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Saison 1957/1958
16. Spieltag - So., 01.12.1957, 14:15 Uhr
Bayern München - SpVgg Fürth
4:0 (2:0)
So prachtvoll die Münchner Bayern während der ersten Halbzeit spielten, musste man sich doch erstaunt fragen, was denn in die Mannschaft der SpVgg Fürth gefahren war. In derart schlechter Verfassung hat man die „Kleeblättler" jedenfalls an der Isar schon lange nicht mehr erlebt. Völlig konfus irrte ihre Hintermannschaft umher die zum ständigen Platztausch der gegnerischen Stürmer keinerlei Einstellung fand. So hatte jeweils mindestens ein Münchner freie Bahn, so dass die meist von Jobst eingefädelten Kombinationszüge glänzend in Fluss kamen.
Andererseits wirkten die Gäste aber auch ohne jeglichen Ehrgeiz. Bis in die Schlussminuten hinein spielten sie so lässig, als ob die Begegnung nicht 4:0 für Bayern, sondern für Fürth stünde. So konnten es sich die „Rothosen" erlauben, das Spiel mit einer besseren Trainingsleistung zu beenden, da ihnen von diesem ungewöhnlich harmlosen Gegner wirklich keine Gefahr drohte. Der klare und in der Höhe vollauf verdiente Sieg der Gastgeber, die 45 Minuten lang das Publikum zu lebhaltem Beifall mitrissen, soll nicht geschmälert werden, wenn man ihre Tore etwas billig nennt. Zwei davon hatte nämlich Torwart Geißler auf dem Gewissen, und das 4:0 von Huber kam ausschließlich auf Grund gütiger Mithilfe der Fürther Abwehrspieler zustande, die dem Münchner den Ball schussgerecht vor die Füße schoben.
Ganz allein daran, dass Mai wegen Verletzung fehlte und dass Erhard wegen seiner in Schweinfurt erlittenen Gesichtsverletzung (Kopfbälle) nicht Stopper, sondern Außenläufer spielte, kann der schwarze Tag der Gäste doch nicht gelegen sein. Lediglich ein von Appis an die Querlatte gedonnerter Freistoß brachte ernsthafte Gefahr für die Bayern-Abwehr, die sich gegen Spielende sogar noch allerlei neckische Spielchen mit den gegnerischen Stürmern erlauben konnte.
Zweimal traf übrigens auch Nunberger das Fürther Gebälk, wie überhaupt der Münchner Angriff außerordentlich schussfreudig war. Das bekam Geißler wiederholt zu spüren, denn der Fürther Torhüter machte bei weitem nicht nur Fehler. Einige Male rettete er mit schönen Paraden und vielleicht musste man ihm bei dem einen oder anderen Tor auch den steinhart gefrorenen Boden zugute halten, der ihm und allen Feldspielern Schwierigkeiten bereitete.
Warum schwieg Fürths Trainer Jenö Csaknady? Alles, was er noch zu der eindeutigen 0:4-Niederlage der diesmal welken Kleeblätter zu sagen hatte, war: „Ich kann nur den Bayern gratulieren. Sonst möchte ich schweigen." Für ihn ergriff Fürths erster Vorsitzender Dr. Gastreich das Wort: „Die Bayern haben modernen Fußball vorgeführt und ihren Auswärts-Erfolg beim VfB Stuttgart bestätigt. Wenn sich die Stürmer immer so freistellen und das Leder so rasch laufen lassen, so sind sie für jede andere Elf ein sehr ernst zu nehmender Gegner. Wir haben durch die Verletzung von Mai (Leiste) und Erhard Aufstellungsschwierigkeiten, aber ich kann nicht verschweigen, dass auch der letzte Einsatz fehlte."
Seit Jobst wieder im Angriff spielte, haben die Bayern nicht mehr verloren. Kein Wunder, dass Trainer Willibald Hahn den blonden Rudi zuerst nannte: „Er war heute unser taktisch geschicktester Stürmer. Wie Jobst die Bälle verteilte und sich freistellte, das ist ein Gewinn. Mit den ersten 70 Minuten war ich restlos zufrieden. Bei den Fürthern haben mir Erhard und Schneider am besten gefallen. Im Angriff haben sie unsere alte Krankheit, das zu umständliche Spiel in die Breite übernommen."
A propos: Es war der erste Sieg der Bayern über die Spielvereinigung Fürth im 13. Spiel seit dem letzten Erfolg gegen die Fürther im Jahre 1951.

Vorspiel der Reserven: Bayern München - SpVgg Fürth 2:0
Bayern München: Fazekas - Knauer, Bauer - Mayer, Landerer, Manthey - Siedl, Sommerlatt, Nunberger, Jobst, W. Huber - Trainer: Willibald Hahn
SpVgg Fürth: Geißler - Gottinger, Koch - Erhard, Bauer, Ehrlinger - O. Schmidt, Bucklisch, Appis, Schneider, Kuhnert - Trainer: Jenö Csaknady
Tore: 1:0 Nunberger (29.), 2:0 Jobst (38.), 3:0 Jobst (47.), 4:0 W. Huber (85.)
Schiedsrichter: Kandlbinder (Regensburg)
Zuschauer: 18000
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