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Saison 1972/1973
16. Spieltag - Sa., 02.12.1972, 14:15 Uhr
SpVgg Fürth - Freiburger FC
3:4 (0:3)
Selten gab es ein solch kurioses Spiel, dessen Ergebnis den Verlauf derart auf den Kopf stellt, wie die 3:4-Niederlage der SpVgg Fürth gegen den Freiburger FC am ersten verkaufsoffenen Vorweihnachts-Samstagnachmittag im Ronhof.
So offen wie die Pforten der Kaufhäuser war wenigstens in den ersten 45 Minuten auch die Fürther Abwehr. 15:3 Eckbälle holten die Platzherren während dieser Zeit heraus, nach Toren lagen sie jedoch mit 0:3 schier uneinholbar zurück.
Dies brachte den sonst so besonnenen und abgeklärten Kleeblatt-Trainer Heinz Elzner auf die Palme. Beim Pausentee schienen die Kabinenwände zu erzittern. Was allerdings die Platzherren in den zweiten 45 Minuten an Einsatz, Kampfkraft, Ausdauer und Spielvermögen entwickelten, zeugte von der ungebrochenen Moral der Elf. Sie wurde von einem begeistert mitgehenden Publikum förmlich nach vorne gepeitscht. Wenn es am Ende doch nicht zu einem Punkt oder gar beiden Punkten reichte, so war dies einem Fehler des diesmal unverständlich unkonzentriert spielenden Ammon und einer Fehlreaktion Löwers beim 2:4 durch von de Fenn zuzuschreiben. Übrigens der einzige nennenswerte Vorstoß der Gäste während der gesamten zweiten Spielhälfte.
Gewiss wird man im Fürther Lager mit dem Schicksal hadern, das es wahrlich nicht gut mit den Gastgebern meinte. Die Überlegenheit der Kleeblättler war gegen Freiburg (22:4 Eckbälle) noch größer als im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers. Allerdings schien man am Samstag den Gegner unterschätzt zu haben und anfangs allzu unbekümmert zu stürmen. Die Freiburger, ganz auf schnelle Konterangriffe eingestellt, nutzten diesen Leichtsinn auf ihre Weise.
8. Minute: Matic, von Schülke sträflich ungedeckt, stieß blitzschnell vor, flankte zu dem mitgelaufenen Linsenmeier, dessen Schuss Löwer gerade noch parierte. Der Ball prallte zu Schnitzer, der zum 0:1 einschoss. Marchl konnte das Leder noch berühren, das Unheil jedoch nicht mehr abwenden.
15. Minute: Matic paßte steil zu Dospial, der ließ Ammon stehen wie einen Anfänger und schoss in die lange Ecke zum 0:2 ein.
28. Minute: die konsternierten Zuschauer sahen einen sagenhaften Kopfball Ungers genau ins Dreieck - des eigenen Tores. Der Unglücksrabe hatte eine Flanke des nach rechts ausgewichenen Schnitzer abwehren wollen.
Dazwischen lag eine eindeutige Überlegenheit der Fürther, die kombinierten, stürmten und schossen. Was nicht daneben und drüber ging, oder von dem Abwehrwall der Freiburger abgefangen wurde, hielt der junge Klaus, der erst zweimal im Freiburger Tor stand, im Stile eines Klassemannes.
Wie entfesselt legten die Platzherren nach Wiederbeginn los. Schon in der 47. Minute ergab ein Gewaltschuß Ammons das 1:3. Das Freiburger Tor lag unter Dauerbeschuss. Aber erst die 70. Minute brachte das 2:3. als Schülke aus gut 20 Metern Entfernung beherzt abzog. Noch druckvoller wurde das Fürther Spiel, der Ausgleich schien nur noch eine Frage der Zeit. Doch es kam anders: nach einem völlig überflüssigen Foul Ammons glückte von de Fenn im Anschluss an einen indirekten Freistoß das 2:4, wobei Löwer denkbar schlecht aussah. Durch Detsch nach Zuspiel von Schülke kam die SpVgg zwar noch auf 3:4 heran, doch wollte der Ausgleich einfach nicht mehr glücken.
Das Grundübel bei Fürth lag diesmal in der Abwehr, in der nur Klump Normalform brachte. Der zuletzt so souverän agierende Ammon wirkte unaufmerksam und fand erst zu spät die rechte Einstellung zum Spiel. Marchl hatte mit dem eckig wirkenden Schnitzer mehr Mühe, als ihm lieb sein konnte, während Schülke seine Deckungsaufgaben zu sehr vernachlässigte. Bergmann und Detsch kurbelten zwar wie gewohnt unermüdlich das Spiel an, doch ging von ihnen diesmal nicht die große Wirkung aus wie zuletzt in Hof.
Bewunderungswürdig das riesige Arbeitspensum Piepers, dem allerdings ein Quentchen Glück fehlte, seine Leistung in Tore umzumünzen. Der drangvolle Jäger setzte sich sowohl gegen Streich als später auch gegen Steinwarz durch, ein Treffer wollte ihm jedoch nicht gelingen. Heubeck drängte vor allem bis zur Pause einmal mehr zu oft nach der Mitte und rannte sich fest. Dabei erzielt er seine größte Wirkung, wenn er von außen vorstößt. Unger versuchte nach Kräften den Schock des Eigentores abzuschütteln, schaffte dies offenbar nicht vollends. Außerdem wurde er von Dospial genau gedeckt.
Die Kleeblatt-Mannschaft hat sich spielerisch und kämpferisch bemerkenswert zum Guten entwickelt. Unübersehbar aber bleibt nach derr bisherigen Verlauf der Vorrunde, dass sie ihn stärksten Spiele auf fremden Plätzen lieferte. Auswärts verlor sie nur zweimal, daheim musste sie sich am Samstag zum dritten Male geschlagen bekennen. Noch eine Serie ging zu Ende: erstmals verlor das Kleeblatt-Team in Weiß.
Dennoch hat man im Ronhof keinen Gründe zur Klage. Ungeachtet dieses Verlustspiels zeigte die Mannschaft abermals wenigstens streckenweise ein prächtiges Spiel, das die Zuschauer immer wieder zu Beifallsstürmen hinriss.
Noch einer verdiente am Samstag Applaus: Schiedsrichter Scheffner aus Nußloch/Baden. Er behielt in diesem dramatischen, mitunter auch hektischen Spiel stets die Übersicht, traf klare Entscheidungen und ließ sich auch von „scheintoten" Freiburgern nicht beirren.
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Heubeck, Pieper, Jäger - Trainer: Heinz Elzner
Freiburger FC: Klaus - Streich (75. Steinwarz), Schneider, Krivokuca, Linsenmaier - Dospial, von de Fenn, Bente - Gensitz (57. Bonse), Schnitzer, Matic - Trainer: Hans Wendlandt
Tore: 0:1 Schnitzer (8.), 0:2 Dospial (15.), 0:3 Unger (28., Eigentor), 1:3 Ammon (47.), 2:3 Schülke (70.), 2:4 von de Fenn (79.), 3:4 Detsch (82.)
Schiedsrichter: Scheffner (Nußloch)
Zuschauer: 6000
Besondere Vorkommnisse: Eckenverhältnis 22:4 für Fürth
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