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Saison 1977/1978
10. Spieltag - Sa., 01.10.1977, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
0:2 (0:1)
„Wir haben während des gesamten Spiels nicht zu unserer Linie gefunden", stellte Hannes Baldauf, Trainer der SpVgg Ffirth, nach dem 219. Derby fest.
Kein Zweifel, das war nicht die SpVgg Fürth, wie man sie in verschiedenen vorangegangenen Spielen zu sehen bekommen hatte. Die Mannschaft war fiberängstlich darauf bedacht, kein frühes Gegentor zu kassieren. So verkümmerte ihre wahre Stärke, das Angriffsspiel.
Wenn bei Fürth die Rede davon ist, so sind in erster Linie nicht die Angriffsspitzen angesprochen, sondern die Mittelfeldspieler. Von ihrer Verfassung hängt es ab, ob Tore fallen oder nicht. Von den bisher erzielten 16 Kleeblatt-Toren schössen Heinlein und Unger zusammen 13.
Beim Derby fiel Heinlein bereits nach zehn Minuten aus. Er erlitt einen Bluterguß im Oberschenkel, der auf einen Muskelfaserriß schließen läßt. Unger kam gegen Eder nicht zur gewohnter Wirksamkeit. Grimm schließlich, der Mann mit dem unerhört harten Schuß, zog wiederholt einen risikolosen Querpaß vor, als aus der zweiten Reihe beherzt loszuknallen.
„Wenn von drei Angriffsspitzen nur einer eine Durchschnittsleistung bringt, die beiden anderen gar nichts, dann kann man kein Tor schießen", stellte Baldauf mit einem Anflug von Resignation fest.
An der Nominierung von Dieter Bergmann, dem Neffen von Kapitän Bernhard Bergmann, entzündete sich bereits während des Spiels und erst recht nach dem Schlußpfiff der Widerstreit der Meinungen. Tatsache bleibt: seit Hilkes hat Fürth keinen Mittelstürmer mehr. Erich Geyer hatte während der Vorbereitungszeit und in bisher acht von neun Punktespielen die Gelegenheit, Nachfolger von Hilkes zu werden. Er hat diese mannigfachen Chancen nicht genutzt.
Dem vom äußeren Erscheinungsbild her für den Posten des Mittelstürmers wie geschaffen scheinenden Kraftbündel ist bislang kein Tor gelungen. Auch der Versuch mit Erich Unger als Angriffsspitze schlug fehl. Also mußte schier zwangsläufig ein anderer Mann kommen. Daß allerdings auch Dieter Bergmann die ohnehin nicht hochgeschraubten Erwartungen in keiner Weise gerecht werden konnte, blieb niemandem unter den knapp 16 000 Zuschauern verborgen.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Spielern beider Teams bestand auch in der Bereitschaft. Beim Club, mit erfolgshungrigen jungen Spielern durchsetzt, stand bedingungsloser und bisweilen auch schonungsloser Einsatz obenan. Diesen vermißt man im Kleeblatt-Team seit langem, nicht etwa nur am letzten Samstag. Bezeichnend eine Äußerung des ehemaligen Fürther Trainers Werner Bickelhaupt: „Wenn bei einem Lokalspiel eine Mannschaft erst zu kämpfen anfängt, wenn sie mit 0:2 im Rückstand liegt, ist es viel zu spät. Über den Kampf hätten die Fürther zu ihrem Spiel finden müssen, nicht umgekehrt!"
„Mit dem Ausscheiden von Bernhard Bergmann war für uns das Spiel gelaufen", sagte hinterher Horst Buhtz. Waren die Gewinnchancen für die SpVgg Fürth nach der frühen Verletzung von Heinlein ganz erheblich gesunken, so bedeutete bereits die 53. Minute, als der Kapitän vom Platz getragen werden mußte, das Ende für das Kleeblatt. Hatte Heinlein-Nachfol-ger Lausen wenigstens in der Defensive noch ein paar Pluspunkte sammeln können, so fand Jensen überhaupt keine Bindung mehr. Was ist aus dem einstigen „Stehaufmännchen" nur geworden?
