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Saison 1962/1963
21. Spieltag - So., 03.02.1963, 14:30 Uhr
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
3:5 (1:1)
188. Derby

Vor fast genau drei Jahren (am 7.2.1960) gewannen die Fürther zuletzt ein Derby gegen den Club. Gettinger schoss damals als Mittelstürmer (!) den ersten der beiden Treffer für das Kleeblatt. Die Sterne standen günstig für die Ronhofer, es wieder einmal zu schaffen. Der Club musste in den letzten Wochen auf Schnee und Eis bittere Pillen schlucken, während es in Fürth in gleichem Maße aufwärts ging. Obwohl es nach 45 Minuten 1:1 stand, wurden die Fürther Hoffnungen durch das klarere Spiel, die zahlreichen Torchancen und das bessere Stehvermögen auf dem gut bespielbaren Schneeboden noch genährt. Doch innerhalb einer Minute wurde nach dem Wechsel (zwischen der 53. und 54. Minute) dieses 188. Derby zugunsten des Clubs entschieden. Der durch seine mangelnde Aufbauarbeit zuletzt umstrittene Haseneder schoss zwei seiner typischen Blitztore. Zweimal kam die Flanke von Albrecht, den die eigenen Anhänger wegen seines Zögerns und zu langen Ballhaltens vor der Pause schon auszupfeifen begannen. Wer noch nicht recht begreifen wollte, warum Haseneder der Torschützenkönig des Südens ist, dem mussten bei diesem seit langem schönsten Hochburg-Derby die Augen aufgeben. Dieser Pfiffikus schlägt immer dann zu, wenn es keiner, am wenigstens der Gegner, erwartet. Wer ihn dann noch so freistehen lässt wie die im übrigen sogar zuverlässig arbeitende Fürther Deckung, der muss die Zeche bezahlen ...
Es wäre jedoch falsch, wollte man Haseneder den ganzen Lorbeer für die beiden wichtigen Punkte umhängen. Während er und die beiden Außen noch völlig auf der vier bis fünf Zentimeter hohen Schneedecke untertauchten, trugen Wild und Strehl die ganze Angriffslast. Sie brachten die Entlastung, die der diesmal aus der Tiefe operierende Club gegen die oft mit sechs bis sieben Mann anstürmenden Fürther brauchte. Trainer Widmayer hatte die Konsequenzen aus den letzten Verlustspielen gezogen. Der Erfolg gab ihm recht. Dazu erwies sich der Einbau des jungen Ferschl in die Deckung als Volltreffer. Die Ruhe von Wenauer, der Fürther beherrschte wie er wollte, gab ihm die Sicherheit. Dass Flachenecker (Reisch fehlte) als Außenläufer auf dem richtigen Platz steht und er für niemand geopfert werden darf, bewies er nicht nur durch sein Freistoßtor.
Die Fürther sollten diesen beiden Punkten nicht nachtrauern. Trotz des 3:5 bewies die Mannschaft, dass sie in den letzten Wochen reifer und kaltblütiger geworden ist. Der schnelle Rückstand warf sie nicht um. Schneider und Schmidt waren die Drehscheiben im Angriff. Perras spielte überzeugender als die Clubaußen. Emmerling bestand das Duell gegen Strehl mit Auszeichnung. Schmid hielt Albrecht lange in Schach. Doch dreimal schlug dieser die Flanken zu drei (!) Toren. Von Müller wird man in Zukunft noch viel Gutes hören.
Die Tore trugen natürlich zur Stimmung bei. Acht Treffer sind in einem Derby selten. 1:0: erstmals kommt Albrecht durch, genaue Flanke zu Dachlauer, der aus sechs Metern sicher mit dem Innenrist einschiebt. 1:1: Wabra foulte den durchgebrochenen Schmidt. Halbhoch verwandelt dieser den Elfmeter. 1:2: das schönste Tor. Haseneder nimmt eine Albrecht-Flanke aus der Luft und verlängert in die rechte obere Ecke. 1:3: Freistoß Albrechts, ein Nicker von Haseneder und Geißler ist geschlagen. 1:4: Stumptner foult Strehl. Flacheneckers Freistoß zischt in die linke untere Ecke. 2:4: Perras-Flanke, Fürther-Kopfball. 2:5: Dachlauer-Bombe vom Strafraumeck. Geißler steht falsch. 3:5: Der Lohn für Müller. Wabra kann seinen 16-Meter-Schuss nur noch mit den Fingerspitzen berühren. Tschenscher leitete das vorbildlich faire Derby sicher.

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg 2:4
SpVgg Fürth: Geißler - Ehrlinger, Schmid - Müller, Emmerling, Stumptner - Brzuske, Schmidt, Fürther, Schneider, Perras - Trainer: Jenö Vincze
1. FC Nürnberg: Wabra - Leupold, Ferschl - Flachenecker, Wenauer, Gettinger - Albrecht, Haseneder, Strehl, Wild, Dachlauer - Trainer: Herbert Widmayer
Tore: 0:1 Dachlauer (40.), 1:1 Schmidt (43., Foulelfmeter). 1:2 Haseneder (53.), 1:3 Haseneder (54.), 1:4 Flachenecker (68.), 2:4 Fürther (74.), 2:5 Dachlauer (75.), 3:5 Müller (76.)
Schiedsrichter: Tschenscher (Mannheim)
Zuschauer: 17000
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