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Saison 1948/1949
Freundschaftsspiel - So., 10.04.1949
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
2:3 (1:1)
158. Derby

Deutschlands berühmtestes Fußball-Derby, diesmal in aller Freundschaft und ohne Punkte-Ehrgeiz ausgetragen, bestimmte ein Torjäger-Duell: Schade gegen Morlock! Man fühlte sich in die Spielatmosphäre des Ronhof-Gastspiels der Offenbacher rückversetzt, als die „Kleeblättler" gegen den etwas zahmen Deutschen Meister einen Kombinationsteppich auf das Feld webten, der kaum kunstvoller, ideenreicher und vielfältiger angelegt werden konnte. Was gegen Offenbach 16000 erträumten, einen Torvorsprung gegen die bis dahin Unbesiegten, erhofften diesmal 14000 gegen Nürnberg. Im Schönheitspreis überlegen führend, unterlagen die Fürther wiederum toremäßig. Damit löst sich das Ergebnis des Torschützen-Zweikampfes von selbst. Max Morlock, in einem ideenlosen und uneinheitlichen Club-Angriff immer wieder der unentwegte Antreiber, nützte gleich drei von nur wenigen Chancen prompt aus, während Schade, wenn auch sehr klug, behutsam und vielseitig seinen Angriff führend, die frühzeitige Spielentscheidung verschenkte. Zwei-, dreimal gähnte der Nürnberger Kasten, mit einem ehrgeizigen und temperamentvoll wachenden Niemann im Tor, leer vor dem Ex-Dresdener, und jedesmal trafen die Geschosse daneben.
Fürths tüchtiger Trainer Helmut Schneider mag dennoch für die Aufstiegsrunde manche bedeutsame Lehre aus diesem Sparringskampf gezogen haben. Die Elf versteht zu spielen, ja zu kreiseln, wie in den besten Tagen. Nur ein Dränger, ein Durchreißer, ein Torschütze - ein Morlock - fehlt in dieser kombinationssüchtigen Angriffslinie. Schade erwartete oft allein im Strafraum die Flanken seiner Außen. Wo blieben Appis (ein feiner Dribbler und Regisseur, doch manchmal auch zu zaghaft) und der zu sehr ballverliebte Brenzke? Vorläufer müsste noch konzentrierter decken und Plawky vor allem lernen, wie aus einem Abschlag ein Zuspiel hergestellt werden kann und wie man den Außen anzugreifen hat.
Aus der Club-Elf in der heutigen Gestalt darf kaum mehr erwartet werden. Nur Julius Uebelein entlastete vorne den allein schuftenden Morlock etwas. Gebhardt befindet sich derzeit weit von seiner Bestform entfernt, und Hagen kann selbst den bedächtiger gewordenen Hans Uebelein noch nicht ersetzen. Kennemann, Niemann und Knoll stemmten sich noch am erfolgreichsten dem Fürther Spielwirbel entgegen.
Schiedsrichter Winkler entschied mit einem Fehlpfiff vielleicht diese Partie zugunsten des Clubs. Als Fürth 2:1 führte, den Gegner umherhetzte und selbst dem dritten Tore nahe schien, zerstörte ein von allen Seiten als unverständlich aufgenommener Freistoß für Nürnberg an der 16-Meter-Linie die Kleeblatt-Hoffnungen. Winkler bewegte sich auch sonst sehr gehemmt und unentschlossen auf dem Spielfeld. Es wäre ratsam, bei solchen Derbys nicht einheimische Schiedsrichter zu verwenden.
SpVgg Fürth: Goth - Frosch, Plawky - Erhard, Vorläufer, Gottinger - Hoffmann, Brenzke, Schade, Appis, Nöth - Trainer: Helmut Schneider
1. FC Nürnberg: Niemann - Schober, Knoll - Hagen, Kennemann, Gebhardt - Reiser, Morlock, J. Uebelein, Herbolsheimer, Winterstein - Trainer: Josef Schmitt
Tore: 1:0 Schade (8.), 1:1 Morlock (43.), 2:1 Appis (61.), 2:2 Morlock (63.), 2:3 Morlock (80.)
Schiedsrichter: Winkler (Nürnberg)
Zuschauer: 14000
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