Daß es beim Kleeblatt wie schon im Heimspiel gegen Homburg ausgerechnet in. der 45. Minute „passierte", empfindet man als Schicksalsschlag. Dagegen hat man sich offenbar mit der mangelnden Unterstützung von den Rängen her abgefunden.
Eine Konsequenz aus der Derbyniederlage wurde gezogen: Es gibt am heutigen Montagabend keine Kirchweihfreuden für die Fürther Spieler im Geismannsaal. Statt dessen wurde eine Mannschaftssitzung anberaumt, in der die Spieler mittels Videorecorder ihre „Glanzleistungen" bewundern können.
Spielverlauf im Telegramm:
3. Minute: Löwer berechnet einen Ball falsch, Klump bereinigt die Situation.
10.: Heinlein kann wegen einer Zerrung nicht weitermachen, für ihn kommt Lausen.
18.: Grimm zwingt Hummel mit einem plazierten Freistoß zur ersten Parade.
23.: Ein Schuß von Heubeck verfehlt das Tor nur knapp.
24.: Hummel greift nach einem Eckstoß am Ball vorbei, doch kein Fürther ist zur Stelle.
27.: Grabmeier schießt nach einem Alleingang daneben.
29.: Susser bringt den Club mit einem Kopfball nach Eckstoß in Erinnerung.
32.: Pausch klärt, als Dieter Bergmann in bester Schußposition den Ball zu weit vom Fuß springen läßt.
33.: Ein Nachschuß von Stocker streicht knapp über Löwers Gehäuse.
39.: Gelbe Karte für Bernhard Bergmann, der gegen Weyerich Foul spielt, obwohl er keine Chance hat, den Ball noch zu erreichen.
44.: Weyerich scheitert nach einem Alleingang an Löwer, doch Petrovic erfaßt die Situation blitzschnell, Löwer erreicht den genau getimten Heber nicht mehr, der Club führt 1:0.
47.: Nach einem Steilpaß trifft Eder das Tor nicht.
53.: Bernhard Bergmann verletzt sich, für ihn kommt Jensen.
55.: Gelbe Karte für Lambie nach Foulspiel gegen Klaus Täuber.
59.: Pausch verfehlt mit einem Nachschuß das Ziel nur knapp.
62.: Löwer rettet gegen Lieberwirth.
63.: Susser läßt eine große Chance aus.
66.: Klaus Täuber erzielt mit Kopf ball nach Freistoß von Petrovic das 2:0 für den Club.
71.: Pausch und Hummel behindern sich gegenseitig, doch Stocker kann klären, bevor für die Fürther eine echte Chance daraus wird.
75.: Dieter Bergmann hat nach Eckstoß die Möglichkeit zum Anschlußtreffer, doch Hummel pariert.
80. Jürgen Täuber kommt für Susser.
SpVgg Fürth: Löwer - Grabmeier, B. Bergmann (54. Jensen), Klump, Rütten - Grimm, Heinlein (10. Lausen), Unger - Heubeck, D. Bergmann, Lambie - Trainer: Hannes Baldauf
1. FC Nürnberg: Hummel - Stocker, Weyerich, Pausch, Beierlorzer - Eder, Petrovic, Lieberwirth - Susser (80. J. Täuber), K. Täuber, Zivaljevic - Trainer: Horst Buhtz
Tore: 0:1 Petrovic (45.), 0:2 K. Täuber (65.)
Schiedsrichter: Walther (Würzburg)
Zuschauer: 16000
Gelbe Karten: B. Bergmann, Lambie
Besondere Vorkommnisse: 10 Nürnberger "Fans" werden wegen Körperverletztung und Sachbeschädigung festgenommen.
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