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Saison 1960/1961
1. Spieltag - So., 14.08.1960, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - VfB Stuttgart
1:3 (1:1)
Es war nicht schwer, vorauszusehen, dass dieser völlig neuformierten, aus der Not geborenen Fürther Elf eine 1:0-Führung nicht zum Sieg reichen würde. Dazu standen im VfB-Sturm zu klangvolle Namen, außer Höller alle in National- oder Repräsentativspielen erprobt. Mit einem 2:0- oder 3:0-Vorsprung im Rücken, ja, da hätte man im Ronhof schon eher auf beide Punkte hoffen können. Zu unserem Erstaunen war die VfB-Deckung für eine Viertelstunde lang so sträflich offen, dass die zu Beginn unbekümmert losstürmenden Ronhofer Angreifer tatsächlich die Möglichkeit gehabt hätten, schon zu diesem Zeitpunkt für klare Verhältnisse zu sorgen. "Ossi" Schmidts Schlenzer-Tor (2.) in die lange Ecke war zwar ein halbes Geschenk von Günter Sawitzki, doch trug dazu bei, dass die Abwehr um den alten Strategen Erich Retter noch konfuser wurde als sie schon war. Stumptner und "Ossi" Schmidt hatten weitere Treffer vor den Füßen; doch man zögerte, stolperte oder hatte nach einem kurzen Sprint keine Kraft mehr zu einem wuchtigen Schuss.
Schon jetzt zeigte sich, dass Fürths Sturmspiel nur auf "Ossi" Schmidt zugeschnitten war. Er sollte die Regie führen, die einst Max Appis (immer noch Schmerzen im Knie) so meisterhaft beherrschte. Das war zuviel für den Mann, den Herberger sogar auf seine Island-Tournee mitnehmen wollte. Er zerriss sich sogar schier vor Spielfreude, doch bald hatten die Retter, Eisele und vor allem Hartl erkannt, dass er der einzige gefährliche Kleeblatt-Stürmer war. Zwei, drei Mann schirmten ihn plötzlich ab. Anstatt den ungedeckten Raum jetzt selbst zu nutzen, suchten Raithel, Schreiner und Brzuske immer noch ihren Lenker, spielten ihn an, wenn er völlig gedeckt war. Das nahm auch Schmidt den Mumm und dem Fürther Angriff das letzte Fünkchen von Gefährlichkeit.
Die Fürther Deckung mit dem konditionsstarken, in Länderspielform antretenden Erhard war lange Herr der Lage; doch als einfach keine zusammenhängende Sturmaktion mehr aufkommen wollte, da musste auch sie ihren Tribut zollen. Gottinger und der auf dem Außenläuferposten enttäuschende Schneider (die Umstellung musste vorgenommen werden, weil Emmerling und Bauer krank bzw. verletzt waren) ließen sich immer mehr vom planlosen Spiel ihrer Stürmer anstecken. Erhard, Ehrlinger (überraschend stark als Verteidiger) und Groß (ein vielversprechendes Debüt) war es zu verdanken, dass die Stuttgarter bis zum Wechsel nur den Gleichstand schaffen konnten.
Die technische und taktische Überlegenheit der Baluses-Schützlinge spürte der eingefleischteste Fürther. Es musste überraschen, wie der Verlust so wertvoller Kräfte wie Waldner und Praxl im Angriff überbrückt wurde. Von Rolf Blessing, dem Alleskönner, konnte man es erwarten, aber dass der blutjunge Höller wie ein Alter mitmachen würde, das dürfte man in VfB-Kreisen als den größten Gewinn registriert haben. Weise zog die Fäden schon 20 bis 30 Meter hinter dem Mittelkreis, und der als Sturmspitze operierende Geiger fesselte Herbert Erhard von Minute zu Minute mehr. Die Duelle dieser beiden Internationalen waren die Höhepunkte eines Saisonauftaktes, von dem man auf Fürther Seite bei den gegebenen Voraussetzungen einfach nicht mehr erwarten konnte. Es wäre vollkommen falsch, wollte man auf Grund zweier Geiger-Tore auf eine schlechte Leistung Erhards schließen. Im Gegenteil, der „Ertl" gewann das Duell sogar klar nach Punkten. Auch Erich Retter im VfB-Zentrum steigerte sich nach nervösem Beginn in seine bekannte abgeklärte ruhige Form. Eisele und Hartl übertrafen ihn diesmal noch an Wirkung, während Sawitzkt (kaum geprüft) nicht den sicheren Eindruck wie sonst machte.
Die Tore waren nicht faszinierend. 1:0: "Ossi" Schmidt windet sich an drei Gegnern vorbei und schlenzt in die lange Ecke. Sawitzkis Fingerspitzen rasieren den Ball. 1:1: Eckball von Strohmeier kommt hoch in den Fürther Strafraum. Schneider und Groß, selbst Erhard mit einer Grätsche, bringen den Ball nicht weit genug weg. Der kaltschnäuzige Höller knallt beherzt ein. 1:2: Weises Vorlage kommt als Abpraller zu Geiger, Groß und Erhard stürzen, der herauslaufende Geißler ebenfalls, Geiger hebt überlegt Ins Tor. 1:3: Endlich ein schönes Tor! Weises Eckball setzt Geiger mit dem Kopf in die linke obere Ecke. Aber nicht unhaltbar für „Gassi".

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - VfB Stuttgart 1:2
SpVgg Fürth: Geißler - Ehrlinger, Groß - Schneider, Erhard, Gottinger - Schreiner, Stumptner, Raithel, O. Schmidt, Brzuske - Trainer: Horst Schade
VfB Stuttgart: Sawitzki - Eisele, Seibold - Hartl, Retter, Rauser - Höller, Weise, Geiger, Blessing, Strohmeier - Trainer: Kurt Baluses
Tore: 1:0 Schmidt (2.), 1:1 Höller (32.), 1:2 Geiger (68.), 1:3 Geiger (74.)
Schiedsrichter: Rodenhausen (Gießen)
Zuschauer: 8000
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