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Saison 1972/1973
13. Spieltag - Sa., 11.11.1972, 14:15 Uhr
Hessen Kassel - SpVgg Fürth
0:4 (0:3)
Die Heimniederlage gegen SV Chio Waldhof hat bei der SpVgg Fürth keinerlei Nachwirkungen hinterlassen!
Am Samstag knüpften die Kleeblättler im Kasseler Aue-Stadion an ihre Erfolgsserie an und schlugen den KSV Hessen nach einem technisch und taktisch bemerkenswert guten Spiel eindeutig mit 4:0 Toren.
Natürlich erschienen die Fürther wieder ganz in Weiß. Schier makellos war dann auch ihre Leistung. Allerdings muss vorweggenommen werden: der KSV Hessen Kassel des vergangenen Samstags ist ein beträchtliches Stück von der Form jener Mannschalt entfernt, die im Frühjahr der damals stark abstiegsbedrohten SpVgg Fürth eine 4:0-Niederlage beibrachte. Vergleicht man beide Spiele, so kommt man zu der Feststellung: im selben Maße, wie sich bei der SpVgg ein positiver Wandel vollzogen hat, geht es mit dem KSV bergab. Brück und Grau (jetzt Hertha BSC Berlin) sowie Maciossek (jetzt Freiburg) konnten nicht gleichwertig ersetzt werden. Die einstige Abwehrsäule Resenberg ist langsam und unbeweglich geworden. Schon immer spielte der Ex-Offenbacher sehr hart; am Samstag konnte er sich gegen die schnellen Fürther Stürmer nur noch mit teilweise brutalen Fouls zur Wehr setzen. Leidtragende waren Unger, Pieper, Jäger und der erst in der 76. Minute auf das Feld gekommene Puscher.
Diese unerläßliche Feststellung soll den jederzeit verdienten, in erster Linie erspielten und erst in zweiter erkämpften Sieg nicht schmälern. Hier erscheint eine Feststellung bemerkenswert, die den Umschwung unterstreicht, der sich in spielerischer Hinsicht im Fürther Ronhof vollzogen hat: Kassels Trainer Hellwig betonte, Fürth sei technisch besser als seine Mannschaft gewesen. So etwas hatte man seit Jahren nicht mehr gehört. Wenn es um die Beurteilung der Fürther Mannschaft gegangen war, kehrten stereotyp zwei Hauptmerkmale wieder, Einsatz und Kampfkraft sowie der überragende Torhüter Löwer.
In Kassel bestand Löwers Haupttätigkeit im Wegfausten hoher Flankenbälle. Meist war bei den Angriffen der Platzherren schon bei der aufmerksamen Abwehrkette Schülke (mit gewohntem Offensivdrang), Marchl, Klump und dem erneut souverän spielenden Ammon Endstation. Bergmann und Detsch sprühten förmlich vor Spiellaune. Im zweiten Durchgang, mit dem 3:0-Vorsprung im Rücken, übertrieben sie mitunter sogar das Kurzpaßspiel. Unger stieß im Wechsel mit dem abermals sehr mannschaftsdienlich operierenden Pieper immer wieder nach vorne, wirkte aber nicht so konsequent, wie man es von ihm schon gesehen hat. Wirbelwind Heubeck und der drangvolle, schußstarke Jäger machten ihren Gegenspielern Kastl und Rabeneck das Leben schwer.
Die Gäste begannen überaus selbstbewusst. Nachdem Jäger eine Flanke Heubecks verfehlt hatte, brachte bereits die 15. Minute den Führungstreffer. Klump nahm Künkel den Ball ab, setzte den sich in haiblinker Position freigelaufenen Rechtsaußen Heubeck mit einem Steilpass ein, der den Ball an dem herausstürzenden Burose vorbei ins Netz schlenzte.
In der 34. Minute nahm Bergmann einen Pass Ungers auf, überlief zwei Gegenspieler, und sein Schrägschuss schlug in der langen Ecke zum 0:2 ein. Ehe sich die konsternierten Kasselaner davon erholt hatten, kam für sie bereits der K.o. Jäger erhielt an der Außenlinie den Ball, dribbelte sich nach innen durch und wuchtete aus 22 Metern Entfernung das Leder mit Vehemenz ins Netz.
Nur einmal mussten die Gäste Fortuna zu Hilfe nehmen, als sich kurz darauf Löwer und Marchl bei der Abwehr eines Flankenballes gegenseitig behinderten, doch der enttäuschende Gumlich mit diesem Geschenk nichts anzufangen wusste.
War Kassels Kapitän Habedank bereits nach 21 Minuten abgetreten - er hatte Unger nicht bremsen können - so kam nach der Pause doch etwas mehr Schwung in das Spiel der Gastgeber, als Martin für Gumlich stürmte. Zweimal schoss Martin drüber , einmal zwang er Löwer zu einer Prachtparade, der einzigen übrigens, die der Kleeblatt-Keeper zu vollbringen hatte. Zweimal hatte Unger Gelegenheit, das Ergebnis zu erhöhen. Heubeck vergab nach Pieper eine „Hundertprozentige", ehe in der 72. Minute Pieper von der Außenlinie (!) hoch auf das Kasseler Tor schoss, wo der zu weit vor der Torlinie stehende Burose zusah, wie sich der Ball im Netz verfing. Dieses 0:4 spielten die Fürther Schongang nach Hause.
Zweifellos war es für die SpVgg Fürth sehr wichtig, nach dem Spiel der verpassten Gelegenheiten gegen Waldhof den Anschluss an die Spitzengruppe zu behalten. Die unnötige Heimniederlage hatte keinerlei Nachwirkungen gezeitigt. Die Mannschaft spielte gelöst, beinahe unbefangen und wuchs noch, als sie die Verwundbarkeit dieses KSV Hessen Kassel bemerkt hatte.
Für die Kasselaner besorgte am abend eine prominent gewordene Gruppe die dringend erforderliche „Seelenmassage"? Zum Olympia-Ball des KSV Hessen spielte die im olympischen Jahr berühmt gewordene 23 Mann starke Big-Band der Bundeswehr unter Leitung von Günter Noris auf. Vielleicht sieht in Fußball-Kassel am heutigen Montag die Welt wieder etwas fröhlicher aus...
Hessen Kassel: Burose - Rabeneck, Resenberg, Jaschik, Kastl - Habedank (21. Metz), Weiland, Mensink - Künkel, Gumlich (46. Martin), Ruschmeyer - Trainer: Toni Hellwig
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Heubeck, Pieper (76. Puscher), Jäger - Trainer: Heinz Elzner
Tore: 0:1 Heubeck (15.), 0:2 Bergmann (34.), 0:3 Jäger (35.), 0:4 Pieper (72.)
Schiedsrichter: Kirchenbauer (Spielberg)
Zuschauer: 2500
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