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Saison 1987/1988
Freundschaftsspiel - Mi., 15.07.1987, 18:30 Uhr
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
0:8 (0:1)
230. Derby

Eine Halbzeit lang blieb die Landesligamannschaft der SpVgg Fürth ihrem Vorhaben treu, gegen den Bundesligisten 1. FC Nürnberg Eigenwerbung zu betreiben. Aber dann brach das Unheil über die Kleeblättler herein. Sie wurden völlig auseinandergenommen und mussten sich am Ende mit 0:8  geschlagen bekennen.
Als der Club nach der Pause - offenbar waren beim Pausentee einige harte Worte gefallen - aufdrehte, war es mit der Ordnung im Fürther Abwehrbereich vorbei. Gedeckt wurde überhaupt nicht mehr, wenn es überhaupt noch zu Zweikämpfen unentschlossen, zaghaft, beinahe ängstlich. Selbst der gute Libero Martin Hermann war auf die Dauer überfordert. Was er sich zusammen mit Kapitän Roland Kastner hätte sparen können, war das ungezügelte Reklamieren nach Club-Toren, die nach ihrer Ansicht aus Abseitsposition erzielt wurden, letztlich jedoch einwandfrei zustande gekommen waren. Wobei es im Fußball immer unterschiedliche Meinungen geben wird, zum Glück für alle, die am Fußball hängen.
Die neuen Angriffsspitzen beim Kleeblatt, Oliver Zettl und Franco Diaco, werden bald gemerkt haben, wie rauh es in der Bundesliga zugeht. Vor allem im zweiten Durchgang waren sie völlig auf sich allein gestellt, wurden vom Mittelfeld, das sich im Defensivaufgaben zerschliss, überhaupt nicht unterstützt und tappten in schaurigschöner Regelmäßigkeit in die Nürnberger Abseitsfälle.
Immerhin gab es bis zur Pause, als die Nürnberger es doch ziemlich gemächlich anlaufen ließen, einige hübsche Ballstaffetten auf Fürther Seite, die mit Szenenbeifall bedacht wurden. Und das Tor, das die Fürther in der 39. Minute kassierten, kam unglücklich zustande." Hermann fälschte einen Schuss von Reuter, den Kastner vermutlich gehalten hätte, unhaltbar ins Netz ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Lunz, Neidhart, Ebner und Granel einige gute Szenen.
Doch nach Wiederbeginn drehte der Club auf, störte bereits vor dem Fürther Strafraum derart wirkungsvoll, daß die Kleeblättler kaum noch zu einem gezielten Aufbauspiel kamen. Nachdem Kastner gegen Wilbois und Philipkowski bravourös gerettet hatte, nahm das Schicksal seinen Lauf. Beim 0:2 von Reuter wollten die Fürther eine Abseitsstellung gesehen haben. Das 0:3 markierte Wilbois (59.) nach Superpass von Reuter. In der 65. brachte Hans-Jürgen Brunner den vierten Club-Treffer an, dem gleich darauf ein unheimlich scharf getretener Freistoß Grahammers folgte, gegen den der tapfere Roland Kastner, der einem ein wenig leid tun konnte, nichts zu bestellen hatte.
Dann retten Krimm und Hermann in höchster Not. Nach dem 0:6, das Grahammer in der 81. Minute erzielte, endlich eine Einschussmöglichkeit für Zettl, doch lenkte Schlussmann Köpke den Kopfball zur Ecke. Dann kam erstmals Diaco zu Schuss, doch gab sich der Club noch nicht zufrieden.
In der 88. Minute stellte Thomas Brunner das 0:7 her und fast mit dem Schlusspfiff des allen Unkenrufen zum Trotz gut leitenden Schiedsrichers Manfred Dörfel (ASV Zirndorf) ergab ein Kopfball Stenzels das 0:8. Mit 2600 Zuschauern blieb der Besuch hinter den Erwartungen zurück. Kein Wunder: Neben dem unsicheren Wetter ist einstiger Derby-Glanz verblichen. Inzwischen trennen zwei Vereine, die einst deutsche Fußballgeschichte schrieben, Welten. Damit wird man in Fußball-Fürth in Zukunft leben müssen - auch wenn"s schwer fällt.
SpVgg Fürth: Kastner - Hermann - Lunz, Gaetgens, Neidhart (58. Müller) - Studtrucker (46. Kohler), Krimm, Granel (81. Hütter), Ebner - Zettl, Diaco - Trainer: Paul Hesselbach
1. FC Nürnberg: Dekeyser (46. Köpke) - Dusend - Grahammer, Hans-Jürgen Brunner - Dittwar (33. Thomas Brunner), Schwabl, Schneider, Reuter, Geyer (24. Philipkowski) - Wilbois, Stenzel - Trainer: Heinz Höher
Tore: 0:1 Reuter (39.), 0:2 Reuter, 0:3 Wilbois (59.), 0:4 Hans-Jürgen Brunner (65.), 0:5 Grahammer, 0:6 Grahammer (81.), 0:7 Thomas Brunner (88.), 0:8 Stenzel (90.)
Schiedsrichter: Dölfel (Zirndorf)
Zuschauer: 2600
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