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Saison 1972/1973
12. Spieltag - So., 05.11.1972, 14:15 Uhr
SpVgg Fürth - Waldhof Mannheim
0:2 (0:0)

Jede Serie geht einmal zu Ende. Das musste gestern im Ronhof auch die SpVgg Fürth vor 7000 Zuschauern erfahren. Aufsteiger SV Chio Waldhof bescherte mit zwei schnellen Konterstößen den Kleeblättern die zweite Heimniederlage dieser Saison. Walter und Rudolph nutzten zweimal Fehler der heimischen Abwehr geschickt zu den beiden Toren.
Wer abergläubisch ist, könnte sagen, dass es an der Spielkleidung gelegen habe; fünfmal hintereinander waren die Fürther ganz in Weiß erschienen und hatten jeweils gewonnen. Diesmal hatten die Waldhof-Buben die weiße Farbe gewählt, während die Einheimischen in Blau-Schwarz antraten.
Schuld an der Niederlage sind jedoch die Kleeblättler selbst. Während ihrer besten Zeit, etwa Mitte der zweiten Spielhälfte, hatten sie Einschussmöglichkeiten um drei Spiele zu gewinnen. Wer diese nicht zu nutzen versteht, darf sich am Ende nicht wundern, geschlagen vom Platz gehen zu müssen. Natürlich fehlte auch das gewisse Quentchen Glück das zum erfolgreichen Torschuss nun einmal gehört.
Doch wenn man, wie beispielsweise Detsch (61. Minute), fünf Meter vor dem gegnerischen Tor unbehindert zum Schuss kommt und statt ins Netz in Richtung Eckfahne zielt, dann darf man das Wörtchen Glück nicht zu sehr strapazieren.
Weitere klare Möglichkeiten der Platzherren: 57. Minute: Krei nimmt dem allein dem Tor zustrebenden Heubeck den Ball vom Fuß. 58. Minute: Ammon trifft nur den Außenpfosten. 62. Minute: Schülke wird im Strafraum umgestoßen. Schiedsrichter Greiners Pfeife schweigt. 70. Minute: Unger vergibt knapp vor dem Tor. 75. Minute: Bergmann-Kopfball wird von dem ausgezeichnet haltenden Krei gerade noch um die Latte gelenkt. 77. Minute: ein Kopfstoß Puschers fliegt um Zentimeter am Waldhofer Gehäuse vorbei.
Dazwischen lagen die Konterstöße der Gäste. 64. Minute: Duttenhofer fängt einen Pass ab, stößt nach vorne, flankt scharf in den Strafraum, Klump fälscht den Ball ab, Walter genau vor die Füße, der das Leder unerreichbar für Löwer in den Winkel schlenzt. 73. Minute: ein schlechtes Schülke-Zuspiel landet bei Harm, dieser spielt Rudolph frei, der flach in die lange Ecke einschießt.
Zweifellos war es für die Einheimischen deprimierend, ausgerechnet während ihrer besten Zeit zweimal eiskalt erwischt zu werden. Doch daran gibt es keinen Zweifel: die Mannschaft schaffte es nicht, an die gute Form der letzten Spiele anzuknüpfen. Das gilt vor allem für die ersten 45 Minuten, wo die Kleeblättler teilweise völlig aus ihrem Rhythmus kamen und vor allem die Mittelfeldspieler Bergmann und Unger nicht zu ihrem Spiel fanden. Während sich Bergmann im zweiten Durchgang beträchtlich steigerte, bekam Unger gegen den hautnah deckenden Bauder kaum einen Stich. So war die Maßnahme von Trainer Heinz Elzner nicht ganz verständlich, nach dem 0:2 Pieper und Jäger vom Feld zu schicken, während der kraftlos wirkende Unger im Spiel blieb.
Das Konzept der Gäste wurde bald klar: sie versuchten mit allen Mitteln, den Spielfluss der Einheimischen zu stören. Dies gelang ihnen weitgehend, zumal anfangs vom sonstigen Mittelfeld-Motor Bergmann kaum Impulse ausgingen, Detsch in seinen Aktionen zu zögernd war und der immer wieder mit nach vorne gehende Schülke sich zuviele Fehlpässe leistete. Vorne rieb sich Pieper in hartnäckigen Duellen mit dem mit Haken und Ösen kämpfenden Poly auf. Die Außenstürmer Jäger und Heubeck drängten zu sehr nach der Mitte und erleichterten somit der Waldhof-Abwehr die Arbeit.
Der Abwehr, die an sich nicht übermäßig gefordert wurde, muss man ankreiden bei beiden Gegentreffern die Deckungsaufgaben sträflich vernachlässigt zu haben. Aber das wird stets so bleiben: wenn eine Mannschaft bedingungslos stürmt, wird sie anfällig für schnelle Gegenstöße. Und dies haben die Gäste zu den spielentscheidenden Treffern genutzt.
Beim Neuling Waldhof gefielen neben dem seinen Gegenspieler Unger beherrschenden Bauder vor allem Sebert im Mittelfeld, der nicht nur Bergmanns Wirkungskreis einengte, sondern darüber hinaus immer wieder Zeit fand, die schnellen Sturmspitzen Harm und Walter einzusetzen. Waldhofs Torjäger Bartels fehlte. Er hatte sich einer Kieferoperation unterziehen müssen. Neben dem routinierten Duttenhofer importierte bei den Gästen noch der sachliche Torhüter Krei, der überwiegend im Brennpunkt des Geschehens stand. Das erhellt schon aus dem Eckenverhältnis von 15:4 für die Platzherren.
Mit dieser Niederlage ist der Fürther Höhenflug vorerst gebremst. Allerdings sollte die Mannschaft genug Moral besitzen, diesen Rückschlag zu verdauen. Immerhin hat die Elf vom Ronhof bisher mehr erreicht, als man von ihr erwarten konnte.

SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Heubeck, Pieper (73. Puscher), Jäger (73. Popp) - Trainer: Heinz Elzner
Waldhof Mannheim: Krei - Duttenhofer, Poly, Grimm, Schrodt - Bauder, Sebert, Schneider - Rudolph, Harm, Walter - Trainer: Klaus Sinn
Tore: 0:1 Walter (64.), 0:2 Rudolph (73.)
Schiedsrichter: Greiner (Ulm)
Zuschauer: 7000
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