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Saison 1958/1959
3. Spieltag - So., 31.08.1958, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - FC Schweinfurt 05
2:1 (2:0)
30 Minuten Fürther Beifall und Temporufe für den Schweinfurter Gast , wie ist so etwas nur möglich? Lag dieser Stimmungswandel an den frisch, plötzlich unbeschwert aufspielenden Gästen oder bei den ernüchternd nachlassenden "Kleeblättlern" selbst? Die ganze Schuld trifft Fürth allein. Wie konnte man ein so beschwingt, überlegen geführtes Spiel noch so leichtfertig aus der Hand geben. Zwei Lücken worden bei Fürth offenbar:
Erstens: Stopper Erhard bildet keineswegs den ruhenden Pol der Deckung. Seine Angriffe auf den ballführenden Gegner wirken plump, oft sogar unbeholfen. Dazu deckt Erhard zu starr nur den Raum, diese Großzügigkeit muss ein schlauer Gegenspieler wie Aumeier doch ausnützen.
Zweitens: Fürth hat seine durchschlagende Angriffskraft verloren. Es gibt hier nicht mehr das selbstverständliche Ineinandergreifen, das Mitdenken und Vorausdenken eines Spielzuges. Und dann fehlt ein so listiger Vollstrecker wie es im letzten Jahr noch Kuhnert war. Alle fünf Stürmer standen einmal völlig frei vor Scheurer, fünfmal wurden diese Chancen unüberlegt, zu gelassen verschenkt. Wenn Trainer Csaknady keinen Scharfschützen nachziehen kann, wird Fürth nicht mehr die überragende Rolle des letzten Jahres spielen können.
Schweinfurt wachte und raffte sich zu spät auf. Man zeigte zuviel Respekt besonders vor den klangvollen Namen der Fürther Deckung. Schon Mitte der ersten 45 Minuten erkannte Schweinfurts kluger Trainer Käser die große Gefahr für seinen Strafraum. Der etwas behäbig und müde in Bewegung und Gedanken wirkende Merz wurde mit Quecksilber Gettinger nicht fertig. Durch eine Umstellung war der Fürther Mittelstürmer bei dem umsichtigen Krämer an Ketten gelegt. Jetzt fand auch der vorher zu unentschlossen wirkende Angriff, von dem temperamentvollen Lang hervorragend unterstützt, zu der Gefährlichkeit, die man Schweinfurt seit über 25 Jahren nachrühmt.
Fürths Flügelstürmer-Problem (links!) bleibt bestehen. Schreiner wirkt unbeholfen, ohne Übersicht. Man muss freilich ihm sowie dem manch peinliche Schnaufpansen einlegenden Schneider Zeit zum Reifen lassen. Gottinger wird durch solche Ausfälle überfordert. Appis bleibt die Gehirnzentrale. Schmidts technische Kunststücke sehen sich recht schön an, aber was springt schon dabei heraus. Schmidt muss für die Mannschaft mehr tun.
Zweifacher energievoller, entschlossener Einsatz Gettingers brachte Fürth spielend einfach in Führung, Plötzlich sah man keine Steilpässe mehr, das Verständnis war dahin. Mit sicherem Blick nutzte Burkhardt eine Fürther Abwehrschwäche aus, nur mehr 2:1. Fürth hatte nun zu würgen und zu kämpfen.

Vorspiel der Reserven: SpVgg Fürth - FC Schweinfurt 05 5:1
SpVgg Fürth: Geißler - Bauer, Koch - Ehrlinger, Erhard, Gottinger - Schmidt, Appis, Gettinger, Schneider, Schreiner - Trainer: Jenö Csaknady
FC Schweinfurt 05: Scheurer - Krämer, Grimm - Gehling, Merz, Lang - Müller, Wendrich, Zierer, Burkhardt, Aumeier - Trainer: Fritz Käser
Tore: 1:0 Gettinger (21.), 2:0 Gettinger (38.), 2:1 Burkhardt (79.)
Schiedsrichter: Riegg (Augsburg)
Zuschauer: 7500
Besondere Vorkommnisse: Geißler erhielt vom 1. Vorsitzenden der SpVgg Fürth, Dr. Eugen Gastreich vor der Begegnung einen Geschenkkorb für sein 200. Spiel in der 1. Mannschaft.
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