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Saison 1958/1959
2. Spieltag - So., 24.08.1958, 15:00 Uhr
Eintracht Frankfurt - SpVgg Fürth
0:1 (0:1)

In den letzten drei Jahren hatte Fürth immer am Riederwald gewonnen. Diesmal sah es so aus, als ob dieses Gesetz der Serie unterbrochen würde. Nach dem Anpfiff des keineswegs fehlerlos leitenden Schiedsrichters Neumaier entfesselte die Eintracht einen wilden Angriffswirbel. Geißler im Fürther Tor kam nicht zur Ruhe. Immer wieder musste er eingreifen und er tat es mit großem Können und ab und zu auch mit ein wenig Glück. Die Fürther kamen zunächst nicht über die Mittellinie hinaus, aber sie verteidigten ihr Tor ausgezeichnet.
Koch und Bauer ließen Kreß und Meier keinen Meter Boden. Schmolke und Gottinger nahmen sich der Frankfurter Verbinder Lindner und Bäumler liebevoll an. Und die Verbinder Ehrlinger und Appis gingen zunächst weit zurück. Da die Fürther schneller am Ball waren als ihre Frankfurter Gegner kamen diese selten einmal in eine Stellung, die einen wirklich wohlplazierten Schuss gestattet hätte.
So fingen die Fürther die Anfangsoffensive der Gastgeber erfolgreich ab und schon der erste wirkliche Konterschlag traf die Eintracht mitten auf den Punkt. Appis erhielt den Ball, gewann einen Zweikampf, seine anschließende Vorlage nach rechts prallte von Schymik ab zu dem in der Mitte stehenden, völlig ungedeckten Bucklisch und dessen Schuss flitzte ins Tor. Bis dahin war Henig im Eintracht-Tor noch nicht ein einziges Mal mit dem Leder in Berührung gekommen. Dies geschah erst jetzt, als er den Ball aus dem Netz holte.
Die Fürther verfolgten ihre geschilderte Taktik auch weiterhin. Aber sie bestand nicht mehr nur aus reinem Defensivspiel, sondern die Elf griff jetzt immer häufiger an. Nach etwa einer halben Stunde donnerten Ehrlinger und Appis die Torlatte des Frankfurter Tores an. Der Erhaltung des Vorsprungs galt freilich in erster Linie das weitere Spiel der Franken. Schmolke, Gottinger, Appis und Ehrlinger legten ein kaum zerreißbares Spinnennetz um Sztani und Erhard stand mit eiserner Konsequenz an der Strafraumgrenze und bereinigte im Keime die Flurschäden, die Sztani etwa hätte anrichten können, wenn er sich der ihm angelegten Fessel hin und wieder hatte entledigen können.
Lindner hatte im Angriffsquintett noch die besten Einfälle, aber er wurde nicht freigespielt und für den körperlichen Kampf ist er noch nicht in jedem Fall geeignet. Bäumlers Können in Ehren, aber er geht zu wenig mit und wartet auf das Anspiel, ohne selbst die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Schymik und Weilbächer waren nicht besser und nicht schlechter als sonst. Der Erfolg blieb ihnen jedenfalls versagt. Lutz vertrat den verletzten Horvat gegen Gottinger sehr ordentlich. Henig machte keinen Fehler.
Wie vor wenigen Monaten war auch diesmal der Sieg der Fürther in erster Linie ein Erfolg kluger Spieleinstellung. Die Eintracht scheint ihnen einfach zu liegen und die Frankfurter Adlerträger können sich auf das Spiel der Kleeblättler keinen Reim machen. Und so erklärte sich auch der vierte Sieg der Ronhöfer in unmittelbarer Folge am Frankfurter Riederwald.
Der glücklichste Mann war zweifellos Fürths Trainer Csaknady. Wir saßen die letzten vier Minuten bei ihm auf der Wartebank. Obwohl sein Pulsschlag nicht mehr normal sein konnte, da die Eintracht gewaltig drückte, war der Fürther Trainer äußerlich die Ruhe selbst. "Ich bin abergläubisch", meinte er, was bedeuten sollte, dass wir noch etwas Geduld haben sollten. Und dann, nach dem Abpfiff, sprudelte es nur so heraus. "Es freut mich, dass meine Mannschaft heute so gut und vor allem so klug gespielt hat. Vor allem wegen der blamablen Heimniederlage vor acht Tagen gegen Waldhof. Alle Spieler, ohne Ausnahme, waren sehr gut. Wenn ich jemand besonders herausheben möchte, dann sind das unsere Spieler in den hinteren Reiben. Von der Eintracht waren Sztani und Lindner sehr eifrig. Überrascht hat mich Lutz, der Horvat fast vergessen ließ."
Bei der Eintracht war natürlich die Stimmung gedrückt. Spielausschussvorsitzender Berger, den es am härtesten getroffen hatte, sagte mit drei Worten alles: "Alle Jahre wieder!" Eintrachts Torhüter Egon Loy, noch immer nicht einsatzfähig, beurteilte das Spiel folgendermaßen: "Die Fürther haben sehr klug gespielt und verdient, gewonnen, wir können einfach zu Hause gegen diese Mannschaft nicht gewinnen."
Derselben Ansicht war auch Vorstandsmitglied Kiefer: Was nützt alle Überlegenheit, wenn keine Tore geschossen werden, Erhard war heute überragend."

Vorspiel der Reserven: Eintracht Frankfurt - SpVgg Fürth 2:5

Eintracht Frankfurt: Henig - Bechtold, Höfer - Schymik, Lutz, Weilbächer - Kreß, Lindner, Sztani, Bäumler, Meier - Trainer: Paul Oßwald
SpVgg Fürth: Geißler - Bauer, Koch - Schmolke, Erhard, Gottinger - Bucklisch, Appis, Gottinger, Ehrlinger, Schreiner - Trainer: Jenö Csaknady
Tore: 0:1 Bucklisch (17.)
Schiedsrichter: Neumaier (Ebingen)
Zuschauer: 12000
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