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Saison 1972/1973
29. Spieltag - Sa., 31.03.1973, 15:30 Uhr
SpVgg Fürth - FC Schweinfurt 05
1:1 (0:0)
90 Minuten dauert ein Fußballspiel, die Abwehr der SpVgg Fürth hatte am Samstag im Ronhof gegen den FC Schweinfurt 05 aber bereits nach 88 Minuten abgeschaltet. Sonst hätte es nicht passieren können, dass man beim Stande von 1:0 sich in Spielereien am eigenen Strafraum ging und Torwart Löwer beim Abschlag weder auf Freund noch Gegner achtete. Der Kleeblatt-Keeper wollte zum Abschluss offenbar nochmals frisch-fröhlich das Leder über das halbe Spielfeld dreschen, übersah dabei den ausgestreckten Fuß des gerissenen Nahlik und es war passiert. Der abprallende Ball trudelte gemächlich ins Fürther Tor.
Die Reaktionen waren naturgemäß zwiespältig. Schweinfurt jubelte, Fürth protestierte leidenschaftlich gegen diesen von dem an sich schwach leitenden Schiedsrichter Wengenmayer völlig zu Recht anerkannten Treffer. Dieser bildet eine Parallele zum Europapokalspiel AC Mailand gegen FC Bayern München 1968, wo sich Sepp Maier im Münchner Tor in ähnlicher Weise von Sormani hatte düpieren lassen.
Das Spiel selbst war bestimmt von dem unerhörten Willen der abstiegsbedrohten Schweinfurter aus dem Ronhof einen Punkt mitzunehmen. Entsprechend groß war der Einsatz der Kugelstädter, die leidenschaftlich um jeden Ball kämpften. Dass dabei vor allem die beiden Außenverteidiger Thaumüller und Metzger ihre mangelnde Schnelligkeit mit übertriebener Härte auszugleichen suchten, darf in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen werden. Hier zeigte sich der Mann in Schwarz aus München äußerst großzügig.
So sah sich der einsatzfreudige, schwer vom Ball zu trennende, wenn auch manchmal noch reichlich eckig wirkende Dennerlein überwiegend allein vor die Aufgabe gestellt gegen den Abwehrblock der Gäste anzurennen. Wirksame Unterstützung erhielt er nur von dem sehr agilen Unger, der mit einigen blendenden Soli aufwartete, auch mit Torschüssen nicht geizte, wobei ihm das gewisse Quentchen Glück fehlte.
Zweimal war Detsch nahe daran, die "Kleeblättler" in Führung zu bringen: in der 27. Minute überraschte er den tüchtigen Böhm im Schweinfurter Gehäuse - mit 36 Jahren „Methusalem" unter den Süd-Torhütern - mit einem Weitschuss und fünf Minuten später streckte sich der Oldtimer vergeblich. Doch das Detsch-Geschoss flog Zentimeter am Torkreuz vorbei. Zweimal sorgte Schweinfurts Torjäger Nahlik für Gefahr. Kurz vor der Pause schoss der Ex-Rosenberger Nahlik, von dem energischen Plößl einmal aus den Augen gelassen, knapp daneben.
In der 52. Minute fiel das längst fällige 1:0: Ammon schlug den Ball hoch in den Strafraum, Unger köpfte zu Dennerlein, der an dem zu spät herausstürzenden Böhm vorbei einschoss. Acht Minuten später wurde Heubeck gefoult, was Wengenmayer jedoch nicht störte.
Nun schienen die Gäste ihre zweite Luft zu bekommen. Plötzlich stießen auch die Abwehrspieler mit nach vorne. In der 73. Minute schien der Ausgleich nach einem Nahlik-Kopfball aus kurzer Entfernung fällig, doch Löwer reagierte großartig. Kurz vor Schluss eine Riesenchance für Jäger nach Dennerlein-Pass. Doch der Linksaußen vergab, wie so oft in den letzten Wochen, einmal mehr kläglich. In der vorletzten Minute kam dann das Torgeschenk Peter Löwers an die Schweinfurter.
Sicherlich konnte sich das Fürther Spiel im Ronhof gegen einen angesichts der bedrohlichen Situation ganz auf Kampf eingestellten FC Schweinfurt 05 nicht so gut entwickeln wie zuvor in Bayreuth. Allerdings war das Spiel ohne Ball längst nicht so ausgeprägt wie gewohnt. So nimmt nicht wunder, dass ungewöhnlich viele Pässe der Detsch, Bergmann, Schülke nicht den eigenen Mann fanden. Zuverlässig abermals Libero Ammon. Schülke wurde sowohl mit Nöth als auch mit Aumeier spielend fertig, auch Klump kam gegen Meyer nicht in Schwierigkeiten. Der abermals Kapitän Marchl vertretende Vorstopper Plößl hatte mit Nahlik den mit Abstand gefährlichsten Schweinfurter Angriffsspieler gegen sich. Plößl spielte aufmerksam und schaltete sich auch in das Angriffsspiel mit ein. Neutralisieren konnte er Nahlik allerdings nicht. Schweinfurt kämpfte bravourös und zeigte vor allem nach einer Stunde auch beachtlichen Fußball. Herausragend die Mittelfeldspieler Pöhnl und Rodekurth. Der Ex-Fürther Boden, brillant am Ball, konnte sich, verglichen mit seiner Zeit beim Kleeblatt, nicht mehr steigern. Temperament kann man nicht trainieren, man muss es haben. Ansonsten kann nicht übersehen werden, dass die Schweinfurter Abwehrrecken sich langsam der Grenze nähern, wo der Leistungsabfall beginnt. Die Energieleistung wie in Fürth werden sie kaum Spieltag für Spieltag zu bringen in der Lage sein.
Das Resultat mag für die Gäste schmeichelhaft sein - vor allem im Hinblick auf das kuriose Ausgleichstor -, es war aber Lohn für nimmermüde Einsatzbereitschaft bis zum Schlusspfiff.
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Plößl, Ammon, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Heubeck (68. Puscher), Dennerlein, Jäger - Trainer: Heinz Elzner
FC Schweinfurt 05: Böhm - Thaumüller, Brunnhuber, Lamprecht, Metzger - Pöhnl, Rodekurth, Boden - Meyer (71. Brunner), Nahlik, Nöth (63. Aumeier) - Trainer: Fritz Schollmeyer
Tore: 1:0 Dennerlein (52.), 1:1 Nahlik (88.)
Schiedsrichter: Wengenmayer (München)
Zuschauer: 3500
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