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Saison 1972/1973
9. Spieltag - Sa., 14.10.1972, 15:00 Uhr
1. FC Nürnberg - SpVgg Fürth
0:1 (0:0)
208. Derby

Der Club wollte die Fürther niederspielen. Er wurde von der Elf ohne Stars niedergekämpft. Ja zunächst: Da wollten die Nürnberger fortfahren, wo sie am Regensburger Gala-Abend aufgehört hatten. Da narrten die Brüder Petrovic ihre Bewacher Bergmann und Klump. Da schien es nur eine Frage der Zeit, bis der Nachbar umkippte.

Aber ,,das Tor", von dem gerade im Derby soviel abhängt, es fiel nicht. Chancen gab"s. So, als Löwer mit einem wahren Tigersprung Slobodans Freistoß in der sechsten Minute aus dem Dreieck fischte. Vier Minuten später hämmerte abermals Slobodan an die Latte. Den Nachschuss haute Geinzer freistehend in die Wolken.

Als der blasse Drexler, der gegen Marchl sonst keinen Stich machte, endlich doch mal frei zum Torschuss kam, war er schon so entnervt, dass er auch dann versagte. Eine Minute später traf Unger, angespielt von dem rechts ausgebrochenen Pieper. Damit war das Spiel gelaufen.

Der Club klappte zusammen. Fürth kam und kam. Erst hatte Fürth dem Favoriten den Raum eingeengt, jetzt stieß es in die Lücken. Das Niveau? Wer fragt denn schon, ob Königgrätz „eine schöne Schlacht" war. Der Sieg des Außenseiters, der erste seit zwölf Jahren beim Club, war gerecht. Seit langem gewohnt, um die Existenz zu kämpfen, zeigt Fürth jedem erst mal die Zähne. Als der Club die Zähne sah, empörte er sich erst ein bisschen, dann wollte er mit gleicher Münze zurückzahlen und schlaffte ab.

Ein Boxer, der die feinen Stilarten beherrscht, aber keine Kraft zum K.-o.-Konter hat. Typisches Beispiel: Slobodan Petrovic gegen Bergmann. So lange Slobodan trickste und marschierte, sah Bergmann schlecht aus. Aber in der entscheidenden Phase sah man nur noch Bergmann. Slobodan war weg vom Fenster, der Club ohne Kopf. Die jungen Nürnberger wollen geführt werden. Der fehlende Kröner, als einziger in diesem Kreis bundesligaerfahren, gestaltet ein Spiel schon von hinten heraus. Der hausbackene Mußgiller, vom Typ her ein Stopper früherer Prägung, kann das nicht. Eine Serie von Bittlmayer-Fehlern, ein Sturz ohne Form, ein umständlicher Geinzer, ein Nüssing ohne Konzept gegen Detsch: Da fing es an. Beim verschnörkelten Miodrag Petrovic und den schwachen Spitzen Drexler/Hampl hörte es auf. Der Austausch brachte rein gar nichts. Ganz anders Fürth! Ammon/Marchl standen wie eine Eins, Bergmann erkämpfte das Übergewicht im Mittelfeld, und dann diese Wiesel von Außen! Besonders Heubeck machte Dampf. Und Pieper lehrte nicht nur stur das Nachlaufen, er gab dem Club-Torjäger Drexler eine Lektion in Sachen Kampfmoral.

Ja die Moral! Fürth strotzte davon. Dem Club kam sie total abhanden.
1. FC Nürnberg: Hesselbach - Bittlmayer, Sturz, Mußgiller, Brunner - Geinzer (67. Schabacker), S. Petrovic, Nüssing (46. Geyer) - M. Petrovic, Drexler, Hampl - Trainer: Zlatko Cajkovski
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger (74. Puscher) - Heubeck, Pieper, Jäger - Trainer: Heinz Elzner
Tore: 0:1 Unger (57.)
Schiedsrichter: Wengenmayer (München)
Zuschauer: 26000
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