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Saison 1974/1975
Freundschaftsspiel - Di., 16.07.1974, 18:00 Uhr
SpVgg Fürth - Nationalmannschaft Liberia
2:1 (2:0)
Wegen Regens wurde die Partie vom 14.07. auf den 16.07.1974 verschoben. 
 
Mit Länderspiel-Zeremoniell begann das Match der Fürther Kleeblatt-Spieler, das sie gegen die Nationalmannschaft Liberias 2:1 gewannen, aber von entsprechendem Format auf dem Spielfeld war erwartungsgemäß nichts zu sehen.
Die entwicklungsfähige Truppe der Westafrikaner hat zweifellos noch einen weiten Weg vor sich, wenn sie sich an der nächsten Weltmeisterschafts-Qualifikation beteiligen will. Sie besitzt - wie alle Mannschaften aus ihren Breitengraden - ein herausragendes, man möchte sagen angeborenes Selbstverständnis im Umgang mit dem Ball. Da fehlt fast nichts. Dass zu einer schlagkräftigen Einheit mehr als spielerische Fertigkeiten gehören, wissen sie. In der Abwehr zeigen sie schon europäisches Augenmaß, eine Geschlossenheit des Blocks und gewandte Reaktionen des Einzelspielers. Taktisch wollen und müssen sie lernen, da ist noch zuviel Kurzpaßspiel, zu wenig Tempo über das Mittelfeld hinweg, und auch die Schußstiefel sitzen noch nicht recht.
Die Fürther schienen an diesem Abend einiges von den Gästen übernommen zu haben. Sie sind noch kein Team mit topfiten Dreiviertelprofis, nicht einmal an ihre eindrucksvolle Abschiedsvorstellung aus der Regionalliga in Hof kamen sie annähernd heran. Einige Kämpen zeigten frühzeitig Ermüdungserscheinungen. Die Kraft fehlt allenthalben, und daraus resultierten wohl die vielen Fehlpässe und Mißverständnisse im Mittelfeld und die geringe Dynamik im Bereich des gegnerischen Strafraums. Noch kein Spieler ist in Topform, und wenn Fred Hoffmann heute seine Idealbesetzung für den Start am 3. August nennen müßte, dann käme er noch in arge Verlegenheit.
Besonderes Augenmerk galt natürlich den Neuzugängen. Vom Essener Lausen war in 17 Einsatzminuten nicht viel zu sehen. Eine leichte Zerrung veranlasste seine Ablösung durch den auf gar keinen Fall schwächeren Schöpe. Von Bopp sah man diesmal noch zu wenig. Ein gesunder Dennerlein in der Form des letzten Jahres bringt wahrscheinlich mehr. Linksaußen Hofmann möchte man als Flügelflitzer sehen, der er nur andeutungsweise war. Das Trio muss sich anstrengen, wenn es den Stammspielern auf Dauer den Rang ablaufen will. Für die übrigen Spieler gilt es, den Rhythmus zu finden. Nach den bisherigen Vorstellungen ist übertriebener Optimismus bei den Anhängern nicht zu erwarten. Für ein hartes Urteil freilich ist die Zeit noch nicht ganz reif, aber bald ist sie es. Im Spielverlauf zeigten sich alte Schwächen beim Torschuss. Da war nicht viel an Masse und Klasse. Dennoch geht das 2:0 zur Pause in Ordnung. Des gefoulten Ungers Strafstoß und ein aufgesetzter Weitschuss des auf Rechtsaußen wieder in neuer Rolle - nicht einmal schlecht - agierenden Heinz Popp waren nicht unverdient.
Die Afrikaner lösten in der Pause den unsicheren Keeper Sekue gegen ihre Nummer eins Nippy ab, der in Francillon-Manier sich schnell die Herzen der Zuschauer eroberte und mit Entschlossenheit den Fürthern die Torschuss-Tour vermasselte, die gerade in der Viertelstunde nach dem Wechsel vielversprechend begonnen hatte. Auf der Gegenseite hatte Löwer einen ziemlich geruhsamen Abend. Als die Gäste auf Steilpässe umschalteten, rannten sie oft in die Abseitsfalle. Am Schluss kamen die unsicheren Schützen aus Liberia zum schon allein vom Einsatz her nicht unverdienten Ehrentor, als die Fürther immer mehr in der Versenkung zu verschwinden drohten. Insgesamt darf noch gesagt werden, dass sich die Partie in optimal fairen Grenzen bewegte.

Pitt

SpVgg Fürth: Löwer - Schülke, Klump - Lausen (17. Schöpe), Ammon, Heinlein (46. Plößl) - Popp (46. Puscher), Bergmann, Bopp, Unger, Hofmann - Trainer: Alfred Hoffmann
Nationalmannschaft: Sekue (46. Nippy) - Sipply, Toe - Teah, George, Davis - Washington, Wesh, Brown, Gray (60. Richards), Godfrey (10. Joseph)
Tore: 1:0 Unger (13., Foulelfmeter), 2:0 Popp (30.), 2:1 Brown (88.)
Schiedsrichter: Hauthmann (Forchheim)
Zuschauer: 2000
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