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Saison 1972/1973
26. Spieltag - So., 11.03.1973, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - Karlsruher SC
5:1 (2:1)
Das war ein Debakel für den Tabellenführer der Regionalliga Süd: gegen eine zeitweilig wie entfesselt aufspielende Fürther Mannschaft kam der KSC im Ronhof mit 5:1 unter die Räder und bezog die bisher höchste Niederlage in dieser Saison.
Das Dilemma der Karlsruher begann bereits am Sonntagvormittag in Herzogenaurach, wo sich Kapitän Horst Wild beim leichten Training eine Muskelzerrung zuzog und deshalb nicht spielen konnte. Dazu KSC-Spielausschussvorsitzender Heinz Doll: „Ohne Wild sind wir ein Trümmerhaufen." Zu allem Unglück für den KSC brach sich der gestern stärkste KSC-Akteur, Torhüter Wimmer, beim vierten Treffer einen Finger der linken Hand.
So sehr Wild beim KSC auch vermisst wurde, dies soll den selbst in dieser Höhe verdienten Sieg der Kleeblättler nicht schmälern. Allerdings muss sogar nach dieser für Fürther Verhältnisse schier unglaublich hohen Trefferausbeute festgestellt werden, dass wie in vorangegangenen Spielen abermals eine Reihe bester Torgelegenheiten entweder sträflich ungenutzt blieb oder von dem großartigen Wimmer zunichte gemacht wurde.
Wenn Fürths Mittelfeldachse Detsch - Bergmann - Unger in Schwung ist kann in der Regionalliga Süd jeder Gegner in Schwierigkeiten kommen. Gestern waren die drei in bester Verfassung. Beim KSC hingegen war Faltermeier ein Ausfall, von Haunstein kaum etwas zu sehen, lediglich der aufopfernd kämpfende Platz ein Glanzpunkt.
Große Pluspunkte bei Fürth waren darüber hinaus der unermüdlich das Spiel ankurbelnde Dauertraber Schülke sowie Libero Ammon, der es sich leisten konnte, immer wieder mit nach vorne zu stürmen. Prachtvoll die Tore der beiden. Ammon startete in der 46. Minute einen Alleingang, ließ sich selbst durch ein Foul nicht stoppen und jagte das Leder aus 20 Metern Entfernung in das Torkreuz. Die 83. Minute brachte einen Sturmlauf Schülkes mit prächtigem Doppelpass mit Unger und sattem Schuss ins Netz.
Gegen Ulrich spielte Heubeck seine Schnelligkeit aus und fasste sich endlich einmal ein Herz zum Torschuss. Das 1:0 in der 11. Minute fiel nach einem Scharfschuss aus 20 Metern, das 2:0 aus kurzer Entfernung nach ausgezeichneter Vorarbeit des spielerisch verbesserten Klump.
Kurios war der KSC-Treffer (26. Minute): Löwer verfehlte einen Eckball, der aufgerückte Fuchs jagte den Ball aufs Fürther Tor, wo Marchl den Ball wohl von der Linie wegschlug, doch dabei Löwer anschoss, von dessen Körper der Ball ins Tor prallte.
Unverständlich blieb, weshalb der Insgesamt zufriedenstellend leitende Schiedsrichter Albeck in der 45. Minute einem Treffer Piepers die Anerkennung versagte. Der lange Mittelstürmer legte ein tolles Laufpensum zurück und war meist anspielbar. Nach einer Karambolage mit Haunstein nahm ihn Trainer Heinz Elzner aus dem Spiel. Dennerleins 13-Minuten-Gastspiel fand in der 85. Minute die Krönung, als er mit einem Volleyschuss nach Unger-Flanke dem noch kalt im Tor stehenden Kessler keine Chance ließ.
Bei Jäger, schnell im Antritt und mit viel Drang aufs Tor, wollte es mit dem Abschluss nicht klappen. In der 33. Minute stand er allein vor Wimmer, ohne ihn bezwingen zu können. Glanzleistungen bot der KSC-Torsteher mehrmals bei Schüssen von Unger, Pieper, und später von Popp, der für den angeschlagenen Jäger auf das Feld kam.
Insgesamt ein hochverdienter Fürther Sieg. Allerdings kommt man um die Frage nicht umhin: dieser KSC soll den Süden bei der Aufstiegsrunde in die Bundesliga vertreten? Gewiss fehlte die ordnende Hand Wilds. Der Ausfall eines Spielers darf sich jedoch nicht so krass auswirken wie dies gestern beim KSC in Fürth der Fall war. Die Abwehr, teilweise reichlich rauhbeinig operierend, stand mitunter dem Fürther Tempospiel beinahe hilflos gegenüber. Hier imponierte neben dem Torhüter lediglich der Wild-Ersatz Fuchs, der gelegentlich mitstürmte und Löwer zu einigen Paraden zwang. Sieht man davon ab verlebte er einen geruhsamen Nachmittag. Grimm und später Fritsche kamen kaum einmal um den aufmerksamen Marchl herum. Von dem einst bei Offenbach so rasanten Flügelstürmer Becker sah man nur einen Sololauf. Der nach einer Stunde eingreifende Vogel zeigte zwar viel Einsatz, wenngleich ihm Klump nur wenig Spielraum gönnte. Trainer Heinz Baas wird eine Menge zu tun haben, diese Mannschaft nach dem Fürther Debakel wieder aufzurichten.
Natürlich war beim Fürther Anhang die Freude groß. Fünf Tore gab es in dieser Saison bei einem Heimspiel noch nicht zu sehen. Andererseits wird man sich um so mehr ärgern, wenn man die leichtfertig vergebenen Punkte gegen Mannschaften der unteren Tabellenhälfte in Betracht zieht. Die Mannschaft in der Verfassung von gestern hätte vermutlich ein gewichtiges Wort im Kampf um Platz zwei mitzureden gehabt.
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Heubeck, Pieper (77. Dennerlein), Jäger (70. Popp) - Trainer: Heinz Elzner
Karlsruher SC: Wimmer (84. Kessler) - Radau, Fuchs, Eisele, Ulrich - Platz, Haunstein, Faltermeier - Fritsche, Grimm (60. Vogel), Becker - Trainer: Heinz Baas
Tore: 1:0 Heubeck (11.), 2:0 Heubeck (19.), 2:1 Löwer (26., Eigentor), 3:1 Ammon (46.), 4:1 Schülke (83.), 5:1 Dennerlein (85.)
Schiedsrichter: Albeck (Stuttgart)
Zuschauer: 7000
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