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Saison 1958/1959
21. Spieltag - So., 22.02.1959, 14:30 Uhr
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
1:0 (1:0)
    Bilder vom Spiel »    
180. Derby

Wenn es auch heißt, dass Lokalspiele eigenen Gesetzen unterliegen, dieses 180. Derby zwischen den Hochburgmannschaften wurde unter ganz anderen Voraussetzungen als ein gewöhnliches Fußballspiel angepfiffen. Knöcheltiefer Sumpf im Fürther Ronhof bestimmte ausschließlich das Geschehen zwischen den beiden Torräumen, und der Zufall reagierte die Stunde.
Jedes Resultat wäre ein Produkt einer unberechenbaren Laune gewesen. Erst recht dieses knappe Ergebnis, das schon in der dritten Minute von der Anzeigetafel den Spiel- und schließlich auch den Endstand zeigte. Appis jagte aus 20 Metern fast von der Torlinie aus einen Freistoß in Richtung Nürnberger Tor. Eine kurze Ecke gewissermaßen, und von Schweinbergers Schienbein sprang der nasse Ball zum entscheidenden Tor ins Nürnberger Netz.
Dieser frühe Rückstand und das zusätzliche Handicap des morastigen Spielgrundes deprimierte den Club zunächt so sehr, dass man zeitweise für ihn fürchten musste, er würde eine regelrechte Schlappe einstecken. Die Fürther fühlten sich regelrecht wohl im Matsch, konnten andererseits aber auch nicht nach Wunsch aufspielen, denn wenn es einmal nicht die Nürnberger Abwehr war, die bereinigend eingriff, dann war es bestimmt der tückische Boden, der alle gutgemeinten Aktionen um ihre Wirkung brachte.
Selbstverständlich ist es leichter, eine schnell erzielte Führung unter diesen Umständen mit Erfolg zu verteidigen, als andererseits gegen Zufälligkeiten, Trefferrückstand und Abwehrbollwerk zugleich anrennen zu müssen, so wie es der Club in der zweiten Halbzeit tat. Da hing der Ausgleich oft nur noch an einem Haar, aber Geißler, Erhard und Gottinger besaßen zu ihrem soliden Können noch jenes Maß von Glück, das diesmal vonnöten war, wenn man als Sieger das Schlammbad verlassen wollte. Dass dabei der Schiedsrichter noch einige Ruppigkeiten im Fürther Strafraum übersehen hatte, und deren Ahndung den Nürnbergern bestimmt zwei Elfmeterbälle eingebracht hätten, passt zu dem Gesamteindruck, dass Nürnberg diesmal äußerst unglücklich spielte.
Wer in dieses Treffen mit bestimmten Vorsätzen und Einstellungen kam, kämpfte von vornherein auf verlorenem Posten, egal was probiert wurde, es musste misslingen. Das Glückssymbol war zuällig auf seiten jener, die das Kleeblatt im Wappen führten. Sie hätten unter Umständen noch höher gewinnen können, ebensogut aber durch die gleichen widrigen Umstände sang- und klanglos untergehen können in einem Derby, in dem das Irreguläre und Abnorme Trumpf im Sumpf waren.

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg 2:2
SpVgg Fürth: Geißler - Bauer, Koch - Ehrlinger, Erhard, Gottinger - Schmidt, Appis, Schneider, Gettinger, Landleiter - Trainer: Jenö Csaknady
1. FC Nürnberg: Wabra - Zeitler, Feilhuber - Ucko, Wenauer, Schweinberger - Schmid, Morlock, Glomb, Dirrigl, Strehl - Trainer: Franz Binder
Tore: 1:0 Schweinberger (3., Eigentor)
Schiedsrichter: Reil (Weiden)
Zuschauer: 23000
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