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Saison 1972/1973
34. Spieltag - So., 13.05.1973, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - SSV Reutlingen
0:2 (0:1)
Blamabler hätte der Abschied von der Saison 1972/73 - wie für den Club - auch im Ronhof kaum sein können: gegen den seit VVochen feststehenden Absteiger SSV Reutlingen verlor eine ebenso lustlos wie konfus agierende SpVgg Fürth sang- und klanglos mit 0:2.
Es waren ohnehin nur die Getreuesten der Treuen gekommen. Gerade diese hätten einen Anspruch darauf gehabt, ein einigermaßen passables Spiel der Kleeblättler zu erleben. Mit einer tollen Leistung hatte zum Saisonabschluss ohnehin niemand gerechnet. Hier kommt man an der Frage nicht vorbei: ist den Spielern eigentlich bewusst, was sie dem zahlenden Zuschauer schuldig sind? Was beispielsweise Jäger an Fehlleistungen bot, kam einer permanenten Provokation nahe. Unverständlich, dass man ihn 90 Minuten lang gewähren ließ.
Es geht hier an sich nicht um die Niederlage, wohl aber wie sie zustande kam. Beim Kleeblatt glaubte man offenbar, es genüge den Ball gemächlich von Mann zu Mann wandern zu lassen.
Nur keinen Steilpass, bloß kein Sprint. Neben dem völlig abwesenden Jäger enttäuschten Dennerlein und der schier Blei in den Beinen habende Unger maßlos. Bergmann resignierte nach einigen erfolglosen Alleingängen. Wenn er einen langen Pass versuchte ging dies todsicher schief. Detsch und der ausschließlich nach vorne orientierte Schülke gefielen sich in fruchtlosem Klein-Klein. Im Angriff konnte man lediglich - mit erheblichen Abstrichen - noch Popp zugute halten, dass er sich unablässig bemühte. Im Abwehrzentrum gefiel der für den an der linken Hand verletzten Ammon in die Mannschaft genommene Plößl, der sich, wie auch Marchl, wiederholt Sonderbeifall holte. Klump hatte anfangs niemanden zu decken, konnte daraus allerdings kein Kapital schlagen. Später übernahm er Linksaußen Kapp, während - wie erwähnt - Schülke nur noch stürmte.
In Hägele und Kapp hatte der SSV Reutlingen lediglich zwei Sturmspitzen. Mit Wolny, Düren, Lühr und Schwehm waren die Gäste im Mittelfeld stark besetzt. Diese stießen abwechselnd mit nach vorne und sorgten mitunter für Verwirrung innerhalb der Fürther Abwehr. Im übrigen musste Peter Löwer mehrmals Glanzparaden zeigen. Die beiden Treffer konnte er nicht verhindern.
Beim SSV Reutlingen lieferte Libero Günter Kasperski (36) sein 501. und letztes Spiel für die Achalmstädter. Er bot eine imponierende Abschiedspartie. Ein weiterer Mann stand im Brennpunkt: Torhüter Hauser. Er präsentierte sich in Prachtform. Ex-Nationalspieler Aki Schmidt, als Trainer des FK Pirmasens eigens zum Ronhof gekommen, um Hauser zu beobachten, dürfte seinem Vorstand nur Gutes zu berichten haben.
Insgesamt boten die Reutlinger, auch wenn sie nicht unbedingt wie ein Absteiger aussahen, nur biedere Durchschnittskost. Sie genügte allerdings eine ohne die notwendige innere Bereitschaft ihr Pensum abspulende Fürther Mannschaft zu schlagen. Mitunter, wenn die Gäste eine Verschnaufpause nötig hatten, ließen sie den Ball in ihren Reihen kreisen, während die Platzherren diesem Treiben untätig zusahen.
Die wenigen Höhepunkte dieser klassearmen Begegnung sind schnell aufgezählt: In der achten Minute konnte Hauser einen Bergmann-Freistoß gerade noch an die Latte lenken. In der 20. Minute bereitete Löwer ein Scharfschuss des stämmigen Lühr erhebliche Mühe. Fünf Minuten später spielte der gleiche Mann Wolny frei, dieser ließ Schülke und auch noch Löwer ins Leere laufen und schob zum 0:1 ein. Als Bergmann in der 36. Minute im Strafraum von Pleikies zu Fall gebracht wurde, schwieg die Pfeife des nicht überzeugenden Schiedsrichters Kammann.
Der zweite Abschnitt begann mit einem tollen Weitschuss Klumps knapp über das Torkreuz. Unger, von Plößl freigespielt, vergab kläglich. Mit der Länge der Partie liefen die Fürther zunehmend in die Abseitsfalle der Gäste, die nunmehr respektlos aufspielten. Wuchtige Schüsse von Lühr, Hägele, Dirscherl und Kapp konnte Löwer meistern. Gegen einen Freistoß von Hägele in der 85. Minute - Schülke hatte den Ball knapp vor dem Strafraum völlig unnötig mit der Hand gespielt - streckte er sich jedoch vergeblich.
Der SSV Reutlingen hat sich diesen Sieg, mit dem er sich aus der Regionalliga für ungewisse Zeit verabschiedet, redlich verdient. Zwar spielten die Männer von der Kreuzeiche alles andere denn berauschend, ihre Leistung genügte aber eine sich mitunter beinahe im Zeitlupentempo bewegende Kleeblatt-Mannschaft niederzuhalten.
So bleibt schließlich nichts anderes zu tun, als diese miserable Leistung des Kleeblatts möglichst schnell zu vergessen und sich dessen zu erinnern, dass die Ronhofer in dieser Saison wiederholt auch begeistern konnten.
Zugegeben: ein schwacher Trost für das Eintrittsgeld, das diese Partie, zumindest aus Fürther Sicht, nicht wert war.
SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Marchl, Plößl, Klump - Detsch, Bergmann, Unger - Jäger, Dennerlein (62. Puscher), Popp - Trainer: Heinz Elzner
SSV Reutlingen: Hauser - Dirscherl, Pleikies, Kasperski, Murmann - Düren, Lühr, Wolny - Schwehm, Hägele, Kapp - Trainer: Milovan Beljin
Tore: 0:1 Wolny (25.), 0:2 Hägele (85.)
Schiedsrichter: Kammann (Mannheim)
Zuschauer: 2000
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