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Saison 1947/1948
1. Spieltag - Sa., 06.09.1947, 17:00 Uhr
SpVgg Fürth - Bayern München
0:2 (0:0)

Fürth und Bayern repräsentierten Jahrzehnte den klassischen Schottenpass, der mit hohem Spiel gar geizig ist. Beide sind ihrer Tradition erschreckend untreu geworden. Dabei dünkt es uns ein Irrtum, dass es mit den weiten, hohen Vorlagen schneller ginge. Erst wenn der Ball wieder flach, schnell am Boden rollt, kreiselt, gleitet, erst wenn man dem Ball die Laufarbeit aufbürdet und selbst die Künste der Taktik: Stellungsspiel Platzwechsel, richtiges Decken, geschicktes Freistellen auswertet, wird ein neues erfolgreiches Mannschaftsspiel erstehen. Das gilt für beide, Sieger und Besiegte.
Fürth sah vor der Pause wie der Sieger aus. Er sah nur so aus. Noch eindeutiger als vor der Pause die "Kleeblättler" beherrschte nach dem Wechsel München die Lage. Und zum Schluss schienen die Fürther ihre allerletzten auffallend rasch erschöpften Kraftreserven aufbieten zu müssen, um noch standzuhalten. Das Führungstor in der siebten Minute der zweiten Hälfte durch den torlauernden Außen Hädelt wirkte grausam nach Fürths anfänglicher Überlegenheit, aber schon den zweiten Treffer, eine Viertelstunde vor Schluss empfand man als gerechte Torquittung für gereifteres, zielstrebigeres Spiel, zumal die 8000 bestürzten Zuschauer nach dem ersten Treffer vergeblich auf einen neuen Generalangriff der Heimischen warteten. Allerdings, so viel Pech wie Fürth in diesem Spiel mit seinen Schüssen mitzumachen hatte, widerfährt einer Elf nicht jeden Tag. Ohne Lattenhilfe für Bayern, mit etwas Glück konnte Fürth nicht nur führen, sondern nach der Pause ausgleichen.
Schlüsselstellung des Spiels: Streitle. Er nahm dem einzigen starken Fürther Stürmer Hoffmann jede Bewegungsfreiheit und inszenierte darüber hinaus die meisten Steilpassangriffe seiner Elf. Moll als unnahbarer (aber zu hoch abspielender) Stopper, Kopp als fleißiger, aber zu zarter Außenläufer und Bachl als betriebsamer Angriffsmotor taten sich noch beim Sieger hervor. Niemann als verwegener Hüter und der Repräsentant der alten Fürther Schule, Schnitger, mit umsichtigen gepflegtem Mittelfeldspiel überragten auf Fürther Seite. Es gab nur wenige Lichtpunkte in viel Schatten.

SpVgg Fürth: Niemann - Popp, Pfeiffer - Wagner, Zollhöfer, Schnitger - Vorläufer, Hoffmann, Nöth, Spitz, W. Meier - Trainer: Erich Koch
Bayern München: Fink - Hofner, Seibold - Kopp, Moll, Streitle - Hädelt, Schweizer, Köhle, Bachl, H. Stepberger - Trainer: Josef Pöttinger
Tore: 0:1 Hädelt (52.), 0:2 Stepberger (75.)
Schiedsrichter: Schmitt (Frankfurt)
Zuschauer: 8000
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