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Saison 1959/1960
28. Spieltag - So., 10.04.1960, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - VfB Stuttgart
1:2 (0:1)

Der VfB riss sich im Ronhof kein Bein aus. Das kann man von Mannschaften, die mit Meisterschaft oder Abstieg nichts mehr zu tun haben, drei Sonntage vor Saisonschluss auch kaum mehr erwarten. Die spielerischen und technischen Mittel der Stuttgarter allein hätten jedoch genügt, dieses Fürth, das in den ersten 45 Minuten praktisch ohne Angriff spielte, in seine Einzelteile zu zerlegen.
Horst Schade gab es offen zu, dass seine Angriffsreihe eine Notlösung bedeute und er jetzt schon beginnen müsse, für die nächste Saison zu planen. Da ist es wirklich jetzt schon höchste Zeit! Was der Sturm der Ronhöfer vor der Pause zeigte, erschreckte selbst die treuesten Anhänger. Kein Zusammenhang, kein direktes Spiel, planlose Querpässe und eine Schuss-Ohnmacht in günstigen Lagen, die uns am Oberligaformat fast aller Stürmer zweifeln ließ. Dabei wissen wir, dass vor allem Max Appis und "Ossi" Schmidt auch anders können. Aber wieder einmal zeigte sich deutlich: Wenn der Fürther Regisseur Max Appis mal einen schwachen Tag erwischt und "Ossi" Schmidt sein Visier falsch gestellt hat, dann ist mit diesem Angriff kein Staat mehr zu machen.
Ein Hoffnungsschimmer: "Konny" Heidner machte nach seinem Beinbruch die ersten Versuche (nur 45 Minuten) in der Reserve, die 5:1 gewann. Auch der junge Schneider laboriert nur an einer leichten Verletzung und ist bald wieder einsatzfähig. Seine Spielübersicht, seinen Sinn fürs Direktspiel und Heidners Tordrang braucht Fürths Angriff dringend.... und noch einiges mehr.
Ein Glück, dass sich die Kleeblatt-Abwehr in zwar nicht restlos überzeugender, aber doch in annehmbarer Form befand.... und Stuttgarts Ballkünstler sich in Schönspielerei gefielen. Ein Pausenvorsprung von drei oder vier Toren des VfB hätte den Unterschied im fußballerischen Können ungefähr ausgedrückt. Das soll nicht heißen, dass die Fürther Stürmer keine Torchancen gehabt hätten. Doch wie sie vergeben wurden (15. Minute: Schmidt-Landleiter, 18. Minute: Gottinger, 27. Minute: Landleiter), das passte so recht zum harmlosen Hin und Her dieses Angriffs. Der verschossene Elfmeter von Schmidt (39.), es war der erste seit langer Zeit, den "Ossi" verschoss - schlug dem Fass den Boden aus...
In den zweiten 45 Minuten versöhnten die Fürther Stürmer in etwa mit dem, was sie vorher verbrochen hatten. Der schnelle Ausgleich Schmidts (47.) hatte plötzlich einige gelungene Kombinationen im Gefolge und verhinderte, dass einige Zuschauer schon 40 Minuten vor Schluss abzogen. Es war gut, dass sie blieben. Denn was Waldner, Weise und Blessing in einigen Szenen zeigten und andeuteten, das war doch Fußball, wie wir ihn uns wünschen: gekonnte Trickts, überraschende Ballwechsel und immer neue Ideen, die wir derzeit so sehr vermissen. Wenn da erst noch Geiger dabei gewesen wäre, der wegen seiner Baumeister-Prüfung fehlte....!
Mit Erwin Waldner ist es ähnlich wie mit "Berti" Kraus: Ein gottbegnadeter Fußballer, der in seiner Vereinself Spiele entscheiden kann wie heute - und in der Nationalelf ein ums andere Mal versagt. Freilich, was er aus dem Stand macht, das müsste er in der Bewegung machen..
Die VfB-Abwehr hatte keine Mühe, vor der Pause die Absichten des Gegners zu durch-schauen. Nachher bewies sie in einigen Situationen, dass sie wieder ein fester Block geworden ist, mit schnellem Direktspiel aber ebenso zu gefährden ist.
Auf Fürther Seite erkannte man aufs neue die Außenläufer-Qualitäten Gettingers, der auf diesem Posten immer auflebt. Emmerling muss man mal weiter das Vertrauen schenken, Bauer-Koch arbeiteten solide, Erhard war die treibende Kraft im Mittelfeld.
Die Tore: 0:1 (37.) mit einem trockenen Weise-Schuss auf Waldner-Maßvorlage. 1:1 (47.) durch ein echtes "Ossi"-Schmidt-Tor, der Hoffmann eiskalt austrickste. 1:2 (88.): ein typisches Waldner Tor. Fast von der Torauslinie hob dieser Supertechniker den Ball über drei Fürther und Torwart Geißler ganz sachte mit Effet über die Linie.

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - VfB Stuttgart 5:1

SpVgg Fürth: Geißler - Bauer, Koch - Erhard, Emmerling, Gettinger - Siebenkäss, Appis, O. Schmidt, Gottinger, Landleiter - Trainer: Horst Schade
VfB Stuttgart: Sawitzki - Ahrendt, Seibold - Hartl, Hoffmann, Blessing - Marx, Weise, Waldner, Strohmeier, Praxl - Trainer: Georg Wurzer
Tore: 0:1 Weise (37.), 1:1 Schmidt (47.), 1:2 Waldner (88.)
Schiedsrichter: Böttcher (Kassel)
Zuschauer: 6000
Besondere Vorkommnisse: Schmidt schießt Handelfmeter neben das Tor (39.)
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