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Saison 1948/1949
17. Spieltag - So., 19.12.1948, 14:00 Uhr
1. FC Lichtenfels - SpVgg Fürth
0:3 (0:2)
Etwa 4500 Zuschauer sahen in Lichtenfels ein technisch hochstehenmdes Spiel beider Mannschaften, es war als das schönste der bisherigen Runde anzusprechen.  In einem Kampf voller Tempo und Spannung blieben die "Kleeblättler" verdient Sieger; verdient, weil sie ihre wenigen Torchancen voll ausnutzten. Lichtenfels stellte in allen Teilen einen ebenbürtigen Gegner, es dominierte in der zweiten Hälfte nahezu vollkommen, jedoch der so wichtige Anschlusstreffer nach der Führung konnte trotz größten Einsatzes nicht erreicht werden. Maßgeblich verantwortlich für die geglückte Fürther Deckungsarbeit war der unübertreffliche Goth , der seiner Mannschaft viel, wenn nicht alles rettete. Die Verletzung von Mohnkorn in der zweiten Hälfte machte sich nur in der Umstellung bemerkbar. Preller vertrat ihn sehr gut, er löste seine Aufgabe als Außenläufer sicher.
Fürth begann sofort mit schnellem Tempo, offensichtlich in der Absicht, Lichtenfels zu überraschen. Doch auch die Gegenangriffe zeitigen verwertbare Torchancen. Hösch muss in der vierten und fünften Minute bei zwei sehr schweren Bällen von Appis eingreifen, löst aber seine Aufgabe sehr gut. In der 15. Minute gelingt Fü+rth ein zügiger Angriff, den Schade im Zweikampf noch auf den freistehenden Rechtsaußen Hoffmann leiten kann. Aus sechs Meter lässt er Hösch keine Chance mehr. Trotz des Tores greift Lichtenfels immer wieder an, und man kann eigentlich von keiner Überlegenheit irgend einer Mannschaft sprechen. Werthmann rackert sich im Sturm redlich ab und Göhring gelingen einige sehr gute Flankenläufe. Eine volle Viertelstunde hat Lichtenfels das Heft in der Hand und alles erwartet den fälligen Ausgleich. Aber selbst die klarsten Situationen können nicht verwertet werden. Einmal schießt Werthmann am leeren Tor vorbei, ohne dass jemand einzuschieben vermag. Dann kann sich Goth, schon geschlagen, noch einem Schuss von Spieß entgegenwerfen. Das Kichtenfelser Stürmerspiel ist etwas zu engmaschig und zeigt im Gegensatz zu Fürth nicht den bewussten Drang aufs Tor. Die 30. Minute sieht Göhring wieder als Sieger gegen Plawky. Die Flanke dreht Werthmann mit dem Kopf in die fangbereiten Arme von Goth. Schneider, der Mittelläufer der "Kleeblättler", kann sich nicht auf das Spiel des Lichtenfelser Mittelstürmers einstellen und ist im Zweikampf oft der Unterlegene. Aus der Defensive heraus gelingt Fürth in der 42. Minute ein weiteres Tor, das eigentlich aus heiterem Himmel fällt. Aus einem Deckungsfehler heraus bekommt Schade den Ball, der diesen an Vorläufer wenige Meter vor dem Tor spielen kann. Im Fallen kann dieser gegen Hösch eindrücken. Noch denkt keiner der Lichtenfelser an den Verlust dieses Spieles, es ist zu offen.
In der zweiten Hälfte wird das Spiel fast zu einer einseitigen Angelegenheit, denn Lichtenfels kommt ungestüm gegen das Tor der Leute aus der Spiegelstadt. In der 60. Minute verletzt sich Mohnkorn und muss das Feld vorübergehend verlassen. In der 65. Minute jubelt alles, als Werthmann, der Unermüdliche, sich freigespielt hat und frei auf das Tor zieht. Doch an Goth vorbei ist der Pfosten der letzte Retter und verhindert so den Anschlusstreffer. Jetzt spielt Lichtenfels besser als man es lange Zeit sah. Jede andere Mannschaft wäre in diesem Sturm untergegangen, doch die Erfahrung hilft den Mannen um Schneider. Erhard schießt einen schrfen Schuss knapp daneben. Dann zieht wieder Goth, wie so oft, den Schuss von Göpfert aus der Ecke. Spieß scheint endlich einzuschießen, doch der Hüter der "Kleeblättler" kann auch diesen placierten Scharfschuss unschädlich machen. Im Gegenangriff hebt Hösch den Ball, von Vorläufer geschossen, über die Latte. In der 77. Minute wird das Spielentschieden, als Vorläufer einen Ball in den Strafraum heben kann, den Schade sicher einschiebt. Die Restminuten ergeben keine Torchencen mehr. Das Eckenverhältnis hat sich auf 9:2 zugunsten der Platzherren verändert, ein Zeichen der Überlegenheit in der zweiten Hälfte.
Beide Mannschaften lieferten sich ein großes Spiel, zur Freude aller Zuschauer. Es war eine Werbung für den Fußballsport. Fair und jederzeit anständig, gewann Fürth aufgrund seiner Erfahrung. Lichtenfels unterlag nach Kampf und sehr gutem, ebenbürtigem Gegenspiel. Blättner (Würzburg) leitete sicher und gut.

Aus "Neue Presse, Coburg" vom 21. Dezember 1948   
 

Riedel

1. FC Lichtenfels: Hösch - Dütsch, Rübensaal - Lindner, Mohnkorn, Preller - Göhring, Spieß, Werthmann, Göpfert, Erhardt
SpVgg Fürth: Goth - Plawky, Frosch - Erhard, Schneider, Gottinger - Hoffmann, Vorläufer, Schade, Appis, Mai - Trainer: Helmut Schneider
Tore: 0:1 Hoffmann (15.), 0:2 Vorläufer (42.), 0:3 Schade (77.)
Schiedsrichter: Blättner (Würzburg)
Zuschauer: 4500
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