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Saison 1977/1978
29. Spieltag - Sa., 11.03.1978, 15:30 Uhr
1. FC Nürnberg - SpVgg Fürth
2:1 (1:0)
Treu und brav, wie es sich für die Fürther geziemt, lieferten sie im Nürnberger Stadion pflichtschuldig beide Punkte ab und fuhren dann, frei von Gewissensbissen, wieder in den Ronhof zurück. Sie waren sogar noch ein bißchen stolz auf die Meinungen von da und dort, beim 220. Derby den „eleganteren Fußball" gezeigt zu haben. Als ob es dafür noch etwas zu kaufen gäbe.
Fürths Däne Viggo Jensen umriß es hinterher so: „Rein spielerisch sind die Nürnberger nicht besser als wir. Aber sie haben uns an Cleverneß ein beträchtliches Stück voraus, spielen profihafter als wir, auch die Jungen."
Zum zweiten Tor meinte Spielausschußmitglied Fritz Zeiser sarkastisch: „Hätten wir im Ronhof ein solches Tor erzielt, es wäre niemals anerkannt worden." Den Heimbonus, den jede Mannschaft genießt und selbstverständlich weidlich nutzt, muß jede Gastelf ins Kalkül einbeziehen.
Die große Schwäche der SpVgg Fürth ist nach wie vor die mangelnde Härte in den Zweikämpfen. Wo die Nürnberger voll zur Sache gehen, ziehen die Fürther ängstlich das Bein zurück. Und wenn die Kleeblättler Fouls begehen, sind diese bereits im Ansatz erkennbar.
Mit Bergmann, Rütten und Lausen standen die besten Fürther Spieler in der Abwehr. Im Mittelfeld imponierte Jensen mit weiten Diagonalpässen. Aber Fürths „Asse" Unger und Heinlein machten diesmal keinen Stich. Lediglich Heinlein kam in der 6. Minute einmal völlig ungehindert zum Schuß, doch hielt Club-Keeper Müller prachtvoll.
Fürths Misere lag im Angriff. Eine Woche zuvor hatte Schäfer gegen Waldhof — allerdings in der Unger-Rolle — eine Prachtpartie geliefert. Diesmal, als Rechtsaußen, wirkte er gehemmt, konnte den verletzten Fritz Heubeck nicht vergessen machen. Schwarz, der nach der Pause für Schäfer zum Zuge kam, hatte wenigstens einige gute Szenen. Rätselhaft ist seit Wochen die Formschwäche von Duncan Lambie. Hat er Heimweh nach Schottland? Völlig unverständlich sein Foul ohne Ball an Walitza in der 62. Minute. Glück für den Schotten, daß dies der Schiedsrichter nicht sah. Hier hätte es sonst nur eine Entscheidung geben können; Platzverweis.
Ehe Pankotsch das Anschlusstor gelang, hatte er wiederholt Gelegenheit, das Derby für Fürth zu entscheiden, doch traf er jeweils den Ball nicht voll. Insgesamt eine enttäuschende Leistung des früheren Homburgers. Geyer, unmittelbar nach dem 2:0 für Lambie auf den Platz gekommen, sorgte noch für einige Aufregung im Nürnberger Strafraum. Am Fürther Gegentor hatte er maßgeblichen Anteil.
Wer in Nürnberg siegen will, kann es sich nicht leisten, auf einigen Posten schwach besetzt zu sein. Was die drei Kleeblatt-Angriffsspitzen boten, war entschieden zu wenig. Das Manko der Fürther: das Leistungsgefälle innerhalb des Teams ist zu groß.

Konrad Vogelsang

1. FC Nürnberg: Müller - Dämpfling, Pausch, Weyerich, Beierlorzer - Eder, Schöll (73. J. Täuber), Petrovic - Lieberwirth, Walitza, K. Täuber - Trainer: Horst Buhtz
SpVgg Fürth: Löwer - Klump, Lausen, Bergmann, Rütten - Jensen, Heinlein, Unger - Schäfer (46. Schwarz), Pankotsch, Lambie (68. Geyer) - Trainer: Hannes Baldauf
Tore: 1:0 Lieberwirth (28.), 2:0 Petrovic (68.), 2:1 Pankotsch (79.)
Schiedsrichter: Joos (Stuttgart)
Zuschauer: 28000
Gelbe Karten (Gast): Rütten, Geyer
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