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Saison 1972/1973
19. Spieltag - Sa., 13.01.1973, 14:30 Uhr
VfR Bürstadt - SpVgg Fürth
4:0 (1:0)
Blamiert hat sich die SpVgg Fürth beim Aufsteiger VfR Bürstadt. Sang- und klanglos ging sie dort ein. Das 4:0  war am Ende noch gnädig. Gegen die ohne Saft und Kraft spielenden Fürther hätte der Neuling gut und gerne ein halbes Dutzend Treffer erzielen können.
Dabei war Trainer Heinz Elzner nicht müde geworden, auf die Kampfkraft und den spielerischen Aufschwung des Neulings hinzuweisen. Vergeblich. Die Fürther ergingen sich auf dem unter einer schmierigen Oberschicht gefrorenen Boden in fruchtlosem Klein-Klein, wollten ein schönes Spiel vorführen, wo weiträumige Pässe als einzige Mittel gewesen wären, zum Erfolg zu kommen. Je länger die Begegnung dauerte, desto mehr zerfiel das Fürther Spiel. Niemand fand sich, der wenigstens noch den Versuch unternommen hätte, das Steuer herumzureißen. Man resignierte vorzeitig.
Was übrig blieb, war Enttäuschung. Gewiss sollte die SpVgg Fürth nicht die letzte Mannschaft gewesen sein, die in Bürstadt verlor. So bleibt der doppelte Punktverlust letztlich sekundär. Primär war die Art und Weise, wie verloren wurde. Und das war deprimierend.
Gegenüber dem Vorspiel in Fürth (1:1), wo die Bürstadter recht hausbacken und amateurhaft gewirkt hatten, waren sie kaum noch zu erkennen. Spielerisch erheblich verbessert, dazu unerhört kampfstark und konditionell auf der Höhe, dominierten sie von Beginn an eindeutig.
Nur im zweiten Abschnitt der ersten Spielhälfte hatte die Gäste vorübergehend etwas mehr vom Geschehen. Doch als den Platzherren gleich nach Wiederbeginn das zweite Tor gelungen war - vorangegangen war Löwers einziger Fehler in diesem Spiel - steigerte sich der VfR zu ungeahnter Form und spielte die Kleeblättler schließlich in Grund und Boden. Den Bürstadtern gelang dann einfach alles, während bei Fürth nichts mehr zusammengehen wollte.
Hier kann das Eckenverhältnis in etwa zum Spiegelbild des Geschehens werden: zur Pause stand es 11:4 für Bürstadt: nachher erzielten die Einheimischen weitere neun, die Fürther gingen dagegen leer aus. Schon nach sieben Minuten erzielte Bürstadt die Führung, als Geier (Neuzugang aus Waldhof) einen Pass von Seider direkt abfasste und Löwer keine Abwehrchance ließ. Pech hatte Ammon mit einem Weitschuss, der knapp am Bürstadter Tor vorbeistrich. Nochmals hatten die Platzherren Glück, als Seiders Kopfball auf das eigene Tor an der Latte landete. Bis zur Pause bekam Torwart Neuwinger immerhin noch Arbeit bei Schüssen von Unger und Pieper sowie einem Kopfball von Jäger. Kurz vor Seitenwechsel schien das 2:0 fällig, doch Löwer parierte Geiers Scharfschuss großartig.
Gleich nach Wiederbeginn verschuldete Löwer unnötig die 12. Ecke. Bei der Abwehr des Eckballs behinderten sich zum Überfluss noch Löwer und Marchl, brachten den Ball nicht weit genug weg. Herbert Wolf schnappte das Leder und wuchtete es zum 2:0 ins Netz. Nun steigerten sich die Bürstädter zu einer tollen Form. Die Kleeblatt-Abwehr geriet von einer Verlegenheit in die andere. Zürn Glück behielt Torwart Löwer die Übersicht und rettete, was zu retten war. Gegen Schüsse aus kurzer Entfernung von Geier und Klaus Wolf (74. und 80. Minute) war er allerdings machtlos. In den letzten Minuten hatten die Fürther Glück, nicht noch ärger unter die Räder zu kommen.
Wenn bei Fürth das Prädikat „gut" zu vergeben ist, dann für Löwer und - mit Abstrichen - an Pieper, der sich wenigstens einsetzte. Die größte Enttäuschung bereitete das sonstige Fürther Paradestück, die Mittelreihe Detsch - Bergmann - Unger. Sie bekam das Spiel nie in den Griff. Die drei mussten meist ihren Antipoden Berndroth, Seider und Geier hinterherlaufen. Zwei Flankenläufe gelangen Heubeck, sonst nichts. Das ist für 90 Minuten erschreckend wenig. Auch Jäger blieb harmlos.
Wie schon gegen Kassel wackelte die Abwehrkette abermals bedenklich. Am ehesten kam noch Klump (Schwächen bei Kopfbällen) mit Nathmann zurecht. Die gerissenen Gebrüder Wolf ließen Marchl und Schülke wiederholt schlecht aussehen, während es Ammon nicht gelang, die Deckung zu ordnen. Dennerlein und Utz, nach einer guten Stunde für Pieper und Unger auf das Feld gekommen, vermochten dem Geschehen keine Wende zu geben.
Auffallend, wie zahm die Fürther zu Werke gingen. Während die Platzherren sich restlos einsetzten und dabei in der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich waren, brauchte der insgesamt zufriedenstellend leitende Schiedsrichter Kirchenbauer kaum einen Freistoß gegen Fürth zu verhängen. Gelbe Karten für Pieper und Ammon gab es lediglich wegen „Meckerns".
Neben dem Mittelfeld bestach beim VfR Bürstadt noch Libero Buchmann. Der mit 35 Jahren älteste Spieler auf dem Platz wartete mit blendendem Stellungsspiel auf und kurbelte den Angriff mit klugen Pässen immer wieder an. Einen Buchmann suchte man bei Fürth vergeblich.
VfR Bürstadt: Neuwinger - Grieser, Reinhardt, Buchmann, Gleim - Berndroth, Seider, Geier - Nathmann (75. Krüger), K. Wolf, H. Wolf (73. Humm) - Trainer: Franz Kleber
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger (65. Utz) - Heubeck, Pieper (61. Dennerlein), Jäger - Trainer: Heinz Elzner
Tore: 1:0 Geier (7.), 2:0 H. Wolf (46.), 3:0 Geier (74.), 4:0 K. Wolf (80.)
Schiedsrichter: Kirchenbauer (Spielberg)
Zuschauer: 3000
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