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Saison 1960/1961
7. Spieltag - Sa., 24.09.1960, 16:30 Uhr
SpVgg Fürth - Eintracht Frankfurt
1:3 (1:1)
Heute frage ich mich, ob sich meine Rekordfahrt aus der Ferien-Einsamkeit an der Adria zum pünktlichen Spielbeginn im Ronhof gelohnt hat. Dabei musste doch eine Partie Fürth contra Eintracht reizen! Wie wenig ist davon übrig geblieben - selbst bei der Eintracht, wenn man den Maßstab der deutschen Endrunde 1959 nimmt. Freilich fehlten Stinka und Pfaff. Aber darf das eine Klasse-Mannschaft gleich so entwerten? Dennoch braucht man in Frankfurt nicht gleich in Panik-Stimmung fallen. Ein stabiles Mannschaftsgerüst ist geblieben, auf dem sich weiter bauen lässt, wo man wenigstens die Aussicht besitzt, in Wochen oder gar Monaten an den früheren Stand angleichen zu können.
Wie anders bei den Fürthern! Ob man es wahrhaben will oder nicht: das einst so stolze Kleeblatt muss sich in diesem Jahr auf einen erbarmungslosen Kampf gegen den Abstieg einstellen. Man verschenkte bereits den sechsten Punkt zu Hause! 1:3 gegen den VfB, 0:1 gegen Offenbach, nun 1:3 gegen die Eintracht! Wie will man bloß die 24 Punkte erreichen, die über Abstieg und Oberliga-Verbleib entscheiden?
Dabei startete Fürth recht verheißungsvoll. Das Angriffsspiel schien beweglicher, steiler angelegt und vom Seitenläufer Erhard mit dem nötigen Druck versorgt. Bald klaffte eine Lücke, die sich Fürth künftig nicht mehr leisten darf. Lieber Horst Schade, eine Planung selbst auf weite Sicht kann man mit einem Landleiter nicht mehr unternehmen! Fürth spielte praktisch mit vier Stürmern. Wir kennen keine Namen, sahen jedoch beim 3:1-Sieg der Oberliga-Reserven manches Talent erfreulich selbstbewusst aufspielen. Landleiter mag viele Spiele durch seine Spurtkraft entschieden haben. Heute hat er (leider) ausgedient.
Eine routinierte Eintracht konnte warten, warten auf ihre Konterchance. Sie ließ das Kleeblatt kommen. Immer wieder rannten sich die Fürther in der von dem glänzend eingestellten Lutz und dem temperamentvollen Eigenbrodt dirigierten Frankfurter Deckung fest. Über die Stationen Schymik, Kreuz und Kreß liefen die Gegenstöße. Der eigentliche Sieger von Ronhof hieß jedoch Erwin Stein. Schon bei kleineren Spurts versetzte er den viel zu zaghaften, für einen Stopper zu zurückhaltend und brav spielenden Emmerling. Stein erhielt Auftrieb. Emmerling erlitt einen Schock. Hier wurde die Partie entschieden.
Schon beim 1:0 reklamierte Fürths völlig aufgelöste Deckung Abseits. Keine Spur davon. Emmerling sah aus 20 Metern Entfernung nur mehr zu, wie sein Gegenspieler Stein den entgegenstürzenden Geißler ausspielte. Das 1:1 durch Fürths agilsten Stürmer, Schmidt, weckte nochmals Hoffnungen für die zweite Halbzeit. Wieder sorgte Erwin Stein für klare Verhältnisse. Für ein Zuspiel von Emmerling bedankte er sich und hob elegant über Geißler hinweg den Ball ins Netz. Emmerlings Ausfall übertrug sich auf die gesamte Abwehr. So brauchte man sich nicht mehr wundern, dass ein Missverständnis zwischen Groß und Geißler zu einem Eigentor führte.
Fürth ließ in sechs Spielen erst neun Gegentreffer (außer dem 1:3 gegen die Eintracht) zu. Man muss entsetzt den Kopf schütteln, weshalb man diesmal die Mannschaft auf acht (!) Posten umkrempelte. Ein für zwei schaffender Erhard vermag hier keine Ordnung mehr zu schaffen. Das Kleeblatt könnte sich lediglich dann retten, wenn sich Kräfte wie Bauer oder Schneider oder Stumptner oder Brzuske mal zu Sonderleistungen aufraffen würden. Ob sie das können?
Die Eintracht wird Sicherheit und Zuversicht gewinnen. Noch fehlt das spielerische Feuer, das ganz auf Erfolg abgestimmte Angriffsspiel. Vielleicht wächst der sich oft zeitlupenhaft bewegende Kreuz mal in die Rolle eines Alfred Pfaff hinein. Drei Kreuz-Vorlagen waren halbe Tore! Ein Hinweis für "Seppl" Herberger: die Belfast-Fahrer Kreß, Lutz und Erhard befanden sich in glänzender Kondition!

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - Eintracht Frankfurt 3:1

Hans Fiederer

SpVgg Fürth: Geißler - Groß, Bauer - Ehrlinger, Emmerling, Erhard - Brzuske, Stumptner, O. Schmidt, Schneider, Landleiter - Trainer: Horst Schade
Eintracht Frankfurt: Loy - Lutz, Höfer - Schymik, Eigenbrodt, Weilbächer - Kreß, Kreuz, Stein, Lindner, Schämer - Trainer: Paul Oßwald
Tore: 0:1 Stein (10.), 1:1 O. Schmidt (24.), 1:2 Stein (50.), 1:3 Groß (60., Eigentor)
Schiedsrichter: Treiber (Wurmlingen)
Zuschauer: 10000
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