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Saison 2019/2020
13. Spieltag - So., 17.11.2019, 15:15 Uhr
FFC Wacker München - SpVgg Greuther Fürth
5:1 (1:0)

Auch wenn es das Ergebnis nicht unbedingt deutlich zeigt: Die SpVgg Greuther Fürth hatte den Tabellenführer FFC Wacker München lang an die Kette gelegt. Eine Sensation schien erreichbar, am Ende aber hieß es erneut Wunden lecken. Mit dem 1:5 (1:0) verabschiedet sich das Kleeblatt zumindest in der Liga in die Winterpause. Ein Pokalspiel in Hof steht aber noch an.

Ein Sieg war nicht unbedingt einkalkuliert gewesen, doch die Spielerinnen der SpVgg Greuther Fürth hatten sich trotzdem vorgenommen den Gegner und Tabellenprimus nach Kräften zu ärgern. Und das gelang auch zunächst ganz gut. Die junge Fürther Mannschaft machte es in der Arbeit gegen den Ball und den Gegner so gut, dass die Spitzen der Münchnerinnen weitgehend abgemeldet waren. Mehr als eine halbe Stunde gelang es dem Kleeblatt die größte Gefahr vom eigenen Tor wegzuhalten.

Doch in der 35. Minute zeigten die Gastgeberinnen, dass sie nicht umsonst Tabellenführer waren. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt nicht besser waren, als das Kleeblatt, machte die Effizienz den Unterschied: Nur eine Sekunde hatte die Fürther Defensive Paula Ulreich aus den Augen gelassen, da hatte sie sich davon gestohlen. Eine Mittelfeldspielerin spielte just in diesem Moment den berüchtigten „tödlichen Pass“ in die Schnittstelle der Fürther Abwehr und Ulreich überwand Valerie Münderlein zur 1:0 Führung (35.).

Mit unheimlichem Einsatz – so beschrieb Co-Trainer Dieter Körbl das später – wehrten sich die Fürtherinnen weiter und mit weiterhin gutem Erfolg. Wäre dieses eine Tor nicht gefallen, so hätte man von einer ausgeglichenen, ebenbürtigen Begegnung auf Augenhöhe reden können. So aber machte der eine Treffer den Unterschied. Trotzdem – dem Kleeblatt gelang es Wacker sichtlich zu nerven. Die Münchnerinnen wurden unruhig und ungeduldig, gingen einander an und man merkte den Eindruck, den die Fürtherinnen auf den Tabellenführer machten.

Einen Rückschlag aber sollte es für die Mittelfranken vor der Pause noch geben: Im Anschluss an eine Klärungsaktion berührte eine Gegenspielerin die gerade wieder landende Andrea Walter so unglücklich, dass die beim Aufkommen umknickte und mit Verdacht auf Bänderriss ausgewechselt werden musste.

Nach dem Seitenwechsel – für Walter war Franziska Gumbrecht gekommen – setzte das Kleeblatt den ersten Akzent und kam zu einer guten Torchance, die beinahe den Ausgleich bedeutet hätte. „Eigentlich wäre das ja – wenn man diese eine Unachtsamkeit beim 1:0 weglässt – die Führung gewesen, wer weiß, was dann möglich gewesen wäre“, verwies Kölbl noch einmal auf die noch immer sehr verunsicherte Münchner Mannschaft.

Hätte, wäre, wenn und aber – es stand weiter 1:0 für Wacker und der Tabellenführer konnte in der 56. Minute sogar erhöhen. Über die rechte Seite kam der Ball zu Flötzner, die mittig an der Strafraumkante abschloss und auf 2:0 stellte. „Ich bin überzeugt, wenn Andrea sich nicht verletzt hätte, wäre das nicht passiert“, so der Co-Trainer, der in Abwesenheit Simon Eisingers die Mannschaft nach München geführt hatte.

Das Kleeblatt fightete aber beherzt weiter und schließlich war es Milena Proske, die den Anschluss wiederherstellen konnte. Katharina Kupfer war in das 1-gegen-1 gegen eine Verteidigerin gegangen und setzte sich schließlich durch. Als sie auch noch die Torhüterin umspielen wollte, kam der Ball zur mitgelaufenen Proske und die musste die Kugel nur noch über die Linie schieben (58.).

Erst der Treffer zum 3:1 zeigte dann Wirkung. „Das war so ein kleiner Knock-Out“, beschrieb Kölbl das. Und auch wenn die Tabellenführer das Ergebnis noch auf 5:1 hochschraubten, bescheinigte Dieter Kölbl den beherzten Fürtherinnen eine mehr als gute Leistung:

„Das war vom spielerischen und vom Kampf her das beste Spiel der Saison“, lobte er. „Das Ergebnis ist zwei, drei Tore zu hoch ausgefallen. München hat unsere wenigen individuellen Fehler einfach gnadenlos ausgenutzt, das ist eben die Qualität eines Tabellenführers. Bis zum 3:1 haben wir sehr gut mitgehalten und ich bin sicher, mit dieser Leistung hätten wir in der Hinrunde einige Punkte mehr auf unserem Konto.“

Die Liga geht mit dieser Niederlage in die Winterpause. Das Kleeblatt beendet das Spieljahr 2019 auf dem neunten Tabellenplatz, also gerade so über dem Strich. Auch wenn sich das in den Ergebnissen noch nicht so ganz manifestiert hat, bleibt Dieter Kölbl optimistisch, dass man im neuen Jahr mit dem Thema „Abstieg“ nichts zu tun bekommen sollte.

Andreas Goldmann

FFC Wacker München: Gratz – Heisen, Widemann (79. Alisch), Ulreich, Pfeifer (75. Winter), Kolb, Flötzner, Copoccia (66. Wolfram), Bublitz (57. Dirnberger), Stöwer Zapata, Volkmer - Trainer: Dragan Terzic
SpVgg Greuther Fürth: Münderlein – Proske, Walter (43. Gumbrecht), Arnold, Wahl (46. Maubach), Catalan Keck, Frost, K. Kupfer, Düning, M. Nittel (71. N. Nittel), Schirmer (62. A. Kupfer) - Trainer: Simon Eisinger
Tore: 1:0 Ulreich (35.), 2:0 Flötzner (56.), 2:1 Proske (58.), 3:1 Volkmer (64.), 4:1 Winter (76.), 5:1 Flötzner (87.)
Schiedsrichter: Mersad Brcaninovic
Zuschauer: 50
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