätten beinahe den Ausgleich in Gemeinschaftsarbeit dennoch geschafft (25.). Aber da zielte Grimm daneben. Fürth braucht derzeit wieder zu viele Chancen. Gestern waren es nicht genug, auch wenn das Eckenverhältnis auf 15:3 kletterte.
Es dokumentiert, wie feldüberlegen die Fürther im Grunde waren. Dass da einige Spieler erst vom Krankenbett aufgestanden waren und Hilkes fehlte, sind gewiss Faktoren, die eine Rolle spielten, aber es hätte auch so reichen können, wenn nicht kurz vor der Pause schon das 0:2 gekommen wäre. Hier verluden Held und Krause drei Fürther Abwehrleute im Konterverfahren. Zehn Minuten vorher hatten die beiden das gleiche Spielchen getrieben, doch war Krause abseits gestanden.
Nach dem Wechsel konnte zumindest der Anschluss fallen, aber da hatte nach Grimms Solo und Querpass Helmschrot Glück, daß der Ball nicht neben dem Pfosten im Tor einschlug. Fürths Druck wurde immer stärker. Popp spielte recht gut jetzt letzter Mann, aber die Kickers fanden einige wenige Gelegenheiten zum Kontern, wobei in zwei Fällen Bastrup an Löwer scheiterte. Das 0:3 war nicht auszuschließen.
Der Einsatz des schottischen Linksaußen Duncan Lambie kann nächste Woche erst im Freundschaftsspiel gegen den HSV erfolgen, weil trotz sofortiger Freigabe durch seinen Heimatverband der DFB-Bürokratismus die Spielgenehmigung für das Offenbachspiel noch nicht zuließ. Hier muß ein Spieler halt erst auf die Transferliste.
In Hamburg wird sich zeigen, ob gegen Darmstadt mit ihm ein „Weihnachtsgeschenk" drin ist, das eigentlich schon gegen die Kickers fällig war. Wenn der Club einen guten Tag erwischt, müssen die Offenbacher nicht unbedingt alle vier Punkte aus Franken entführen. Fürth hatte immerhin nicht seinen besten Tag. Auf dem Schnee spielt sich halt schwerer. Kraft haben die Ronhöfer jede Menge verbraucht, vielleicht zuviel, um , noch klar denken und schießen zu können.

Gunter Weidner

SpVgg Fürth: Löwer - Grabmeier (36. Popp), Lausen, Bergmann, Klump - Grimm, Heinlein, Unger - Heubeck, Geyer, Schäfer (62. Rütten) - Trainer: Hans Cieslarczyk
Kickers Offenbach: Helmschrot - Rohr, Berg, Rausch, Faß - Skala, Bitz, Blechschmidt - Krause, Bastrup, Held - Trainer: Udo Klug
Tore: 0:1 Krause (5.), 0:2 Krause (43.)
Schiedsrichter: Nickel (Neustadt/Weinstraße)
Zuschauer: 5000
Gelbe Karten (Gast): Krause
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