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Saison 1959/1960
6. Spieltag - Sa., 26.09.1959, 16:30 Uhr
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
2:4 (1:1)
181. Derby

Deutschlands populärstes Derby begann mit einem Paukenschlag; Nach
kaum 40 Sekunden erzielte Strehl ein Abseitstor. Der Treffer wurde freilich nicht gewertet.  Aber allein die Tatsache, die geglückte Ueberrumpelung wirkte sich psychologisch aus. Der Club spürte, dass diese Fürther Deckung verwundbar schien. Alles richtete sich auf Strehl aus.
Der hochaufgeschossene Blondschopf war stets anzuspielen. Von ihm strahlten die Ideen, die große, Gefahr aus. Dieses selbstbewusste Auftreten Strehls reizte Nationalstopper Erhard. Er wurde unbeherrscht, verlor fast jedes Duell und ließ sich sogar zu drei Unbeherrschtheiten hinreißen, die an Tätlichkeiten grenzten. Dieses Duell Strehl-Erhard entschied das Derby.
Es war kein schönes Derby. Zu sehr verkrampfte und verbiss man sich ineinander. Den Zündstoff, der inner- und außerhalb des Spielfeldes drohte; vermochte Schiedsrichter Kandelbinder nicht zu entschärfen. Der Regensburger erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er sah und entschied oft das Gegenteil von dem, was sich -wirklich abspielte. Zunächst erkannten wir beim Eingreifen Wenauers gegen Heidner kein Handspiel. Handspiel ist doch, wenn die Hand zum Ball greift, und das war nicht der Fall! Dafür übersah er zwei Foul-Elfmeter im Nürnberger Strafraum. Einmal wurde Landleiter von hinten umgestoßen, Entscheidung: Indirekter Freistoß! Dann griff Wabra (41.) mit beiden Beinen voraus den durchbrechenden Heidner an - Entscheidung: Weiterspielen! Mit dieser Haltung gab Kandelbinder das Spiel gänzlich aus der Hand.
Es mag für Fürther Ohren hart klingen: Nürnbergs Sieg ist selbst in dieser Höhe völlig verdient. Das Kleeblatt fand kaum einmal zu einer geschlossenen Aktion, zu einem Vorstoß, der durchdacht war und über einige Stationen lief. Fürths Angriff wirkte harmlos, planlos, ohne die Begeisterung, die stets Derbys auszeichnete. Schreiner war noch der Aktivste im Angriff. Er blieb aber ohne Unterstützung, da Schneider bei dem konsequenten Derbfuß zu keinem Aufbau kam. Heidner hat nichts hinzu gelernt. Umständlich muss er sich erst jeden Ball zurechtlegen. Stumptner muss man Zeit lassen. Nach Ende dieser Spielrunde wird er reifer geworden sein. Landleiter irrte zu oft in der Mitte herum. Kein einziger Flügellauf gelang. Dabei entschied er das sensationelle 7:2 vor drei Jahren ganz allein... Nürnbergs tolle Läuferreihe beherrschte das 181. Derby. Während auf der Gegenseite Erhards Ausfall eine böse Lücke in das Abwehrgefüge riss, hielt Wenauer seine Deckung souverän zusammen. Der gleiche krasse Unterschied bei den Seitenläufern. Ehrlinger und Schmolke  fanden kaum Zeit systemvoll aufzubauen. Von den Stürmern war kaum jemand anzuspielen. Deshalb droschen sie die Bälle einfach weg. Derbfuß und Zenger dagegen erkämpften sich mit bestechender Kondition alle Bälle und rückten dann in die sechste und siebente Stürmer-Rolle auf. Hier kann eine Läuferreihe heranwachsen, wie sie zuletzt Uebelein-Kennemann-Gebhardt darstellten, die noch früher mit Uebelein-Carolin-Oehm brillierte.
1:0 (26.): Umstrittenes Handspiel Wenauers - Elfmeter. Hart und trocken knallt Bauer ein. 1:1 (37.): Der Ball wandert von Dirrigl über den talentierten Flachenecker zu Strehl. Erhard und Geißler kommen zu spät. 1:2 (66.): Strehl umspielt gelassen Erhard, lockt Geißler heraus und schiebt den Ball ins leere Tor. 1:3 (73.): Wieder narrt Strehl den schwerfälligen Erhard. Strehl wird von hinten gelegt - Elfmeter! Der Club-Mittelstürmer vollstreckt kaltschnäuzig. 1:4 (79.): Wieder bringt Erhard den Ball nicht weg. Albrecht erkämpft sich das Leder, satter Schuss, Geißler ärgert sich, nichts will ihm gelingen. 2:4 (85.): Die Dämmerung bricht herein. Stumptner schmuggelt sich durch die jetzt sorgloser gewordene Nürnberger Deckung. Sein Schrägschuss überrascht sogar Wabra.
 

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg 1:2
SpVgg Fürth: Geißler - Bauer, Koch - Ehrlinger, Erhard, Schmolke - Schreiner, Schneider, Heidner, Stumptner, Landleiter - Trainer: Horst Schade
1. FC Nürnberg: Wabra - Zeitler, Feilhuber - Zenger, Wenauer, Derbfuß - Dirrigl, Flachenecker, Strehl, Schweinberger, Albrecht - Trainer: Franz Binder
Tore: 1:0 Bauer (26., Handelfmeter), 1:1 Strehl (37.), 1:2 Strehl (66.), 1:3 Strehl (73., Foulelfmeter), 1:4 Albrecht (79.), 2:4 Stumptner (85.)
Schiedsrichter: Kandlbinder (Regensburg)
Zuschauer: 26000
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