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Saison 1976/1977
32. Spieltag - Sa., 02.04.1977, 15:30 Uhr
Jahn Regensburg - SpVgg Fürth
2:2 (1:2)
Das war der Tiefpunkt! Was der bereits zum Abstieg verurteilte SSV Jahn Regensburg und die völlig von der Rolle gekommene SpVgg Fürth am Samstag im Jahnstadion beim 2:2 (1:2) boten, hatte alles andere denn Zweitbundesliga-Format.
Obwohl es für beide Teams praktisch um nichts mehr ging, entwickelte sich alsbald eine ganz und gar unerfreuliche Hackerei. Die Regensburger versuchten von Anbeginn, ihre klare spielerische Unterlegenheit durch erhöhten Einsatz auszugleichen und gingen in diesem Bestreben entschieden zuweit. Die Fürther ließen sich davon anstecken und keilten mit gleicher Münze zurück.
So war die Begegnung von einer bösen Hektik getragen. Zu allem Unglück war Schiedsrichter Rumbuchner offenbar überfordert. Er pfiff zwar fleißig und laut, hängte sich an Kleinigkeiten, ließ jedoch die größten Ruppigkeiten ungeahndet und zwar auf beiden Seiten. Hereingelegt wurde er in der 27. Minute von dem für Hodel eingewechselten Melzl, der sich fallen ließ, als er von Grabmeier im Strafraum angegriffen wurde. Ruhs verwandelte den Strafstoß zum 1:1.
Ein Wort zu Grabmeier: er war mit Abstand bester Spieler Fürths, behielt ungeachtet aller Turbulenz klaren Kopf - was überraschen musste - und leistet sich im Gegensatz zu den meisten anderen kein Foul. Völlig unverständlich war der Platzverweis für Melzl unmittelbar vor dem Pausenpfiff nach einem vergleichsweise harmlosen Foul an Schäfer.
Bezeichnend für den Spielverlauf: als die SpVgg Fürth in der 43. Minute durch Heinlein das 1:2 erzielte, hatte Jahn nur neun Spieler auf dem Feld. Bei einem Eckball für Jahn kurz zuvor würden Melzl und Michalka verletzt und lagen zur Behandlung hinter Löwers Gehäuse, als es bei Hümmer einschlug.
So mäßig das Spiel auch war, das zumindest aus Fürther-Sicht Erfreuliche soll nicht vergessen Werden. Wieder wartete Hillkes mit einem spektakulären Treffer auf, als er in der 18. Minute in einen Weitschuß Bergmanns (der wenigstens sporadisch seine Klasse andeutete) sprang und den Ball in die äußerste Ecke köpfte, während Hummer unterwegs in die andere war.
Der dürftige Regensburger Anhang und die relativ stattliche Zahl Fürther Schlachtenbummler erwarteten nach Wiederbeginn eine entschlossene Kleeblatt-Mannschaft, die versuchen würde, dem dezimierten Gegner alsbald den Garaus zu machen. Doch weit gefehlt. Die Kleeblättler spielten sich überheblich, Gegner und Zuschauer provozierend, den Ball in der eigenen Hälfte immer wieder zu. Die Einheimischen begannen gellend zu pfeifen, die Fürther Besucher waren entsetzt.
Schließlich wurde dies Trainer Hans Cieslarczyk zu bunt. In der 72. Minute brachte er Broh und Dieter Bergmann für Heubeck und Schäfer auf das Feld, Heubeck war nach seiner Glanzpartie gegen Augsburg nicht mehr wiederzuerkennen, wobei nicht unerwähnt bleiben darf, daß ihn der bullige Meichel bisweilen brutal beharkte. Schäfer, der für den verletzten Unger eingesetzt war, blieb auf seiner Lieblingsposition als verdeckte zweite Angriffsspitze farblos. Bereits nach zwei Minuten hätte er Fürth in Führung bringen müssen.
Als niemand mehr auch nur eine Mark auf den SSV Jahn gesetzt hätte, schnappte sich Schneider in der eigenen Hälfte das Leder, sprintete über das halbe Feld und ließ Löwer mit einem Flachschuß keine Abwehrchance.
In der 88. Minute schien doch noch der Kleeblatt-Siegestreffer zu fallen, als Hilkes mit raffiniertem Absatzkick den Ball über Hümmer hinweghob, doch das Leder knapp neben dem Pfosten im Aus landete.
Bezeichnend für den Spielablauf mag eine Äußerung des Kapitäns Bernhard Bergmann sein: „Der Krieg ist beendet." Es war ein überaus unerfreuliches Treffen, das an alte Zeiten erinnerte, als sich die Schade-Mannschaft und die Eisenschenk-Elf unbarmherzig bekämpften. Ein gütiges Geschick wird eine Neuauflage dieser Begegnung für nicht vorhersehbare Zeit verhindern.

Konrad Vogelsang

Jahn Regensburg: Hümmer - Meichel, Lippert, Mathes, Valent - Richthammer, Michalka, Hodel (21. Melzl) - Schneider, Ruhs, Schmidbauer (60. Kraus) - Trainer: Helmut Richert
SpVgg Fürth: Löwer - Grabmeier, Klump, B. Bergmann, Rütten - Grimm, Heinlein, Schwarz - Heubeck (72. Broh), Hilkes, Schäfer (72. D. Bergmann) - Trainer: Hans Cieslarczyk
Tore: 0:1 Hilkes (18.), 1:1 Ruhs (27., Foulelfmeter), 1:2 Heinlein (43.), 2:2 Schneider (74.)
Schiedsrichter: Rumbucher (Mehring)
Zuschauer: 1000
Gelbe Karten: Ruhs, Meichel
Gelbe Karten (Gast): Rütten, Heinlein
Rote Karten: Melzl (44.)
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