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Saison 1976/1977
28. Spieltag - So., 06.03.1977, 15:00 Uhr
FC Bayern Hof - SpVgg Fürth
3:1 (1:0)
Wenn auf eine mißlungene Generalprobe eine Glanzleistung folgt, dann war für die SpVgg Fürth die 1:3 (0:1)-Niederlage beim FC Bayern Hof ein gutes Omen für das Derby am nächsten Samstag.

Das war allerdings so ziemlich der einzige positive Aspekt, den man dieser aus Fürther Sicht gesehen völlig mißratenen Partie abgewinnen konnte. In Hof konnte die SpVgg Fürth in kaum einer Phase an die zuletzt gezeigten ausgezeichneten Spiele gegen die Spitzenmannschaften FC Homburg und TSV München 1860 anknüpfen.

Die Fürther sahen sich einer glänzend disponierten und mit ungeheurem Einsatz spielenden Hofer Mannschaft gegenüber, die von Anfang an spielbestimmend war und die Fürther nur sporadisch zum Zuge kommen ließen. Vor allem imponierte bei den Oberfranken der enorme Kampfgeist, der über die 90 Minuten nie erlahmte.

Die Frage muß offen bleiben, ob ein Trainerwechsel, wie er in der vergangenen Woche in Hof zu verzeichnen gewesen war, eine gewisse Stimulans auf Profispieler zeigt. Jedenfalls wie von Hofer Seite übereinstimmend festgestellt wurde, spielten die Gelbschwarzen schon lange nicht mehr mit jenem Elan, den sie gegen die SpVgg Fürth an den Tag legten. Schon gleich nach Spielbeginn wurde klar, daß sich der FC Bayern Hof etwas Besonderes vorgenommen hatte. Er stürmte und drängte die Fürther in die Defensive.

Überraschend, wie unsicher die Kleeblättler wirkten. Das galt vor allem für Grabmeier, der mit dem schnellen und trickreichen Lippert nur selten fertig wurde, und galt auch für Lausen, der gegen den zwar eckig wirkenden, aber doch ungeheuer drangvollen Feulner große Schwierigkeiten hatte. Ein Glück für die Fürther, dass Löwer im Tor und vor allem Libero Bergmann kühlen Kopf bewahrten und immer wieder rettend eingriffen. Allerdings war Löwer am 1:0 der Hofer nicht ganz schuldlos, als er einen Flankenball nicht festhalten konnte und Grabmeier zu kurz abwehrte. Der Ball kam Lippert vor die Füße, und gegen dessen 16-Meter-Schuss war kein Kraut gewachsen. Weiterhin hielt die Überlegenheit des FC Bayern an. Vor allem setzte sich immer wieder Feulner wirkungsvoll durch, wenn er auch im Abschluß Schwächen verriet. Die SpVgg Fürth hatte bis zur Pause lediglich eine große Chance, als Unger - ansonsten weit von seiner zuletzt gezeigten Form entfernt - nach einem Zuspiel von Hilkes den Ball gegen das Außennetz setzte.

Wieder einmal zeigte es sich, daß die SpVgg Fürth, solange sie nur mit zwei Sturmspitzen (Hilkes und Heubeck) angreift, einfach zu wenig Druck entfachen kann. Die Konzeption, das Mittelfeld durch Schäfer und Jensen zu verstärken, brachte praktisch nichts. Allerdings wurde es nach der Pause kaum besser, als der Schotte Lambie für den insgesamt doch enttäuschenden Jensen ins Spiel gebracht wurde. Es zeigte sich deutlich, daß Lambie doch noch hart an sich arbeiten muß, um den Anforderungen der zweiten Bundesliga gerecht zu werden.

Bereits zwei Minuten nach der Pause fiel das vorentscheidende zweite Tor, als sich der Verteidiger Wolf nach einem Steilpaß von Achatz allein durchspielte, zunächst Bergmann stehen ließ, auch noch Löwer täuschte und den Ball überlegt ins Netz lenkte. Nun brachte Trainer Hans Cieslarczyk Grimm für den diesmal sehr viel schuldig bleibenden Schäfer, und Grimm war kaum eine Minute auf dem Feld, als ihm bereits mit einem satten 20-Meter-Schuss der Anschlusstreffer glückte.

Nun sah man bei Fürth so etwas wie ein Aufbäumen. Die Mannschaft wurde überlegen, bedrängte das Hofer Tor, doch mitten in diese Phase totaler Offensive kam die kalte Dusche. Feulner, von Sieber geschickt eingesetzt, erzielte das spielentscheidende 3:1. Hier hatte Grabmeier den Ball verfehlt.

Dennoch gab die SpVgg Fürth nicht auf. Man versuchte, das Steuer noch einmal herumzureißen, zumal Grimm doch dem Fürther Spiel neue Impulse verlieh. Dabei konnte es natürlich nicht ausbleiben, daß sich die nun auf Konterstöße beschränkenden Hofer immer wieder gefährlich dem Fürther Tor näherten. So zeigte Lippert eine Glanzleistung, als er Grabmeier beinahe nach Belieben narrte und unerhört wuchtig ins Dreieck schoss, doch Löwer hielt diesen Ball prachtvoll (67.).

Zu allem Unglück kam noch hinzu, daß sich Lausen 15 Minuten vor Spielschluss verletzte und in der Schlussoffensive nur noch als Statist wirkte. In der 85. Minute traf Heubeck aus gut 25 Metern nur die Latte. Das allerdings war Heubecks einzige Glanztat. Sonst konnte er sich gegen den giftigen Fichtner praktisch nie durchsetzen.

Ein Sonderlob verdiente sich Schiedsrichter Ermer aus Weiden, der eine überzeugende Partie bot.

Kein Zweifel: in der Verfassung von Hof hat die SpVgg Fürth auch gegen einen nur durchschnittliche Leistungen zeigenden 1. FC Nürnberg kaum eine Erfolgschance.

Konrad Vogelsang

FC Bayern Hof: Seifert - Wolf, Dürrschmidt (58. Deutscher), Sieber, Fichtner - Achatz, Klein, Zapf - Blümig, Feulner, Lippert - Trainer: Siegfried Stark
SpVgg Fürth: Löwer - Grabmeier, Lausen, Bergmann, Klump - Schäfer (53. Grimm), Heinlein, Unger - Heubeck, Hilkes, Jensen (48. Lambie) - Trainer: Hans Cieslarczyk
Tore: 1:0 Lippert (8.), 2:0 Wolf (47.), 2:1 Grimm (54.), 3:1 Feulner (62.)
Schiedsrichter: Ermer (Weiden)
Zuschauer: 3500
Gelbe Karten (Gast): Hilkes
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