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Saison 1972/1973
18. Spieltag - So., 07.01.1973, 14:30 Uhr
SpVgg Fürth - Hessen Kassel
1:1 (0:0)
Mit einem blauen Auge ist die SpVgg Fürth daheim gegen den KSV Hessen Kassel davongekommen. Als alles sich bereits mit der vierten Heimniederlage der Kleeblättler abgefunden hatte, rettete Unger in der vorletzten Spielminute das 1:1. Fürwahr ein magerer Rückrundenbeginn für die Fürther, die nach der Festtagspause von ihrer Vorrundenform noch ein beträchtliches Stück entfernt sind. Gewiss wirkte sich der teils noch gefrorene, holprige Boden nachteilig auf das Fürther Kurzpaßspiel aus. Aber das war es längst nicht allein: die Mannschaft konnte einfach nicht zu ihrem gewohnten Rhythmus finden. Das Ineinandergreifen von Abwehr und Angriff wollte nicht klappen. Zu breit war vor allem bis zur Pause das Fürther Spiel angelegt und eklatante Schwächen offenbarten sich in den hinteren Reihen. Mit einer Ausnahme: Löwer knüpfte an seine großen Tage an. Ohne ihn wären die Kleeblättler bereits zur Pause hoffnungslos in Rückstand geraten.
Die bemerkenswert gut eingestellten Kasselaner verstanden es von Beginn an, das Fürther Tempospiel zu durchkreuzen. Sie drosselten, operierten mitunter betont langsam, um dann mit schnellen Konterstößen die heimische Abwehr zu verwirren. Zwischen der 10. und 15. Minute verhinderte Löwer bei Schüssen von Weiland, Resenberg und Ey mit Glanzparaden einen frühzeitigen Rückstand.
Erst nach einer knappen halben Stunde fanden sich die Platzherren etwas besser zurecht. Aber echte Gefahr drohte den Hessen lediglich von Unger. Zweimal zog er prächtig ab, doch der ausgezeichnete Burose im Kasseler Tor hielt hervorragend. In der 33. Minute kam Maciossek nach vorausgegangenem schwerem Abspielfehler von Marchl ungehindert zum Schuss, doch Löwer schien unbezwinglich. Zuvor hatten sich die Fürther bei dem inkonsequenten Schiedsrichter Binninger zu bedanken, der seiner Pfeife Ruhe gönnte, als Ammon und Marchl den Hessen-Mittelstürmer im Strafraum in die Zange genommen hatten.
Nach Wiederbeginn sah es zunächst nach mehr Aktivität der SpVgg aus. Aber bereits in der 50. Minute kam für die „Weißen" die kalte Dusche: Ruschmeyer, von Klump ungedeckt, erhielt knapp hinter der Mittellinie den Ball, spurtete los - Marchl versuchte ihn vergeblich einzuholen - und lenkte den Ball überlegt an dem herausstürzenden Löwer in die lange Ecke.
Ließen bei Kassel nunmehr die Kräfte nach oder glaubten sie sich bereits als Gewinner, jedenfalls schalteten sie auf absolute Defensive um. Was kam, war ein einziger Fürther Sturmlauf auf das Gästetor. Dazu griff Trainer Heinz Elzner zur „Alles-oder-Nichts-Maßnahme", brachte Dennerlein/Pieper für Puscher/Popp auf das Feld. Der Druck der Einheimischen wurde immer stärker. Nur ganz selten noch rafften sich die Kasselaner zu einem Gegenstoß auf. Doch immer wieder blockten die Gäste Schüsse der Fürther ab. Was dennoch auf ihr Gehäuse kam, hielt Burose in glänzender Manier.
Als eine Serie von Eckbällen nichts eingebracht hatte, Schiedsrichter Binninger ein klares Handspiel von Ey im Strafraum übersah (86. Minute), da schien die Begegnung für Kassel gelaufen. In der vorletzten Minute nochmals Gewühl vor Burose. Dennerlein kam an den Ball, knallte ihn gegen die Latte und den Abpraller drückte Unger zum 1:1 ins Netz.
Im Fürther Lager war man sich hinterher klar darüber, die Rückrunde mit einer mäßigen Leistung begonnen zu haben. Ohne Tadel spielte lediglich Löwer, der, nach dem gestrigen Spiel zu schließen, seine alte Form wieder gefunden haben sollte. Offenbar haben die Spieler die lange Pause, in der zwar eifrig trainiert worden war, doch nicht ohne Einbußen überstanden. Zu umständlich, zu langsam und zu breit angelegt waren vornehmlich bis zur Pause die Fürther Aktionen, als dass sie zum Erfolg hätten führen können. Dazu traten bei der Abwehrkette Schülke - Marchl - Ammon - Klump eklatante Schwächen zutage, die zum Glück für die Platzherren mit einer Ausnahme von Löwer bereinigt werden konnten.
Den meisten Schwung brachte noch Unger mit, zweifellos der gefährlichste Angreifer der an diesem Tage recht zahmen Kleeblättler. Detsch und Bergmann steigerten sich zwar nach Seitenwechsel, erreichten insgesamt längst nicht die Wirkung wie in früheren Spielen. Puscher zeigte zwar viel Einsatz, konnte sich allerdings ebensowenig durchsetzen wie Popp und Jäger. Erfreulich Dennerleins Unbekümmertheit in der letzten halben Stunde, während Pieper nur wenig gute Szenen hatte.
Der KSV Hessen stellte sich gegenüber dem Vorspiel, wo er gegen die SpVgg Fürth mit 0:4 eingegangen war, in verbesserter Verfassung vor. Maciossek, aus Freiburg zurückgekehrt, wies seine alte Torgefährlichkeit nach, Ey sorgte zusammen mit Weiland für Ordnung im Mittelfeld, während der von Bremen gekommene Baumann nicht unbedingt der Mann zu sein braucht, einen Kunkel oder Martin zu verdrängen. Viel zeigte er in Fürth nicht. Die Abwehr kämpfte aufopfernd. Zimperlich zu sein, hat man den Recken um Resenberg noch nie vorwerfen können.
Schiedsrichter Binninger aus Gundelfingen leitete die kampfbetonte Partie ansprechend, hatte aber nicht den Mut zu klaren Entscheidungen, wenn sich das mitunter turbulente Geschehen in den Strafräumen zutrug.
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Jäger, Puscher (58. Dennerlein), Popp (58. Pieper) - Trainer: Heinz Elzner
Hessen Kassel: Burose - Novak, Resenberg, Mensink, Kastl - Weiland, Ey, Hansmann - Ruschmeyer, Maciossek, Baumann - Trainer: Toni Hellwig
Tore: 0:1 Ruschmeyer (50.), 1:1 Unger (89.)
Schiedsrichter: Binninger (Gundelfingen)
Zuschauer: 4000
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